«Wer nicht träumt, ist tot»: Fabio Celestini hofft mit dem FC Basel auf unglaubliche zwei Monate

Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.


Super League

«Wer nicht träumt, ist tot»: Fabio Celestini hofft mit dem FC Basel auf unglaubliche zwei Monate

Als Tabellenführer gastiert der FC Basel am Sonntag (16.30, Swisspor-Arena) beim FC Luzern. Die Basler träumen in dieser Saison vom ganz grossen Coup. Gelingt dieser, hat Cheftrainer Fabio Celestini für Ende Mai eine spezielle Einlage geplant.

Exklusiv für Abonnenten

<!–>

Nach dem Sieg über den FC Sion und der Festigung der Tabellenspitze am vergangenen Samstag jubelte FCB-Trainer Fabio Celestini vor der Muttenzerkurve ausgiebig.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus

–>

Wenn Fabio Celestini von etwas überzeugt ist, dann spürt man das. Man muss ihm nur zuhören. Denn wenn er eine Botschaft vermitteln will, tut er dies mitunter mantraartig. Jeden Freitag vor dem Spiel. Jedes Wochenende nach dem Spiel.

So war es, als er den FC Basel am 31. Oktober 2023 als Trainer übernahm und er in der Folge immer wieder darauf hinwies, woher der damals krisengeschüttelte Klub und notabene Tabellenletzte kam und dass man in der Tabelle mit ihm als Cheftrainer auf Rang 4 der Super League stand.

So ist es jetzt, wo der FC Basel Anfang März Tabellenführer der Super League ist, im Cup-Halbfinal steht und wie Celestini sagt, die Chance auf «zweieinhalb unglaubliche Monate» hat, bis im besten Fall am ersten Juni-Wochenende die Saison für den FCB mit einer Cupfinal-Teilnahme endet.

Der Glaube an das Unglaubliche ist zurück

Bald eineinhalb Jahre ist der 49-Jährige nun Trainer des FC Basel. Von jenem Klub, über den er im Oktober 2021 in einem Interview mit «Le Matin Dimanche» sagte: «Ich werde den Posten bei YB und dem FCB nie bekommen.» Und auf Nachfrage, wieso er diesbezüglich so überzeugt sei, sagte er schlicht: «Weil ich es weiss.»

Zwar mag sich Celestini in dieser Sache geirrt haben. Doch mit seinem aktuellen Verdikt über die Situation des FC Basel hat er Recht: Dem FCB stehen tatsächlich potenziell zweieinhalb unglaubliche Monate bevor. Punktgleich mit Servette grüsst der FCB von der Tabellenspitze, das weitaus bessere Torverhältnis (FCB: plus 27, Servette: plus 7) hievt die Basler auf den obersten Rang.

Dahin, wo sie in dieser Saison bereits drei Mal nach einer Vollrunde standen. Dahin, wo der FC Basel früher serienweise am Ende der Spielzeit rangierte. Acht Mal in Folge. 2017 zuletzt. So nahe wie aktuell waren die Basler einem möglichen Titel in der Meisterschaft nie mehr. Der letzte Titel – jener im Cup 2019 – ist auch schon bald sechs Jahre her. Die Region, sie lechzt nach Erfolg. Und sie ist elektrisiert. Es liegt etwas in der Luft. Der Glaube an das Unglaubliche, er ist plötzlich wieder da.

Oder wie es Fabio Celestini sagt: «Es ist Anfang März, und es ist wie im Traum. Wir verdienen es zu träumen. Denn wer nicht träumt, ist tot.»

In einer Sendung mit dem Bezahlsender blue, welche den Namen «Fabio Celestini: Führt er den FCB zum Meistertitel?» trägt, sagte der FCB-Coach gar: «Träumen ist das Beste im Leben.»

Der FCB muss nicht, aber er muss es versuchen

Diesen Traum, der den FC Basel aktuell umgibt, gelte es nun, in etwas Konkretes umzumünzen. Von negativem Druck will er dabei nichts wissen. Druck, den habe er gehabt, als er den Klub übernommen habe. Als Tabellenletzter, ohne ein einziges Tor im Vormonat. Da ist sie wieder, diese mantraartige Wiederholung.

Eine solche ist auch das Saisonziel, welches der FCB in persona von Celestini und Sportchef Daniel Stucki auch jetzt noch proklamiert, wo sie doch schon das dritte Mal Leader sind: Das Erreichen der Top 6. «Nach den 33 Runden der regulären Saison schauen wir weiter», so Trainer und Sportchef unisono. In Basel hat man eine gewisse Demut gelernt.

Doch der Trainer sagt auch, dass man alles versuchen müsse, um zu bleiben, wo man ist. «Unser Schicksal ist in unserer Hand.» Sollten die Basler keine Federn mehr lassen, wären sie Meister. Potenzielle Punktgleichheit hin oder her. 2018/2019 wurde Celestini Dritter mit Lugano, die punktgleichen Thun, Luzern und St. Gallen mussten sich dahinter mit den Plätzen 4, 5 und 6 begnügen. Es ist ein Beispiel, auf welches Celestini verweist, um die Bedeutung jedes Tores und jedes Details zu erläutern.

Jedes Tor, jedes Detail, das entscheidet auch gerade jetzt, vor dem Duell des FC Basel in Luzern. Bis die Luzerner am Sonntag gegen Yverdon zwei Punkte liessen, gehörten sie zum Leaderquartett, jetzt figuriert an der Spitze nur noch ein Duo.

Das kann sich in dieser wahnwitzigen Super-League-Saison 2024/2025 nach einem Spieltag jedoch schnell wieder ändern. Doch die Basler werden alles daran setzen, ihr letztes Gastspiel in Luzern vom September vergessen zu machen: Da setzte es eine verdiente wie empfindliche 0:1-Niederlage ab. Doch damals war die personifizierte Lebensversicherung namens Xherdan Shaqiri noch nicht im Saft und wäre der Traum vom Titel noch vermessen gewesen.

Der Meistertitel fehlt ihm als Trainer

Ein halbes Jahr später ist alles anders. «Wir müssen nichts, aber wir müssen alles probieren», fasst Celestini die Devise der verbleibenden zwölf Partien zusammen. Und schiebt nach: «Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass wir es nicht versuchen.»

Es, das wäre der Gewinn des Meistertitels. Für Celestini wäre es der erste als Trainer und der erst zweite nationale Titel nach dem Cup-Triumph mit dem FC Luzern im Jahr 2021. Jenem Jahr, in dem er sich so sicher war, nie Cheftrainer des FC Basel zu werden. Jetzt ist er es, so lange wie noch keiner unter der Führung von David Degen.

Sollte ihm das Unglaubliche in zweieinhalb Monaten tatsächlich gelingen, hat Celestini bei blue bereits ein Versprechen gegeben: Dann wird er tanzen. «Ein Tanz, zwei. Hier in der Mitte des Feldes, in der Stadt. Wo du willst!»

Powered by wpmegacache.com