Der FCB verliert das Spiel in Genf und den zweiten Tabellenplatz. Trotz dieser Enttäuschung ist Trainer Ciriaco Sforza von einer positiven Zukunft überzeugt.

Der Samstagabend in Genf war bezeichnend für die momentane Negativ-Phase des FCB. In der zweiten Halbzeit kam Rotblau zu zwei sehr guten Torchancen, welche Pajtim Kasami in einem Training blind reinhauen würde. In Genf aber verpasst er das Tor fahrlässig und damit auch die Führung für die Basler.

Fragwürdiger VAR-Entscheid

FCB-Trainer Ciriaco Sforza findet aber nicht, dass diese verpassten Chancen mit fehlendem Selbstvertrauen zu tun haben und wählt nach dem Spiel deutliche Worte: «Wenn du drei oder fünf Meter alleine vor dem Tor stehst, musst du das Tor treffen. Das waren klare hundertprozentige Chancen».

Das Auslassen der eigenen Chancen wird prompt bestraft. Einige Augenblicke später kassiert der FCB nach einem fragwürdigen VAR-Entscheid das erste Gegentor, welches in den meisten Fällen nicht gezählt hätte. Nach einer Flanke stand der Genfer Stürmer Grejohn Kyei klar im Abseits. Nach langer Konsultation der TV-Bilder entscheiden die Unparteiischen aber, das Tor gelten zu lassen.

Sforza handelt in der Pause

«Jeder sah, dass der Mittelstürmer im Abseits stand. Weil Cardoso den Ball mit seinen Haarspitzen berührte, soll es – nach den neuen Regeln – ein neuer Spielzug gewesen sein. Ich akzeptiere das, kann aber nicht verstehen, dass das ein neuer Spielzug gewesen sein soll», sagte Sforza auf die entscheidende Szene angesprochen.

Dennoch trauert der FCB-Trainer mehr den vergebenen Torchancen unmittelbar vor diesem Rückstand hinterher. In der ersten Hälfte blieben die Basler blass. Deshalb habe Sforza in der Pause auch gehandelt: «Ich sagte der Mannschaft, sie soll höher stehen, energischer und aggressiver sein, mehr Laufbereitschaft zeigen und die Tiefe anspielen. Die zweite Halbzeit war sicher viel besser. Die erste Halbzeit war zu passiv».

«Die ganze Situation ist nicht einfach»

Auch nicht zufrieden mit dem ersten Durchgang ist Aussenverteidiger Raoul Petretta: «Sie haben uns gut gedrückt. Aber dennoch können wir das besser. Wir müssen auch mit Ball besser spielen. Dann kommen wir aus solchen Situationen auch wieder heraus».

Fakt ist: Der FCB verliert auch in Genf. Ist seit Anfang Februar sieglos. Mit dieser Niederlage muss Rotblau den zweiten Tabellenplatz abgeben und wird nun in der Tabelle zurückgereicht. «Die ganze Situation ist nicht einfach. Aber wir wissen, dass wir nur zusammen da rauskommen. Diejenigen, die von aussen alles besser wissen, können uns in diesen Momenten nicht helfen. Ich glaube, dass wir zusammen da rauskommen», so Petretta.

«Zuletzt wird abgerechnet»

Seinem Aussenverteidiger pflichtet Trainer Sforza bei: «Es liegt ja an uns. Wir haben es selbst in der Hand und das ist das Wichtigste. Es ist ja nicht so, dass die Mannschaft aufgibt. Wir müssen jetzt da durch. Gegen die Young Boys haben wir eine Mannschaft gesehen, die kämpferisch und läuferisch gespielt hat. Wir haben momentan diese Welle drin. Es ist eine schwierige Situation. Aber es ist nicht so, dass die Mannschaft es nicht kann. Sie zeigt es immer wieder. Es muss mal der Moment kommen, wo wir wieder durchstarten. Das ist ganz klar», so der Cheftrainer.

Viel Zeit um durchzustarten hat der FCB aber nicht, wie die Tabellensituation klar aufzeigt. Dennoch blickt Sforza positiv in die Zukunft: «Ich sag ja, zuletzt wird abgerechnet. Jeder will durchstarten. Wir haben eine schwierige Phase. Wir wissen was da alles dahinter ist. Wir brauchen Ruhe und Konzentration. Als Gruppe treten wir so auf, dass wir da wieder rauskommen».

Dafür braucht es noch Einiges. Denn es scheint so, als würde sich der FCB in eine andere Richtung bewegen. Die Niederlage in Genf ist bereits die neunte in dieser Meisterschaft. Damit verlor er nun gleich viele Spiele, wie er gewinnen konnte.

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