
Taulant Xhaka und das Ende seiner Karriere beim FC Basel: «Ich bin mit mir im Reinen»
Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.
Spielerlegende
Taulant Xhaka und das Ende seiner Karriere beim FC Basel: «Ich bin mit mir im Reinen»
Taulant Xhaka über sein bevorstehendes Karriereende, die Dankbarkeit dem FC Basel gegenüber und die Hoffnung auf finale 34 Minuten.
«Ich will, darf ich das sagen, Meister und Cupsieger werden» – Taulant Xhaka am Donnerstag, als er vor den Medien seinen Entschluss erläutert, zum Saisonschluss seine Karriere nach 15 Profijahren beim FC Basel zu beenden.
Aufgeräumt wirkte Taulant Xhaka, als er am Donnerstag nach dem Training und dem Mittagessen mit der Mannschaft vor die Medien tritt, um über sein Karriereende zum Saisonschluss zu reden. An seiner Seite sitzt FCB-Sportdirektor Daniel Stucki, der erklärt, wie einfach es das Basler Urgestein dem Klub gemacht hat, und der betont: «Die Tür für Taulant wird beim FC Basel immer offen stehen.»
Ob die Trikot-Rückennummer 34 wie schon im Fall von Massimo Ceccaroni (2) und Fabian Frei (20) oder dem «Zwölften Mann», den Fans (12), künftig nicht mehr vergeben wird beim FCB, darüber ist noch nicht entschieden. Einen «grossen Abschied» im letzten Saison-Heimspiel für den dann 34-jährigen Taulant Xhaka kündigte Stucki aber schon mal an.
Desweiteren erzählte Taulant Xhaka über…
… die Emotionen und Reaktionen, als das Karriereende am Mittwoch bekanntgegeben wurde.
Es war krass. Da kamen mehrmals die Tränen. Ich konnte viele Telefonate nicht entgegennehmen. Alex Frei hat sehr früh angerufen, zu früh für mich, und hat eine sehr positive Nachricht hinterlassen. Den muss ich noch zurückrufen. Heute ist es besser. Aber das letzte Spiel im Mai wird dann sicher noch mal sehr emotional.
… die Last, die ihm mit dem Schlussstrich genommen ist.
Wenn ich ehrlich bin, ist durch die Entscheidung ein grosser Druck abgefallen. Ich fühle mich 20 Kilo leichter und befreit. Ich bin mit mir im Reinen.
… den Prozess bis zur Entscheidungsfindung.
Ich habe mich schon länger mit dem Gedanken beschäftigt und viel mit meiner Frau darüber gesprochen. Ich finde: Jetzt ist der beste Moment, da es gerade gut läuft. Ich war immer im ehrlichen Austausch mit Daniel Stucki. Vor zwei, drei Wochen habe ich das finale Gespräch gesucht.
… seine geringe Einsatzzeit in dieser Saison.
Ich hätte gerne mehr gespielt, klar. Aber die wenige Einsatzzeit allein ist nicht der Hauptgrund. Ich wollte in einem positiven Moment aufhören und nicht, wenn wir wieder im Abstiegskampf sind.
… die Neuverteilung der Captainbinde.
Das hatte keinen Einfluss. Ich wollte nur im Guten aufhören, und mein Gefühl sagt mir, dass dieses Jahr etwas möglich ist.
… die finanzielle Einigung mit dem Klub über seinen ursprünglich bis 2027 laufenden Vertrag.
Da will ich keine Details erzählen. Die Gespräche waren ehrlich. Es lief gut, und es gab keine grossen Diskussionen. Es ging schnell und problemlos. Da bin ich Daniel Stucki sehr dankbar.
… über eine Anschlusslösung beim FC Basel.
Der FCB hat mir angeboten, im Klub bleiben zu können. Aber ich brauche Abstand, werde Zeit mit der Familie verbringen und mich erholen. Den Trainerschein mache ich sicher. Und dann schauen wir weiter.
… den zerplatzten Traum, noch einmal mit seinem Bruder Granit für den FCB aufzulaufen.
Es ist schade, dass wir nie mehr gemeinsam auf dem Platz stehen werden. Aber ich mache jetzt meine Trainerscheine, Granit ist da auch schon dran, und vielleicht sieht man uns ja als Duo irgendwann an der Seitenlinie – Granit als Cheftrainer und ich als sein Assistent.
… den Einfluss von Granit Xhaka auf seine Entscheidung.
Er war natürlich stets informiert. Aber er hat mich in keine Richtung gepusht. Er hat mich verstanden und steht immer hinter mir.»
… die Option, noch ein bisschen auf Amateurlevel zu kicken.
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Aber ich habe viele Kollegen beim VfR Kleinhüningen. Wer weiss, vielleicht spiele ich irgendwann dort. Just for fun.
… das schönste unter den bislang 406 Spielen für den FC Basel.
Das war 2014 das 1:1 in Liverpool, mit dem wir in der Champions League in die Achtelfinals gekommen sind.
… seine Trikot- und Pokalsammlung und den Ehrenplatz für das liebste Stück.
Im Sommer wird unser Haus in Muttenz fertig. Da wird alles seinen Platz haben und natürlich das Trikot von Cristiano Ronaldo aus dem Champions-League-Spiel 2014 bei Real Madrid.
… seine Wünsche für den Rest der Saison.
34 Minuten im letzten Spiel wären cool. Ich bin parat und zur Stelle, wenn man mich braucht. Vor allem aber will ich – darf ich das sagen? (schaut zu FCB-Sportdirektor Daniel Stucki neben ihm; Anm. d. Red.) – Meister und Cupsieger werden. Dafür gebe ich bis zum Schluss alles.
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