FCB-Materialwart Roger Eglin geht mit dem FC Basel in seine 24. Saison. Wir haben ihn begleitet.

Ohne ihn würden die Spieler ohne Material und Bälle auf dem Platz stehen, die Rede ist von Materialwart Roger Eglin. Seit dem 1. Januar 1999 ist er Materialwart der ersten Mannschaft des FC Basel. Eglin hat in diesen Jahren mehrere Trainer und mehrere hundert Spieler beim FCB überlebt. Dazu durfte er bisher ganze zwölf Meistertitel und acht Cupsiege miterleben.

Der 52-Jährige geniesst seine Rolle neben dem Platz, deshalb gibt er auch nicht oft Interviews. Für uns machte er aber vor dem Testspiel gegen Greuther Fürth wieder einmal eine Ausnahme: «Etwa alle fünf Jahre sage ich wieder einmal zu. Für mich sollen aber die Spieler im Vordergrund stehen und nicht ich.»

Früher Fan, heute Materialwart

Eglin war früher ein ganz normaler Fan, der mit seinen Kollegen oft die Spiele besuchte. Durch einen Freund ist er dann schliesslich zum FCB gekommen: «Ich habe einen Kollegen, der ab und zu etwas beim FCB mitgeholfen hat und dann hat er mir gesagt, dass das doch etwas für mich wäre und seither bin ich hier», sagt er stolz.

Einen besseren Job als seinen jetzigen könnte er sich nicht vorstellen, sagt er. «Ich bin einer, der gerne draussen ist und hier ist man fast nur draussen. Ich konnte hier mein Hobby zum Beruf machen.»

Die Spieler und der Job halten ihn jung

Als er 1999 beim FCB anfing, war er gleich alt wie die Spieler, da war es auch normal, dass er mit ihnen um die Häuser zog. Mittlerweile könnte er aber der Vater der Spieler sein. Trotzdem hat er mit allen Spielern auch heute noch eine gute Beziehung: «Ich habe ein sehr gutes Verhältnis mit den Spielern. Wir machen oft gegenseitig Sprüche, da bleibt man auch automatisch jung.», sagt er.

Und wenn mal einer nicht zufrieden wäre mit Eglins Job, könne er die Wäsche selber machen, scherzt er.

Vor allen anderen im Stadion

Vor den Spielen ist Eglin zwei bis zweieinhalb Stunden vor Anpfiff im Stadion. Er legt den Spielern die Ausrüstung bereit, sprich Trikots, Hosen, Stulpen, Fussballschuhe und Schienbeinschoner. Danach legt er auf dem Platz die Bälle aus und legt die Hütchen so hin, wie es der Trainer gewünscht hat.

Für das Testspiel gegen Fürth hatte die Mannschaft keine Kabine zur Verfügung gestellt bekommen, deshalb legte er die Trikots im Fitnesszelt am Boden aus. Dafür schaut er aufs Matchblatt, wer dabei ist und wer nicht. Zuerst legt er die Torwart Trikots aus und danach angefangen bei der Nummer 99 von Chalov bis runter zu der Nummer 3 von Katterbach. Am Schluss zählt er alles nochmals durch: «Jetzt habe ich gemerkt, dass ich eine Nummer vergessen habe.», merkt er. Er weiss aber schnell, dass es sich um die Nummer 15 von Adriano Onyegbule handelt. Bei neuen Spielern kann das aber gut einmal passieren.

Gut eingespieltes Team

Früher hat Eglin den Job alleine gemacht, doch alles wurde mit der Zeit immer grösser. Deshalb bekam er vor zwei Jahren Unterstützung in Person von Stefan Motscha. Eglin ist froh, dass ihm der Klub diese Unterstützung zur Seite gestellt hat. Die beiden seien seit Beginn ein gut funktionierendes Team: «Mit den Jahren wurde natürlich alles grösser. Heute könnte ich das alles nicht mehr alleine machen aber zu zweit ist es völlig machbar. Bei uns hat jeder seine Aufgaben. Stefan macht beispielsweise das Trinken bereit während ich die Bälle pumpe. Das hat sich so eingespielt und funktioniert super.»

Viele Reisen, eine prägende Erinnerung

In seinen Jahren beim FCB war er auch auf jeder internationalen Reise mit dabei. Die Europa League Reise nach St. Petersburg ist ihm noch heute speziell in Erinnerung: «In St. Petersburg mussten wir notlanden weil das Fahrwerk nicht eingefahren werden konnte. Danach mussten wir fünf oder sechs Stunden auf ein neues Flugzeug warten. Es war etwas komisch was da abging. Die russischen Behörden wollten sogar von den Piloten die Visen sehen obwohl sie ja nicht einmal aus dem Flieger ausgestiegen sind, das war ein Cabaret.»

Eglin wünscht sich Nordirland

Der FCB will natürlich auch diese Saison wieder europäisch spielen. Eglin hofft auf Gegner, die aus Ländern kommen in den er noch nie war: «Ich freue mich immer wenn wir in ein neues Land gehen können. In der Quali könnten wir jetzt auf ein Team aus Gibraltar oder Nordirland treffen. In Gibraltar war ich bereits einmal mit Romain Crevoisier (ehem. Torwarttrainer). Da waren wir auf dem Affenhügel und in einem Pub aber in Nordirland war ich noch nie also hoffe ich, dass uns die Reise dorthin führt.»

Auf die Frage, wie lange er seinen Job noch ausüben möchte antwortet er fast schon philosophisch: «Solange ich gesund bin und es mir gut geht mache ich diesen Job. Aber vor allem mit Wetter wie in diesem Sommer bin ich wunschlos glücklich in diesem Job.»

Der Beitrag Materialwart Roger Eglin: Ein Leben für den FCB erschien zuerst auf Telebasel.

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