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FCB-Trainer spricht

So reagiert Fabio Celestini auf die Aussagen von David Degen

Drei Spiele, neun Punkte: Sportlich gesehen hatte FCB-Trainer Fabio Celestini letzte Woche gut lachen.
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Am Donnerstag hat der FC Basel seine erste Folge des clubeigenen Podcasts veröffentlicht. Dabei erhielt FCB-Verwaltungsratspräsident David Degen eine Plattform und redete ausführlich über verschiedene Themen. Natürlich auch über die letzten Tage, in denen publik wurde, dass vonseiten der Basler Sportkommission in der Nationalmannschaftspause intensive Gespräche mit dem Trainer sowie mit möglichen Kandidaten für eine Fabio-Celestini-Nachfolgeregelung geführt wurden.

Eine der Aussagen, die Degen in diesem Podcast tätigte: «Ich weiss nicht, ob Fabio Celestini im Sommer gehen will.» Darauf angesprochen am Tag vor dem Klassiker sagte der FCB-Trainer: «Ich habe den Podcast nicht gehört, es wurde mir aber davon erzählt.» Er habe in diesen Tagen andere Prioritäten – etwa die Vorbereitung auf das Spiel vom Samstag.

Dennoch griff Celestini das Thema nochmals auf, das in der englischen Woche aufkam, in der der FCB mit neun Punkten aus drei Spielen, einen wichtigen Schritt im Liga-Endspurt tätigte. Celestini sagt: «Ich bin absolut überrascht, was alles passiert ist.» Dann führte er aus: «Ich habe immer gesagt, dass ich im besten Verein der Schweiz bin, dass ich eine Top-Mannschaft habe. Das Wichtigste für mich ist: Ich habe viel Spass, jeden Morgen diese Jungs trainieren zu kommen. Wir sind wirklich eine Einheit.» 

Zu der Kritik, die er in der Nationalmannschaftspause zu hören bekam, sagt Celestini: «David ist sehr kritisch. Ich kann in einem Gespräch mit seinen Gedanken einverstanden sein oder nicht. Aber am Ende sagt er: Er will Meister werden. Und ich sage: Ich verfolge meinen Traum. Und Shaq will auch Meister werden. Wir alle wollen dasselbe.»

Und was ist nach Saisonende? Möchte er den FCB dann verlassen? Der Romand gibt sich diplomatisch: «Ich habe einen Vertrag und verfolge ein Ziel: Erfolg zu haben. Aber vor allem lebe ich in der Gegenwart. Ich habe keine Zeit, zu überlegen, was im Juni passieren könnte.»

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Daher sehe ich das nicht als allzu grosse Problematik.Aber sind das nicht Äusserungen, bei denen Sie sich im ersten Moment denken, dass es sie eigentlich nicht braucht.Wir gehen alle zusammen in eine Richtung, sprechen viel zusammen, und Shaqiri wird – wie andere erfahrene Spieler auch – in gewisse Prozesse miteinbezogen. Shaq darf sich dabei auch etwas mehr erlauben als die anderen. Man muss jedoch differenzieren, was geschrieben wurde und was er wirklich gesagt hat. Grundsätzlich gilt, dass Fussballer da sind, um Fussball zu spielen. Natürlich hat man auch als Spieler gewisse Bedürfnisse, doch kennt man die Hintergründe ja nicht. Ich würde auch gerne nur Spieler haben, die fünf Millionen im Jahr verdienen. Dann werden wir sicher Meister und kommen vielleicht auch in die Champions League. 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Dennoch haben wir in der letzten Saison gezeigt, dass unsere Strategie am Schluss zu einer guten Platzierung führen kann – auch wenn wir am Anfang überschaubar gespielt haben und zwischendurch eine Baisse drin war. Wir müssen unsere Strategie nicht für zwei Spiele ändern, denn der Horizont reicht ja über mehrere Jahre. Damit es für den FC Basel wieder in die Champions League reicht, muss einfach alles zusammenpassen.Die Offensive läuft noch nicht heiss, es stehen weitere Transfers bevor: Steht für den FCB nun eine weitere Findungsphase an?Das ist immer so. Gegen Ende des Transferfensters wird es für uns interessant. Bei jenen Spielern, die ihren Wunschtransfer nicht tätigen konnten, sind wir an zweiter Position bereit. Es werden sicher noch zwei, drei Wechsel passieren – das war vor einem Jahr ja ähnlich. Aber die Struktur bleibt bestehen, es wird nicht die ganze Mannschaft durchgeschüttelt. 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Minute geht der FCZ in Führung – das Orchester schlägt plötzlich düstere, dissonante Klänge an, und auf der Tribüne singt ein Fan ein himmeltrauriges Lamento: «Fast zwei Meter ist unser Langer lang und kriegt den Ball nicht aus dem Strafraum!» Doch der FCB fängt sich und gleicht in der 44. Minute aus. Zeitweise gibt es Gesangsquartette zur Abseitsfalle, eine Hymne an den Ball («Du Ball, du Runder»), Reminiszenzen an alte Zeiten ohne VAR – und Huggel erzählt von seinen Karriereanfängen in Münchenstein und Arlesheim.An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.Cookies zulassenMehr InfosDie zweite Halbzeit beginnt dann mit einer Pechsträhne – der Spieler verletzt sich, der FCB verschiesst einen Penalty, und Zürich geht 2:1 in Führung. So wird bald Kritik auf den Rängen laut: «Der denkt doch jetzt schon nur noch ans Geld» – dies, nachdem das Laster dem Spieler einen silbergrauen Lamborghini versprochen hat. Auch Trainerin Stein ist mit dem Gezeigten nicht zufrieden, schimpft mit dem Spieler und kritisiert die Sensationslust der Menge: «Wenn ihr Unterhaltung wollt, geht ins Tabourettli und schaut euch HD Läppli an.»Das Fussballoratorium ist voll von witzigen Textpassagen, die von einer raffiniert zusammengewobenen Musik – die immer wieder Melodien aus der Kurve aufnimmt – getragen werden. Alle zentralen Themen des Fussballs kommen zur Sprache, die guten wie die schlechten. Am besten bringt es vielleicht die Szene auf den Punkt, als eine Geburt verschoben werden muss, weil das Spiel noch nicht fertig ist: «Halte das Kind zurück», heisst es da, «es geht noch 16 Minuten! Plus Nachspielzeit!»Mit «Hakan» in der KabineDas musikalische Highlight des Abends ist die hochvirtuose Tugend-Arie, die die legendäre Kabinen-Szene mit Christian Gross und Hakan Yakin persifliert – Sie erinnern sich: «Als Aaregig, Hakan, doch nöd als Kritik, dammi nomal!» Und zum Schluss geht auch das Spiel gut aus: Der FCB setzt zur Aufholjagd an und erzielt in der 97. Minute das 3:2. Basel gewinnt – und damit letztlich auch die Seele des Fussballs.Auch wenn sich das Publikum beim ausgiebigen Schlussapplaus nicht ganz zu «Wär nit gumpt, dä isch kai Basler» ermutigen lässt: Dieses Fussballoratorium ist ein Genuss, besonders für jene, die sich mit Fangesängen und Anekdoten rund um den Basler Fussball auskennen. Am kommenden Dienstag wird «Der 7. Himmel» nochmals aufgeführt.«Der 7. Himmel», Dienstag, 27. 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