Dieser Artikel wurde von 20 Minuten publiziert.

Aktualisiert7. August 2025, 10:59

Gegen den FC BaselNach wildem Spiel: Schiri-Boss gibt zwei Fehler bei YB-Debakel zu

Zwei Fehlentscheide und eine Ohrfeige prägen das 1:4 der Young Boys gegen den FC Basel. Spitzenschiedsrichter-Chef Dani Wermelinger übt Kritik.

Nils Hänggi

Xherdan Shaqiri stand vor dem Penalty im Abseits.

SRF.

Darum gehts

  • Der FC Basel gewann gegen die Young Boys mit 4:1, was für viel Unmut sorgte.

  • Ein umstrittener Penalty-Entscheid zugunsten des FCB führte zu Diskussionen.

  • Xherdan Shaqiri stand vor dem Handspiel im Abseits, was der VAR übersah.

  • Schiri-Boss Dani Wermelinger gibt Fehler zu.

Die Wut war bei den Young Boys während und nach der 1:4-Niederlage gegen den FC Basel riesig. Grund dafür waren mehrere Fehlentscheide des Schiri-Teams um Luca Cibelli. So blieben vom Kracher in der Super League am Mittwochabend vor allem zwei Szenen hängen. 20 Minuten blickt mit Schiri-Boss Dani Wermelinger zurück.

Abseitsstellung von Shaqiri: «Hätte nicht passieren dürfen»

Zum einen gab es da den Entscheid des VARs vor dem Penalty, der den FCB bevorteilte. Xherdan Shaqiri lenkte den Ball nach etwas mehr als einer Stunde im Berner Strafraum mit der Hacke weiter. Anschliessend fand das Handspiel von YB-Profi Edimilson Fernandes statt. Schiedsrichter Luca Cibelli schaute sich die Szene am Bildschirm an und entschied auf Penalty – ein Fehler.

Shaqiri stand vor seiner Weiterleitung mit der Hacke im Abseits, das Handspiel hätte also gar keine Rolle mehr gespielt. Besonders bitter: Nach dem Penaltypfiff rastete YB-Neuzugang Fernandes im Gerangel aus, ohrfeigte FCB-Spieler Dominik Schmid und flog vom Platz.

Hier ist die Ohrfeige von YB-Star Edimilson Fernandes zu sehen.

SRF

«In der 56. Minute kam es zu einer Spielsituation, die eine VAR-Intervention erforderte. Ein strafbares Handspiel eines YB-Spielers wurde auf dem Spielfeld nicht erkannt», meint Schiri-Boss Dani Wermelinger auf Anfrage: «Der VAR überprüfte dies und kam richtigerweise zum Schluss, dass ein strafbares Handspiel vorlag, welches einen Penalty zur Folge hatte.»

Allerdings sei vor dieser Aktion eine strafbare Abseitsstellung eines Baslers Spielers, entgegen dem vorgesehenen VAR-Prozess, nicht überprüft worden. «Sowohl der VAR als auch sein Assistent waren zu stark auf das Handspiel fokussiert und übersahen die vorgängige Abseitsposition», so Wermelinger. «Das hätte nicht passieren dürfen. Der VAR hätte dem Schiedsrichter nicht nur das Handspiel, sondern auch die Abseitssituation zeigen müssen.»

FCB-Star hätte vom Platz fliegen müssen

FCB-Abwehrspieler Jonas Adjetey hätte derweil wohl vom Platz fliegen müssen. Der Ghanaer, der schon verwarnt war, setzte 10 Minuten vor Schluss zur Mega-Grätsche an, durfte aber auf dem Platz bleiben. Ein Entscheid, den Viele nicht verstehen konnten. Hierzu meint Wermelinger: «Der Schiedsrichter war auf dem Feld der Meinung, dass der YB-Spieler den Ball nicht mehr hätte erreichen können. Aus diesem Grund wurde auf eine Gelb-Rote Karte verzichtet.»

Und weiter: «In der Nachbetrachtung war zu erkennen, dass bei dieser Aktion eine Verhinderung eines aussichtsreichen Angriffes (SPA, stopping a promising attack) vorlag, welche mit einer Gelben Karte hätte sanktioniert werden müssen.» Der Spitzenschiedsrichter-Chef gibt zu: «Entsprechend wäre der Basler Spieler mit einer Gelb-Roten Karte auszuschliessen gewesen.» Der VAR durfte hier allerdings nicht intervenieren, da er dies bei Gelben Karte nicht tun darf.

YB-Trainer Giorgio Contini: «Das ist inakzeptabel»

Giorgio Contini sagte bereits nach der Partie über die Abseitsszene: «Das ist inakzeptabel. Es geht um den Job von uns Trainern. Da hilft es am Ende auch nicht, dass eine Entschuldigung von der Liga kommen wird.» Und: «Diese Szene brachte das Gleichgewicht des ganzen Spiels durcheinander. Es gibt keine Ausreden, dass man das nicht gesehen hat.»

Die Wut des YB-Trainers war im Blue-Studio nachvollziehbar. Der frühere YB- und FCB-Trainer Patrick Rahmen meinte: «Es gab ein bis zwei Situationen, die diskussionswürdig waren. Wahrscheinlich hat man sich extrem auf das Handspiel fokussiert.» Gleicher Meinung war Sascha Ruefer bei SRF. «Es hätte diesen Penaltypfiff gar nicht geben dürfen», sagte er. «Meine Frage ist: Wo ist da der Urs Schnyder? Das ist der VAR. Das müsste er sehen.»

Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?

Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.

Similar Posts

  • «Der FCB ist momentan die beste Mannschaft der Liga»

    Publiziert10. November 2024, 05:01Super League: «Der FCB ist momentan die beste Mannschaft der Liga»Der FC Basel bestätigt in Yverdon seine aufstrebende Form und bekommt selbst vom Gegner grosse Komplimente.vonShaqiri mit Traumpass, Traoré mit dem Abschluss: Beim FCB passte in Yverdon vieles zusammen.SRFDarum gehtsDer FC Basel überzeugte beim 4:1 in Yverdon.Für Yverdon-Verteidiger Mauro Rodrigues ist der FCB aktuell das beste Team der Schweiz.FCB-Star Xherdan Shaqiri lobt die Mentalität seiner Mannschaft.«Stop the Count», witzelten einige FCB-Fans auf X nach der 4:1-Gala der Basler in Yverdon in Anlehnung an einen Spruch des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Rotblau musste die Leaderposition in der Super League zwar bereits nach dem Duell zwischen Servette und dem FCZ wieder abgeben, doch die letzten Auftritte nähren am Rheinknie die Hoffnung auf Grosses.«Die ganze Mannschaft hat heute Winnermentalität gezeigt», lobte Xherdan Shaqiri sein Team im Interview bei blue. Der Ex-Natistar bestätigte seine aufstrebende Form und war auch im Stade Municipal einer der besten Spieler auf dem Feld. «Es läuft bei uns sehr gut momentan. Ich hoffe, wir können so nach der Natipause weiterfahren», meinte Shaqiri, der im vierten Super-League-Einsatz hintereinander an mindestens einem Tor direkt beteiligt war.Grosses Lob vom GegnerBei seiner Präsentation in Basel nach seiner Rückkehr hatte Shaqiri bereits offen davon gesprochen, das er mit dem FCB Ende Saison gerne auf dem «Barfi» stehen wolle. Auf dem Barfüsserplatz feiern die Basler jeweils ihre Titel. Nach dem Sieg in Yverdon nimmt beim FCB niemand den Meistertitel in den Mund, dafür gibts grosses Lob vom Gegner. «Der FCB ist momentan die beste Mannschaft der Liga», erklärte Mauro Rodrigues, der bei Yverdon für den Ehrentreffer zuständig war.Für mehr reichte es den Waadtländern nicht. In Unterzahl mussten sie gegen einen überlegenen Gegner eher froh sein, nicht noch mehr Gegentore kassiert zu haben. «Hier in Yverdon ist es immer schwierig», übte sich Ex-Yverdon-Stürmer Kevin Carlos hinterher mit einer Floskel, die zumindest an diesem Samstag nicht zutraf.14 Punkte mehr als im VorjahrVor einem Jahr stand der FCB mit 11 Punkten aus 14 Ligaspielen auf dem zweitletzten Rang der Tabelle. In der laufenden Saison haben die Basler nun mit gleichviel ausgetragenen Partien satte 14 Zähler mehr auf dem Konto und setzten sich mit 25 Punkten in der Spitzengruppe der Liga fest.2011 feierte Xherdan Shaqiri auf dem Basler Barfüsserplatz mit den FCB-Fans den Meistertitel.freshfocus«Da reift etwas zusammen», befand TV-Experte Pascal Zuberbühler bei blue. Der frühere Natigoalie feierte mit dem FCB zu Aktivzeiten drei Meistertitel und zwei Cupsiege. Spielen Shaqiri und Co. so weiter wie in den letzten Wochen, könnten die FCB-Stars Ende Saison womöglich tatsächlich wieder auf dem «Barfi» mit ihren Fans feiern.Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.

  • 1,90-Stürmer aus Deutschland soll schwächelnden FCB beleben

    Thomas Müller setzt seine grosse Fussball-Karriere mit einem Auslandsabenteuer in Kanada fort. Nachdem der Vertrag in München nicht verlängert worden war, entschied sich der 35-Jährige nach einigen Wochen Bedenkzeit zu einem Wechsel in die nordamerikanische Profiliga Major League Soccer (MLS). Die Vancouver Whitecaps sind Müller neues Team – an der kanadischen Westküste erhält er einen Vertrag bis Ende 2026.«Whitecaps – let’s make history», sagte Müller in einem Video, das er im Internet veröffentlichte. Dazu schrieb er: «Es ist vollbracht.» In einer Mitteilung des neuen Vereins sagte er: «Ich freue mich darauf, nach Vancouver zu kommen und diesem Team zu helfen, die Meisterschaft zu gewinnen.» Er habe viel Gutes über die Stadt gehört, komme in erster Linie aber, um Siege zu feiern.«Thomas ist ein Weltklasse-Spieler – der ultimative Raumdeuter – bekannt für seine herausragende Chancenverwertung, sein unübertroffenes Raumverständnis und seine unermüdlichen Bewegungen ohne Ball», sagte der Whitecaps-Vorstandvorsitzende Axel Schuster in einer Mitteilung. (nih)

  • Flanke oder Schuss? Hier werden alle Hoffnungen von Biel zerstört

    Der FC Biel aus der Promotion League wollte im Final des Schweizer Cup die Sensation gegen den grossen FC Basel. Doch die Seeländer scheiterten und verloren Zwar kamen die Seeländer mittels eines Elfmeters zum Ausgleich, doch der FC Basel drehten in der Folge auf. Besonders schön: das Tor zum 4:1 durch Moustapha Cissé. Es war der Schlusspunkt des Spiels. Der FC Basel holte dank des Erfolgs über Biel das Double.

  • «Im Klassiker so unterzugehen, ist unerklärlich und eine Blamage»

    Publiziert13. April 2025, 04:43FCZ-Frust: «Im Klassiker so unterzugehen, ist unerklärlich und eine Blamage»Der FC Zürich kommt gegen den FC Basel komplett unter die Räder. Nach dem Spiel ist der Frust beim FCZ riesig.Shaqiri zauberte auch gegen den FCZ.SRFDarum gehtsDer FC Zürich verliert im Klassiker gegen den FC Basel mit 0:4.FCZ-Kamberi bezeichnet die Niederlage als Blamage und unerklärlich.Der VAR verhindert eine noch höhere Niederlage für den FCZ.Der FCZ kämpft um einen Platz in der Championship Group.«Am meisten Leid tun mir die Fans. Im Klassiker so unterzugehen, ist unerklärlich. Es ist eine Blamage», sagt Lindrit Kamberi nach der 0:4-Klatsche gegen den FC Basel. Der FCZ-Verteidiger war wie seine Teamkollegen komplett bedient nach dem Debakel gegen den grossen Rivalen.«Es war einfach ein Scheiss-Match», meint Kamberi lapidar und nervt sich über den schwachen Auftritt des FCZ. Wir haben als Mannschaft nicht den Willen gehabt, das Tor zu verteidigen. «Das Spiel ist einfach an uns vorbei gezogen», pflichtete Bledian Krasniqi bei.VAR verhindert noch grösseres FCZ-DebakelDer einzige kleine Trost aus Zürcher Sicht war, dass man am Samstagabend dank dem VAR nicht noch höher verlor. Gleich drei Mal wurde ein Basler Treffer nach Intervention aus Volketswil aberkannt, womit ein noch höheres FCZ-Debakel verhindert wurde.Bedienter FCZ nach dem Klassiker,Martin Meienberger/freshfocus«Das spielt jetzt keine Rolle. Am Ende haben wir drei Punkte verloren. Mich enttäuscht eher die Art und Weise», meint Krasniqi. FCZ-Goalie Yanick Brecher betonte, die ersten 10 Minuten seien noch gut gewesen. Danach habe nicht mehr viel funktioniert.Moniz: «Das war meine grösste Niederlage»«Die Gegentore und die aberkannten Gegentore verteidigen wir desolat», gibt Brecher zu. «In der zweiten Halbzeit hätte dann ein Feuerwerk von uns kommen müssen, aber das blieb komplett aus. Das kann es nicht sein», so der FCZ-Captain, der Nichts Positives aus dem Spiel nehmen konnte.Angreifbar gemacht hat sich nach der heftigen Niederlage auch FCZ-Trainer Ricardo Moniz, der gegen den FCB die Startformation gleich auf fünf Positionen wechselte. «Die Niederlage hat nichts mit den Wechseln, der Aufstellung oder damit, dass wir heute jung gewesen sind, zu tun», nimmt Brecher seinen Coach in Schutz. Man habe schlichtweg einfach desolat verteidigt und sei nicht parat gewesen. Ricardo Moniz war enttäuscht nach der heftigen Niederlage.freshfocusFCZ unter Druck im Rennen um die Championship GroupMoniz erklärte die Wechsel in der Startformation u.a. auch aus verletzungsbedingten Gründen. Klar ist: Die Pleite gegen Basel dürfte auch für den Niederländer nicht einfach wegzustecken sein. «Das habe ich noch nie erlebt, das war meine grösste Niederlage, seit ich hier bin», so Moniz.Für den FCZ gilt es nun am Ostermontag darum in Bern gegen YB, den Platz in der Championship Group im Fernduell mit Lausanne und St. Gallen zu sichern. «Du kannst 1 Tag lang tot sein, dann musst du wieder aufstehen. Wir sind noch nicht tot», hält der Zürcher Trainer fest.20 Minuten Fantasy LeagueStell dir vor, du kannst dein eigenes Fussballteam managen und die Topstars auf den Platz schicken – genau das bietet dir die 20 Minuten Fantasy League! Erstelle dein individuelles Dreamteam, zeig dein Gespür für Taktik und erklimme die Rangliste.Deine Spieler punkten basierend auf ihren realen Leistungen: Tore sorgen für Jubel und Extrapunkte, rote Karten können hingegen teuer werden. Strategisches Denken ist gefragt, wenn du der oder die beste Manager*in werden willst.Spannung, Wettbewerb und grossartige Preise erwarten dich jeden Monat. Bist du bereit, die Herausforderung anzunehmen?Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.