Adrian Barisic zum FC Basel im engen Rennen: «Wir bringen es nicht zu Ende»

Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.


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Adrian Barisic zum FC Basel im engen Rennen: «Wir bringen es nicht zu Ende»

Er hatte seinen Fuss beim Foul vor dem Ausgleich mit im Spiel und seinen Kopf, mit dem er in der Nachspielzeit den Siegtreffer für den FC Basel gegen Lausanne (1:1) verpasste: Adrian Barisic über die mentale Bürde der Spitzenposition in der Super League und Platz 2: «Das muss nicht so bleiben», sagt der Verteidiger.

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Die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: Adrian Barisic (links) nach dem 1:1 gegen Lausanne.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus

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Der Trainer sagt es, der Captain ebenfalls und Adrian Barisic pflichtet bei: Dem FC Basel gelingt es momentan nicht, sein sehr ordentlich angelegtes Offensivspiel in genügend Tore umzumünzen, um Spiele zu gewinnen.

Deshalb gab es in der 24. Runde abermals einen Leaderwechsel, den zwölften. Der FC Lugano liegt nun wieder eine Länge vor Basel in einer unverändert verrückt engen Super League. Seit der Winterpause gab es nur minimale Verschiebungen.

Wie schon nach der 18. Runde trennen Spitzenreiter und Zweiten nur ein Punkt. Zu Platz 6, der noch zur Teilnahme an der Championship Group qualifiziert, waren es an Weihnachten 4 Punkte (FCZ), aktuell ist St. Gallen Sechster mit 7 Punkten Rückstand. Auf Platz 7 rangierte Sion (minus 5), jetzt ist YB mit 8 Punkten Abstand direkt unter dem Strich.

Noch krasser ist das Bild der Jahrestabelle 2025: Nach sechs gespielten Runde haben die ersten drei Teams 11 von 18 möglichen Punkten gesammelt und die drei nachfolgenden 10 Punkte.

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Adrian Barisic, der kommenden Samstag (20.30 Uhr) ein kleines Jubiläum feiern kann, wenn er in St.Gallen zum 50. Mal im FCB-Dress aufläuft, ordnet das 1:1 gegen Lausanne ein:

Trauern Sie dem vergebenen Kopfball in der Schlussminute nach?

Adrian Barisic: Ja, es war eigentlich eine wunderbare Flanke, aber ich habe den Ball ein bisschen im Rücken erwischt und habe ihn nicht perfekt platzieren können. Aber klar, aus so einer Chance mit der letzten Aktion des Spiels muss ich eigentlich ein Tor machen.

Für Sie persönlich wäre es das Happy End einer Partie gewesen, in der Sie mit Ihrem Foul an Kaly Sène den Freistoss zum Ausgleich heraufbeschworen haben.

Na ja, aus Sicht als Verteidiger ist es eine dieser Entscheidungen, die man geben kann oder nicht. Aber ich bin dem Schiedsrichter nicht böse deswegen. Er hatte viele Entscheidungen zu treffen in diesem Match und ich glaube, er hat es nicht schlecht gemacht. Es war eine Fifty-fifty-Situation. Das nächste Mal versuche ich, den Ball ohne Foul zu gewinnen.

Es gab neben den VAR-Interventionen und insgesamt vier nicht gegebenen Treffern noch eine strittige Situation kurz vor der Pause, der Freistoss von Xherdan Shaqiri und ein Handspiel von Alvyn Sanches, der in der Mauer hochspringt. Was sagen Sie dazu?

Das habe ich nicht realisiert. Wir hatten in Zürich ja auch so eine Szene: Manchmal wird gepfiffen, manchmal nicht. Wir müssen eher schauen, was wir als Team grundsätzlich besser machen können und sollten uns nicht auf Schiedsrichter-Entscheidungen versteifen.

Was hat denn gegen Lausanne gefehlt für zwei Punkte mehr?

Lausanne hat eine ziemlich gute erste Halbzeit gespielt mit einem wirklich aggressiven Pressing. Es ist verrückt, wie viel sie rennen. Und dennoch hatten wir zwei, drei richtig grosse Chancen, wenn wir es geschafft haben, im Rücken ihrer Abwehr in Eins-gegen-eins-Situationen zu kommen. Aber wir schaffen es nicht, diese Möglichkeiten zu nutzen. Dabei wäre es so wichtig, in diesen Momenten, um die Moral des Gegners zu brechen.

Haben Sie das Gefühl, dass der FCB den Sieg aufgrund der zweiten Halbzeit verdient gehabt hätte?

Wir hatten auf jeden Fall die besseren Chancen, etwa die zwei Abseitstore, bei denen ich nicht sehen konnte, wie knapp es gewesen ist. Okay, Lausanne macht ein tolles Ausgleichstor, nichts Verrücktes, ein Freistoss halt. Aber da zeigte sich auch ihre Qualität. Aber so ist es nun mal: Wir bringen es nicht zu Ende. In der Szene zum Beispiel, als Anton Kade den Ball vielleicht besser noch einmal abgespielt hätte. Aber ich habe keine Zweifel, dass wir solche Chancen künftig besser nutzen und enge Spiele gewinnen werden.

Unter dem Strich war es ein sehr intensiver und höchst unterhaltsamer Kampf.

Für mich war das Spiel ein typisches Bild der Super League: viele Umschaltmomente, hohe läuferische Leistung, viel Kampf, viele junge Spieler auf dem Feld und auch eine Menge Fehler. Für die Zuschauenden war es sicher ein aufregendes Spiel, aber um ehrlich zu sein, hätte ich lieber gewonnen als ein unterhaltsames Spiel zu bieten.

Womit der FCB die Tabellenführung wieder abgegeben hat.

Weil wir das zweite Spiel hintereinander nicht gewinnen konnten. Alles ist wieder sehr eng in der Tabelle. Jetzt kommt für uns die Reise nach St. Gallen und da müssen wir gewinnen.

Warum ist die Spitzenposition scheinbar eine Bürde?

Ich würde nicht sagen, dass man schwer am ersten Platz trägt, dass es ein mentales Problem ist. Lugano hat seinen Job mit dem 2:0 gegen Luzern gemacht, wir haben unseren Job gegen Lausanne nicht hundertprozentig erledigt. Deshalb ist Lugano für den Moment Erster und wir sind Zweiter. Aber das heisst ja nicht, dass es so bleiben muss.

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