
Celestinis beeindruckende Serie und die Ansage von Ajeti nach dem 3:1 in Carouge
Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.
Schweizer Cup
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Celestinis beeindruckende Serie und die Ansage von Ajeti nach dem 3:1 in Carouge
Der FC Basel krampft sich nach grossen Problemen mit drei Toren in der Schlussphase in Carouge doch noch in den Halbfinal des Schweizer Cups. Ein Ereignis, das für den weiteren Verlauf der entscheidenden Wochen der Saison wichtig sein könnte und das bei mehreren Beteiligten Kampfansagen weckt.
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Zwei Basler Helden von Carouge: Albian Ajeti und Kevin Carlos zeigen, dass sie auch gemeinsam auf dem Feld stehen und für Tore verantwortlich sein können.
Fabio Celestini und der Schweizer Cup haben eine besondere Beziehung. Von den letzten 15 Cupspielen als Trainer hat der 49-Jährige 13 gewonnen. Nur vergangene Saison mit dem FCB nach Elfmeterschiessen gegen Lugano und 2020 mit Luzern nach Verlängerung gegen YB hat er mit seinen Teams eine Cup-Partie verloren. Und auf dem Weg zum Cuptitel 2021 mit dem FCL wandelte sein Team wie auch der FC Basel am Mittwoch in Carouge die Spiele gegen Chiasso und Lugano nach Rückstand noch in einen Sieg um.
«Am Ende interessiert niemanden, wen du auf dem Weg in den Final besiegt hast und wie du weitergekommen bist. Es zählt nur das Erreichen», sagt ein sichtlich erleichterter Celestini nach dem für ihn nervenaufreibenden Spiel im Stade de la Fontenette in Carouge. Sein Team hat soeben den Viertelfinal gegen einen beschwingt aufspielenden Challenge-Ligisten dank drei Treffern innert drei Minuten und 45 Sekunden in der Schlussphase gedreht und somit ein neuerliches peinliches Ausscheiden gegen Etoile Carouge wie schon 2021 gerade noch verhindert.
Celestini hat sich schon mit dem Aus befasst
Nach dem verschossenen Penalty durch Xherdan Shaqiri – dem zweiten Fehlschuss seit der Rückkehr bei vier verwandelten Elfmetern – und dem kurz darauf folgenden Konter zum 1:0 für Carouge zweifelte auch Celestini am Weiterkommen seines FCB: «Ich dachte nach dem Gegentor: Das ist heute eine typische Pokalnacht, in der der Favorit nach Hause fährt.»
Doch so kam es nicht. Und plötzlich kann der FC Basel aus einem Grottenkick doch noch reichlich Energie saugen. «Mit einem Weiterkommen regeneriert es sich besser», sagt Celestini. Und der doppelte Flankengeber vor den ersten beiden Basler Toren, Dominik Schmid, sagt: «Die Reaktion war wichtig. Das Erlebte kann uns noch mehr zusammenschweissen.»
Dominik Schmids Flanken fanden lange keinen Abnehmer, ehe Albian Ajeti und Kevin Carlos in der Schlussphase doch noch kurz vor dem Torerfolg gefunden wurden.
«Das heute ist ein klares Zeichen, dass wir eine Mannschaft sind. Denn ohne ein gutes Teamgefüge verlierst du diese Spiele», sagt Celestini. Anders als der Trainer hatten sowohl Schmid als auch der zweifache Assistgeber Albian Ajeti nach eigener Aussage nie Zweifel an der Wende. «Die erste Halbzeit war echt nicht gut. Aber nach der Pause, in der es laut wurde, war ich mir auch nach dem Rückstand sicher, dass wir noch vor der 90. Minute zu einem Tor kommen werden. Es war nur eine Frage der Zeit», sagt Ajeti, der an seinem 28. Geburtstag auch die ersten beiden Skorerpunkte im Jahr 2025 feierte.
Auf das Ende seiner seit dem 9. November andauernden Durststrecke angesprochen, sagt der Stürmer lapidar: «Ich wusste, dass ich irgendwann wieder an Toren beteiligt sein werde, wenn ich spiele.» Durch die Saison-Assists sechs und sieben liegt Ajeti in der FCB-internen Skorerliste mit 14 Punkten jetzt wieder auf Rang zwei. Und zu seiner ungeklärten Zukunft mit dem im Sommer auslaufenden Vertrag sagt er: «Noch ist nichts entschieden. Aber wer mich kennt, weiss, wie mein Wunsch lautet.» Ein langfristiger Verbleib in Basel.
Die zweite Garde darf sich gebraucht fühlen
Die Wende von Carouge ist auch ein Sieg der Einwechselspieler. Mit Gabriel Sigua trug sich neben Ajeti ein weiterer Joker mit dem wichtigen Tor zum 1:1 ins Telegramm ein. «Wenn du Erfolg haben willst, brauchst du das gesamte Kader. Die Einwechselspieler gewinnen jeweils das Spiel am Ende», sagt Celestini. Mit dieser Argumentation holt er auch die Spieler ins Boot, die wie Sigua oder Ajeti zuletzt nur wenige Minuten bekamen. Aussen vor scheinen aktuell nur Taulant Xhaka und Nicolas Vouilloz zu sein, für die auch in Carouge kein Platz im Kader war.
Fabio Celestini ist sich bewusst, dass er in dieser Saison mit dem FC Basel Titel gewinnen kann.
Zwei weitere Siege fehlen dem FC Basel im Schweizer Cup noch zum ganz grossen Triumph. Mit Promotion-Ligist Biel ist am Donnerstagabend neben Lausanne und dem Sieger der Partie YB gegen FC Zürich (Do., 20.30 Uhr, SRF zwei) zudem ein weiteres vermeintlich einfaches Los in der Trommel. Ebenfalls verlockend: Der Gewinner des Schweizer Cups steigt in der kommenden Saison in der dritten Runde der Qualifikation für die Europa League ein und muss nur eine Runde für eine europäische Gruppenphase überstehen.
«Wir wissen, was wir in dieser Saison schaffen können. Keiner lässt nach im Training, der Staff pusht und alle ziehen gut mit. Es liegt eine Spannung in der Luft. Die braucht es, wenn man Grosses erreichen will», sagt Schmid. Und Ajeti wird noch konkreter: «Das Ziel lautet ganz klar Cupfinal. Das braucht dieser Verein.»
Er war im letzten Cupfinal mit Basler Beteiligung 2019 beim 2:1-Sieg gegen Thun der Torschütze zum 1:0 und würde dieses Erlebnis nur zu gerne wiederholen. Mit Shaqiri, Marwin Hitz (in Deutschland) und Celestini gehört Ajeti zu den wenigen Protagonisten beim FCB, die bereits einen Pokalsieg gefeiert haben. Celestini stellte sein bemerkenswertes Cup-Gen auch schon als Spieler unter Beweis. In fünf Cupfinals (drei mit Lausanne und zwei mit Getafe) ging er zweimal als Sieger vom Platz. Celestini sagt: «Wir haben eine gute Phase, bis jetzt im Jahr 2025 noch kein schlechtes Spiel gemacht und können in den nächsten Monaten Unglaubliches erreichen.»
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