FCB-Trainer Ciriaco Sforza hat den schlechtesten Punkteschnitt aller FCB-Trainer seit Guy Mathez im Jahr 1999. Er gerät nun automatisch in den Fokus der Kritik.

Seit einem halben Jahr fungiert Ciriaco Sforza als Trainer an der Basler Seitenlinie. Der Aargauer hatte von Beginn weg einen schweren Stand. Die Europa League wurde in der Qualifikation verpasst. Der Anschluss an die Spitze ist inzwischen klar zu gross, um effektiv noch über ein «Meisterrennen» zu diskutieren. Ganz im Gegenteil: Es zeichnet sich ein weiterer Alleingang der Berner Young Boys ab.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Die Lücke konnte von Ciriaco Sforza sportlich nicht geschlossen werden. Dennoch verfügt der FCB-Trainer inzwischen – abgesehen vom formstarken YB – über das vermeintlich stärkste Kader der Liga. Und Präsident Bernhard Burgener rüstet weiter auf. Verpflichtet kurz vor Ende der Transferperiode das argentinische Supertalent Matias Palacios und Rückkehrer Darian Malen. Ob diese beiden Spieler jedoch spielerisch die Wende bringen können, bleibt vorerst zu bezweifeln.

Denn auch nach über 20 Spielen unter Ciriaco Sforza muss man die Entwicklung des FCB als stagnierend, wenn nicht sogar als rückläufig definieren. Die Bilanz von Sforza spricht eine eindeutige Sprache: Mit 1,68 Punkten pro Spiel hat der aktuelle Übungsleiter der Basler den schlechtesten Punkteschnitt seit dem Jahr 1999. Bedeutet: Das Potenzial der Mannschaft kann nicht abgerufen werden.

Einzelleistungen statt Kampf

«Das Potenzial, das phasenweise aufblitzt, sind Einzelleistungen. Einzelne Spieler, die ihr Können aufblitzen lassen. Es ist nicht die Mannschaft, die als Ganzes sensationell war. Das erklärt auch die zweiten Halbzeiten, in denen wieder alles in sich zusammenfällt», so FCB-Legende Erni Maissen. Er streicht das Problem klar heraus: «Man ist nicht bereit ein Spiel einfach mal nur durch Kampf zu gewinnen.» Zudem sehe man die selbsterklärten Führungsspieler des FCB in den kritischen Phasen der Spiele schlicht nicht.

Dabei kann man die Hauptschuld aber nicht komplett dem Trainer an der Seitenlinie anlasten. «Auch die Spieler müssen sich bewusst sein, worum es geht. Die Spieler müssen von sich selbst aus alles geben. Es wäre zu einfach, dem Trainer einfach nur die Verantwortung dafür zu geben», meint der ehemalige FCB-Spieler Roland Paolucci. Es gäbe Teams in der Liga, die kein solches Kader zur Verfügung haben und dennoch in der Tabelle praktisch gleich wie die Basler dastehen.

Macht ein Trainerwechsel Sinn?

Bei den Fans brodelt es bereits gehörig. Inzwischen trifft die Kritik nicht nur die umstrittene Klubführung, sondern auch Trainer Ciriaco Sforza. Aber würde ein Trainerwechsel aktuell überhaupt Sinn machen? Oder sogar noch mehr Unruhe ins Gebilde bringen? «In der jetzigen Situation wäre ein Wechsel fraglich. Man muss sich aber klar überlegen, wie die Zukunft aussehen soll. Jetzt kurzfristig so einen Entscheid zu treffen, wäre nicht die beste Lösung», so Paolucci.

Bemerkenswert: Aktuell scheint es zumindest intern ruhig zu bleiben um Ciriaco Sforza. Sportlich weiss man aber, dass der Cup – die einzige Titelchance des FCB noch in dieser Saison – der letzte Sicherheitsanker für den FCB-Trainer darstellt. Fliegt man nun auch noch vorzeitig aus diesem Wettbewerb, wird die Diskussion um den Trainer erst recht angefeuert.

Der Beitrag Roland Paolucci: «In der jetzigen Situation wäre ein Trainerwechsel fraglich» erschien zuerst auf Telebasel.

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