Dank unfreiwilligem Kololli und Shaqiris Pass-Tor: Der FCB gewinnt gegen Sion mit 2:0

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Dank unfreiwilligem Kololli und Shaqiris Pass-Tor: Der FCB gewinnt gegen Sion mit 2:0

Der FC Sion bleibt ein in Basel sehr gern gesehener Gast. Der FC Basel bezwingt die Walliser dank zwei Treffern in der ersten Halbzeit, auch weil mit Benjamin Kololli ein ehemaliger Basler gütig mithilft. Dank des Sieges festigt der FCB die Leaderposition.

Marc Schumacher / freshfocus

Das Spiel: Die Einlaufkinder im Fasnachtskostüm, die Spieler des FC Basel in speziell für dieses Spiel entworfenen Fasnachtstrikots, aus den Stadionboxen klingen Piccolo-Klänge. Auch wenn es noch eine Woche geht, bis die Fasnacht in Basel losgeht, so ist sie an diesem Spiel zwischen dem FCB und Sion doch omnipräsent. Und sie bleibt es auch während des Spiels. Denn wie das Heimteam in der 17. Minute erinnert stark an die verrückte und skurrile Fasnachtsszeit.

Denn eine komplett harmlose Flanke Dominik Schmids köpft Benjamin Kololli völlig unbedrängt im eigenen Strafraum am verdutzten Sion-Torhüter Timothy Fayulu vorbei ins Tor. Was es noch kurioser macht: Es ist ausgerechnet Kololli, der bis im Winter noch das Trikot des FCB anhatte und dann ins Wallis wechselte. Und der im Dienste seiner neuen Mannschaft seine alte reichlich beschenkt.

Der FC Basel braucht dieses Geschenk auch. Denn zu Beginn findet er gar nicht in den Tritt. Vielmehr ist es Sion, das agiert, sich in Person von Théo Berdayes früh eine vielversprechende Chance erarbeitet und kurz darauf auch trifft – jedoch aus einer Abseitsposition. Der FCB wird bis zum skurrilen 1:0 kaum gefährlich.

Nach der unverhofften Führung braucht er nicht lange, um sie auszubauen (25.). Und erneut ist der Treffer kurios. Xherdan Shaqiri spielt einen Pass auf Schmid, der den Ball im Strafraum stehend durch seine Beine lässt und damit Torhüter Fayulu bereits zum zweiten Mal verdutzt dem Ball nachsehen lässt. Denn dieser kullert ohne jegliche Berührung am weiten Pfosten ins Tor. Ein unbedrängter Kopfball als Eigentor, ein Pass als Treffer – das Drehbuch könnte auch aus der raffinierten Feder einer Schnitzelbank stammen.

Doch dieses kurze Spektakel voller Kuriositäten findet keine Fortsetzung. Der FCB bestimmt zwar das Geschehen, beschränkt sich offensiv aber nur auf das Nötigste. Sion verdient sich die Auszeichnung, die im Berufsleben nicht gern gesehen ist: stets bemüht. Aber bis auf mehr oder weniger gefährliche Schüsse von Kololli und Ilyas Chouaref schaut nur wenig heraus. So nimmt der FCB mit einem Schuss aufs Tor eine 2:0-Führung mit in die Pause, wobei der eine Schuss eigentlich auch mehr ein Pass war.

In der zweiten Halbzeit passt sich das Spiel dann endgültig der Aussentemperatur an. Einzig Anton Kade wirbelt vor allem zu Beginn, kommt auch zum Abschluss. Ansonsten: viel Leerlauf. Und Sittener Gäste, die offensiv nicht mehr zur Geltung kommen. Erst in den letzten zehn Minuten machen sich die Akteure auf, doch noch im gegnerischen Strafraum unternehmungslustig zu werden. Finn van Breemen verpasst die Entscheidung in der 80. Minute nach einer Ecke artistisch nur knapp, die eingewechselten Gabriel Sigua und Bénie Traoré daraufhin ebenso. Auf der anderen Seite trifft Dejan Sorgic gegen defensiv plötzlich nachlässige Basler nur die Latte, Théo Bouchlarhem und Noé Sow verpassen den Anschlusstreffer ebenfalls.

So rettet der FC Basel die Führung über die Zeit und baut eine eindrückliche Serie gegen den FC Sion aus. In seinen nun 36 Heimspielen gegen die Sittener ist er stets ungeschlagen geblieben, eigentlich unvorstellbar. Wichtiger ist jedoch, dass er vorübergehend seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auf drei Punkte ausbaut. Nun sind Luzern, Servette und Lugano gefordert, die allesamt nachziehen müssen.

Der Beste: In einem Spiel, in dem offensiv nur wenig läuft, sticht ein Defensivspieler hervor. Adrian Barisic verteidigt stark und hat den Laden hinten, bis auf die Schlussminuten, mit seinem neuen Partner Finn van Breemen im Griff.

Das gab zu reden: Wie der FC Basel in der ersten Hälfte zwei Tore erzielt, weiss er wohl selber nicht. Vor allem das Eigentor von Kololli zum 1:0 ist an Kuriosität nicht zu überbieten. Der ehemalige Basler köpft den Ball völlig unbedrängt ins eigene Tor. Es ist eine Starthilfe, die der FCB in diesem Spiel auch braucht.

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