
Capt’n Shaqiri – «Der beste Spieler sollte die Binde tragen»
Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.
Capt’n Shaqiri – «Der beste Spieler sollte die Binde tragen»
FCB-Trainer Fabio Celestini befördert den Star seiner Mannschaft zum auch nach aussen erkennbaren Anführer. Eine Woche vor Wiederaufnahme der Super League sieht er späte Tore im Test gegen Thun.
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«Der beste Spieler sollte die Binde tragen» – Xherdan Shaqiri, neuer Captain des FC Basel.
So unvermittelt, wie die Nachricht am Samstag vor dem Testspiel gegen Thun hereinschneite, so lapidar erklärte Fabio Celestini die Beförderung von Xherdan Shaqiri zum Captain des FC Basel zur reinen «Formalität». Und der Cheftrainer fasst die Entscheidung, die er Kraft seines Amtes getroffen hat, in einem Satz zusammen: «Shaq ist unser bester Spieler – und der sollte die Binde tragen.»
Somit ergibt sich eine neue Hierarchie in der Mannschaft: Shaqiri löst Taulant Xhaka ab, der an Nummer 2 rückt vor Dominik Schmid, der wiederum mangels Einsatzzeit für Xhaka die Captainbinde in der ersten Saisonhälfte trug.
Celestini liess durchblicken, dass Shaqiri im August durchaus mit dem Anspruch nach Basel zurückkehrte, die Mannschaft auch sichtbar nach aussen anzuführen. «Wir wollten aber nicht alles auf einmal ändern, sondern Schritt für Schritt machen.» Jetzt, nach der Weihnachtspause, sei der Moment gewesen, die Realität abzubilden. Und die bedeutet: «Shaq übernimmt mit all seiner Erfahrung und Persönlichkeit, mit seiner Qualität und der Position auf dem Feld diese Aufgabe», so Celestini.»
Neo-Captain in Aktion: Xherdan Shaqiri gegen die Thuner Jan Bamert und Genis Montolio.
Dass sich Schmid zurückgesetzt fühlt, glaubt der Trainer nicht: «Taulant und Xherdan sind die beiden erfahrensten Spieler und Dome muss von den beiden Basler Legenden lernnen. Das ist die absolute Normalität in unserem Kader. Die Rollen sind klar verteilt.»
Einen praktischen Impact auf dem Platz verspricht sich der Trainer zudem: «Das hängt auch mit der neuen Regel zusammen, dass nur einer mit dem Schiedsrichter reden darf. Shaqiri spielt eine zentralere Position. Und die Realität auf dem Platz war, dass Shaqiri zu 90 Prozent mit dem Schiedsrichter redet. Und er hat deshalb keine gelbe Karte gesehen – weil er Shqiri ist.» Ausserdem hofft Celestini: «Shaq und Tauli können mit ihrem Namen mehr Nachdruck verleihen, wenn sie mit dem Schiedsrichter kommunizieren.»
Fink und Carlos sorgen für Testspielsieg
Torschützen gegen Thun: Bradley Fink und Kevin Carlos.)
Shaqiri reiht sich ein in grosse Namen, die in den vergangenen zwei Dekaden die FCB-Captainbinde trugen. Von Murat Yakin über Ivan Ergic und Franco Costanzo bis Marco Streller, Matias Delgado, Marek Suchy, Valentin Stocker und zuletzt Rekordspieler Fabian Frei.
Shaqiri weihte seine weisse Armbinde mit dem Baslerstab am Samstag beim Härtetest gegen den FC Thun ein. Dabei zeigten die Berner Oberländer, warum sie als Challenge-League-Spitzenreiter Anwärter auf die Rückkehr ins Oberhaus sind. Und der FCB offenbarte nebst Chancenwucher (Albian Ajeti, Shaqiri) Lücken in der Abwehr. Marwin Hitz verhinderte in der 71. Minute im Eins-gegen-Eins gegen den durchgebrochenen Miguel Castroman mit grossartiger Reaktion einen Rückstand.
Für die Aufsteller sorgten in der Schlussphase Bradley Fink und Kevin Carlos aus Kontersituationen mit satten Abschlüssen in den Torwinkel. Celestinis Fazit: «Die Mannschaft hat einen guten Job gemacht, aber wir haben auch gesehen, woran wir arbeiten müssen. Offensiv waren wir nicht effizient, wir haben aus unseren Möglichkeiten nur zwei Tore gemacht, und in der defensiven Phase haben wir zu viel angeboten. Wir hatten zu viele Ballverluste und Thun zu viele Chancen.»
Stucki beendet Morandi-Spekulationen
Im Anschluss an die Partie bezog der Sportdirektor des FCB eindeutig Stellung zu Spekulationen über einen Wechsel von Giotto Morandi von den Grasshoppers. «Wir haben keinen Kontakt zu Leuten in seinem Umfeld und auch zu Giotto Morandi selbst nicht», sagt Daniel Stucki, «er kommt nicht zum FC Basel.»
Einen Zugang könnte es aber noch geben: Ersatz für den lamentablen Rasen im St. Jakob-Park. Entschieden werden soll darüber kommende Woche. Los geht es für den FCB wieder am Sonntag mit dem Spitzenspiel in Lugano. Das erste Heimspiel folgt am 26. Januar gegen Sion.
FC Basel – FC Thun 2:0 (0:0)
St. Jakob-Park – 2386 Zuschauer – SR Alexander Tester – Tore: 86. Fink (Carlos) 1:0, 90.+1 Carlos (Soticek) 2:0.
Basel, 1. Halbzeit: Hitz; Rüeggc, arisic, Adjetey, Schmid; Avdullahu, Leroy; Kade, Traoré; Shaqiri; Ajeti. – ab 62. Minute: Hitz; Mendes, Vouilloz, van Breemen, Cissé; Xhaka, Baro; Fink, Soticek; Sigua; Carlos.
Thun, 1. Halbzeit: Ziswiler; Dähler, Bamert, Bürki, Franke; Matoshi, Roth, Bertone; Reichmuth; Gutbub, Rastoder. – 2. Halbzeit: Steffen; Fehr, Montollo, Bamert (62. Marcolli), Franke (62. Lüthi); Castroman, Janjicic, Meichtry (55. Asani); Frith, Rastoder (62. Sollberger).
Bemerkungen: FCB ohne Junior Zé (rekonvaleszent), Dräger (ohne Aufgebot). – 21. Pfostenschuss Gutbub. – Termin: Der FC Basel spielt am Mittwoch, 15. Januar (13 Uhr) ein letztes Testmatch gegen den FC Schaffhausen auf dem Nachwuchs-Campus, zu dem keine Zuschauer zugelassen sind.
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