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Jetzt muss Fabio Celestini nur noch ein richtiges Spitzenteam formen

Fabio Celestini, Trainer des FC Basel, während des Super League Spiels gegen Servette FC in Genf am 9. Februar 2025, mit verschränkten Armen an der Seitenlinie.
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In Kürze:

  • Der FC Basel verliert gegen Servette mit 1:2.
  • Als Tabellenführer konnte Basel erneut nicht gewinnen.
  • Dominik Schmid äussert sich zum vermeintlichen Leader-Fluch.
  • Gegen Lausanne-Sport geht der FCB erneut als Leader in eine Partie.

Es ist in der Super League in der laufenden Saison der Normalfall, dass der Leader nicht gewinnt. Das muss der FC Basel am Sonntagnachmittag abermals erfahren. Die Chance wäre da gewesen, den Vorsprung auf den zweitplatzierten FC Luzern auf vier Punkte auszubauen. Doch der FCB verliert gegen Servette mit 1:2. 

Für die Basler ist es nicht das erste Mal in dieser Spielzeit, dass sie als Leader nicht in der Lage sind, zu gewinnen. Sowohl in Runde 16 als auch in Runde 17 holte man als Erstplatzierter jeweils nur ein Unentschieden. Angesprochen auf die Thematik, äussert sich Dominik Schmid nach der Partie in Genf so: «Als FCB scheint es wirklich einen Unterschied zu machen, ob man als Leader oder als Verfolger spielt. Wir haben so ein Syndrom, dass wir die Spiele nicht gewinnen können, wenn wir da oben sind.»

Gibt es einen Leader-Fluch? 

Fabio Celestini sagte erst am letzten Donnerstag nach der Partie gegen Luzern, dass er lieber in der Rolle des Gejagten sei. Und nicht in der des Jägers. Er fühle sich ganz wohl da auf Rang 1. 

Die Psychologie und der Fussball

Klar, rein rechnerisch ist es eindeutig: Auf dem ersten Platz zu stehen, stellt einen Vorteil dar. Doch Fussball ist eben nicht nur Mathematik. Auch wenn Fabio Celestini diesen Vergleich im November 2023 bemühte, um zu veranschaulichen, dass man durch harte Arbeit an sein Ziel gelangen würde. 

Fabio Celestini ist nämlich auch derjenige, der erst vor kurzem im Interview mit der BaZ moniert hat, dass die Psychologie im Fussball stark unterschätzt wird. Der Fussball sei in dieser Hinsicht noch stark rückständig, sagte er. Und es braucht keine grossen Kapriolen des Hirns, auch kein Psychologiestudium, um sich den vermeintlichen Zusammenhang zwischen einem Leader-Fluch und der menschlichen Psyche erklären zu können. 

Als Verfolger ist man hungrig. Man hat ein klares Ziel vor Augen. Man kann sich an einer Mannschaft orientieren, die vor einem steht. Das gibt Motivation und verstärkt das Gefühl, dass man nichts zu verlieren hat. 

Als Verfolgter hingegen hat man irgendwie erreicht, was man erreichen wollte. Man hat kein anderes Team, an dem man sich orientieren kann. Und im Falle des FCB am Sonntag hat man nicht einmal den Druck, dass man überholt werden könnte. Es war schon vor dem Spiel in Genf sicher, dass die Basler auf Rang eins bleiben würden. In solchen Situationen ist es tendenziell schwieriger, die hundertprozentige Spannung aufrechtzuerhalten. 

Die Spannung im Basler Spiel

Wenn man will, kann man diesen Abfall von Spannung auch im Basler Spiel vom Sonntag sehen. Da waren zweite Bälle, die nicht konsequent gewonnen wurden, da war in Teilen mangelhaftes Umschaltspiel nach Ballverlusten, und da war eine Chancenauswertung, die hätte besser sein können. Das alles hat in anderen Spielen dieser Saison schon besser ausgesehen. 

Nun sind solche Theorien natürlich Gedankenspiele – und keine exakte Wissenschaft. Man kann die Basler Leistung am Sonntag natürlich auch auf andere Gegebenheiten zurückführen, die im Fussball anerkannter sind für solche Zwecke. Beispielsweise darauf, dass der FCB lediglich zwei freie Tage zur Regeneration zur Verfügung hatte. Und die Genfer vier. Oder auf die natürlichen Leistungsschwankungen, die es im jungen Team von Fabio Celestini schon immer gab. Oder man kann ganz einfach sagen: Es ist purer Zufall, dass der Leader fast nie gewinnt. Dann wäre man wieder in der Nähe der Mathematik. 

So oder so bietet sich dem FCB die Gelegenheit, dass er sich nochmals als Überwinder der allgemeinen Leader-Problematik versuchen kann. Denn er steht ja noch immer auf Platz 1. 

Für Fabio Celestini stellt das seine nächste grosse Herausforderung dar. Er hat aus einem Abstiegskandidaten einen Meisterschaftskandidaten gemacht, hat auf diesem Weg seine Mannschaft mehrfach neu erfunden, Abgänge kompensiert, Neuzugänge eingebaut. 

Und nun wartet möglicherweise die grösste Aufgabe auf ihn. Er muss aus einer jungen Mannschaft, die sich ihrer Inkonstanz noch nicht vollständig entledigen konnte, eine Mannschaft machen, die konstant Leistung bringt. Er muss aus ihr ein richtiges Spitzenteam machen. Ein Spitzenteam, wie es die Schweizer Liga derzeit eben nicht hat.

«Wir können uns nicht darauf verlassen, dass wir immer zurückkommen», sagt der FCB-Trainer nach dem Spiel in Genf. Denn bei zwei der drei Siege dieses Jahres, jenen gegen Sion und Luzern, lag der FCB zuerst in Rückstand. Gegen den FCZ musste Marwin Hitz erst einen Penalty parieren, bevor die Basler in Führung gehen konnten. 

Es sind diese Dinge, die Celestini im Hinblick auf das Spiel am kommenden Sonntag (16.30 Uhr, BaZ-Liveticker) gegen Lausanne-Sport angehen dürfte. Es sind nicht nur fussballerische und taktische Dinge. Es sind eben auch Dinge, die mit dem Kopf zu tun haben.

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