Trotz Lob des Sportdirektors: Steht Albian Ajeti vor seinem dritten Abgang beim FC Basel?

Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.

Trotz Lob des Sportdirektors: Steht Albian Ajeti vor seinem dritten Abgang beim FC Basel?

Das Jahr 2025 war bislang eines zum Vergessen für Albian Ajeti. Nicht berücksichtigt im ersten Spiel, danach ein Platzverweis und eine Drei-Spiele-Sperre. Nun soll der FC Basel gar einen Abnehmer für seinen Stürmer suchen.

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Quo vadis, Albian Ajeti? Der Stürmer hat beim FC Basel einen schweren Stand – und nur noch Vertrag bis im Sommer.

Bild: Urs Lindt / freshfocus

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Die Ansage zu Beginn des Jahres war klar: «Meine Zukunft liegt in Basel. Das weiss der Verein und das weiss auch ich», sagte Albian Ajeti in einem Interview, noch bevor der FC Basel den Trainingsbetrieb nach der Winterpause wieder aufgenommen hatte.

Das war im Januar, fast genau ein Jahr, nachdem Ajeti zurück zum FC Basel gekehrt war. Mal wieder. Sein drittes Abenteuer beim FCB begann für den heute 27-jährigen Stürmer aber unter schwierigen Vorzeichen. Im Communiqué wurde Ajetis mangelhafter Fitnesszustand deutlich gemacht. So deutlich wie selten zuvor. Es wurde an die Geduld appelliert – von der Öffentlichkeit, aber auch vom Spieler.

Ajeti, in seinen ersten beiden Zeiten beim FCB nicht unbedingt für ebendiese Charakteristik bekannt, nahm die Situation an. Mit Sonderschichten erarbeitete er sich bei seinem Jugendklub wieder eine Fitness, mit welcher er in der Super League eine Hilfe sein kann. Ab Sommer erklärte er selbst die Schonfrist für beendet, forderte von sich Leistung ein.

Und Ajeti erbrachte diese: Vier Tore und drei Assists sammelte er alleine in den ersten sechs Saisonspielen der laufenden Saison, war Teil einer begeisternden Offensive um Bénie Traoré und Thierno Barry. Auch heute noch ist Ajeti hinter Shaqiri (22) und Traoré (13) mit zwölf Skorerpunkten der drittbeste Basler. Obwohl er zuletzt im September in der Startelf stand.

Die folgenschwere Verletzung

Es folgte das Spiel gegen YB, welches er angeschlagen verpasste. Ebenso die nächste Partie gegen St. Gallen. Es war nur eine kleine Verletzung, doch es reichte, um die Hierarchien im Basler Sturm zu verschieben. In der Folge war es der neu verpflichtete Kevin Carlos, der zum Stürmer Nummer 1 avancierte. Seither ist Ajeti nur noch Back-up. In neun Einsätzen kamen nur noch je ein Tor und Assist zusammen.

Celestini bevorzugt in Lugano Bradley Fink

Über diese Rolle wolle er hinauskommen, das sei das Ziel für die zweite Saisonhälfte, erklärte der 27-Jährige zu Jahresbeginn im Interview mit «20 Minuten». Doch seither ist es für den Basler nur komplizierter geworden. Das erste Pflichtspiel des Jahres verpasste er. Nicht, weil er angeschlagen war, sondern weil ihn Fabio Celestini schlicht nicht ins Aufgebot nahm. Die Erklärung des FCB-Coaches: Das Profil von Bradley Fink habe besser zum Gegner Lugano gepasst und mehr als eine klassische Neun wollte er nicht auf die Bank setzen.

Im Folgespiel gegen Sion war Ajeti dabei. In der 69. Minute eingewechselt, gelang ihm wenig Bemerkenswertes. Bis er in der 95. Minute eine Tätlichkeit beging und vom Feld flog. Drei Spielsperren waren die Konsequenz, ausgerechnet in einer englischen Woche, in welcher Spielzeit realistisch gewesen wäre.

Besuch in der Kurve: Albian Ajeti (links) und Dominik Schmid, beide gesperrt, fiebern in den Schlussminuten des Heimspiels gegen Luzern mit, das sie unter den Stehplatzfans verfolgt hatten.

Besuch in der Kurve: Albian Ajeti (links) und Dominik Schmid, beide gesperrt, fiebern in den Schlussminuten des Heimspiels gegen Luzern mit, das sie unter den Stehplatzfans verfolgt hatten.

Bild: Imago

Ajeti hat sich seither nicht geäussert, sein Trainer wiederum sprach von Frust, den der Spieler rausgelassen habe. «Das ist schade.» Seine Karten hat Ajeti damit beim FCB nicht verbessert. Dabei spielt er um seine Zukunft. Sein Vertrag läuft nur noch bis Sommer.

Im Rahmen der Xhaka-Medienkonferenz am Donnerstag hat FCB-Sportdirektor Daniel Stucki bezüglich Spekulationen um eine Vertragsverlängerung bei einer gewissen Anzahl Spiele verdeutlicht: «Es gibt keine Option, darum geht es schon lange nicht mehr.»

Stucki beteuert, dass der Klub mit dem Basler auch in der Rückrunde plant: «Wir sind froh, Albian Ajeti bei uns zu haben, und wir werden sehen, wo sein Weg hinführt.» Es habe demnach bereits mehrere Gespräche mit dem Spieler gegeben.

Wurde Ajeti Servette angeboten?

Während Ajeti gegen Lausanne am Sonntag (16.30 Uhr) wieder spielberechtigt ist, sind neue Gerüchte um seine Person aufgetaucht. Wie die NZZ schreibt, suchte die FCB-Führung einen Abnehmer für Ajeti. Er sei unter anderem Servette angeboten worden, die Genfer hätten jedoch abgelehnt. In der Schweiz ist das Transferfenster noch bis am kommenden Montag, 17. Februar, geöffnet.

Die Konkurrenzsituation hat sich für Ajeti verschärft, weil neben Carlos auch Winter-Neuzugang Philip Otele bereits bewiesen hat, dass er eine torgefährliche Option sein kann. Der Nigerianer kann nicht nur über die Flügel kommen, sondern wie gegen Servette auch im Sturmzentrum auflaufen.

Dass Ajeti selbst mit seiner Situation unzufrieden ist, liegt auf der Hand. Wer seine Ansprüche und seinen Stolz kennt, dürfte dahinter kein Fragezeichen setzen. Schliesslich wollte sich der Stürmer mit guten Leistungen auch wieder für die Nationalmannschaft aufdrängen.

Ob er das noch bei seinem Herzensklub wird tun können? Am Donnerstagnachmittag, als sich die Wege von FCB-Spielern nach Training und Mahlzeit mit den Journalisten beim Xhaka-Termin kreuzten, raunte Ajeti eine knappe Botschaft zu: «Ich bin hungrig. Sehr hungrig.» Gegessen hatte er da bereits.

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