
Stucki adelt Taulant Xhaka und blickt auf eine ungewöhnlich ruhige Transferzeit zurück
Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.
Stucki adelt Taulant Xhaka und blickt auf eine ungewöhnlich ruhige Transferzeit zurück
Mit Taulant Xhaka fällt bald eine Basler Identifikationsfigur weg. Die Zukunft von anderen mit FCB-DNA wie Albian Ajeti ist offen.
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FCB-Sportdirektor Daniel Stucki (rechts) am Donnerstag neben Taulant Xhaka.
Die jüngste Akquise des FC Basel für sein Spielerpersonal betrifft nicht die erste Mannschaft, sondern die Junioren. Von Servette Genf stösst eine 16-jährige Stürmerhoffnung mit dem schönen Namen Evelyn Boum Um zur Juniorenabteilung. Eingefädelt hat den Wechsel mitten in der Saison das Beratungsbüro SBE von Philipp Degen, und nach zehn Toren in zwölf Spielen für die U17 von Servette soll der Kameruner beim FCB in der U19 seine Ausbildung fortsetzen.
Für sein Super-League-Kader hat der FCB seine Aktivitäten abgeschlossen. Wenn am Montag das Wintertransferfenster geschlossen wird, schaut der FCB auf eine vergleichsweise ruhige Wechselperiode zurück. Zwei neue Spieler sind dazugekommen, zwei sind weg und sechs weitere ausgeliehen worden.
«Wir haben immer gesagt, dass wir in diesem Winter nicht viel machen wollen, weil wir an die Entwicklung der Mannschaft glauben», sagte FCB-Sportdirektor Daniel Stucki am Donnerstag im Rahmen der Medienkonferenz zum angekündigten Karriereende von Taulant Xhaka. Stürmer Philip Otele war die eine Ausnahme, der Mittelfeldspieler Metinho eine zweite, weil sich die Opportunität ergeben hat. «Wir waren an Metinho bereits im Sommer interessiert.» Kaio Eduardo, ein weiterer Offensivspieler, der nach der Verpflichtung umgehend nach Vaduz ausgeliehen wurde, nennt Stucki einen «Perspektivspieler».
Das Basler Einkaufsverhalten ist quasi nichts im Verhältnis zu vorangegangenen Transferperioden. Die Konkurrenz im Kopf-an-Kopf-Rennen hat sich prominente Namen gegönnt; der FC St.Gallen Jean-Pierre Nsame, den mehrfachen Torschützenkönig, YB hat Christian Fasnacht zurückgeholt, in Pajtim Kasami ist ein Ex-Basler zurück in Sion, und der FCZ hat sich neben dem GCler Steven Zuber mit dem schlecht beleumundeten Ex-Weltmeister Benjamin Mendy eine zweite Aufmerksamkeit erregende Verpflichtung geleistet.
Der FCB hat seinen Coup bereits im August mit der Heimholung von Xherdan Shaqiri gelandet. Und mit der Bekanntgabe von Taulant Xhakas Karriereende zum Saisonschluss ist ein heisses Eisen vom Feuer. Anders als im Fall von Rekordspieler Fabian Frei oder Michael Lang bekommt der FCB den Abgang des ewigen Tauli ohne Verletzungen und Irritationen hin.
«Jede Personalie hat ihre eigene Geschichte, das sollte man nicht vergleichen», sagt Stucki dazu. «Taulant hat eine ganz spezielle Geschichte mit dem FCB, eine einmalige, vielleicht noch vergleichbar mit Massimo Ceccaroni. Das gibt es heutzutage fast nicht mehr. Und Taulant hat es uns einfach gemacht, indem er proaktiv auf uns zugekommen ist. Er hat selbst entschieden und es ist nicht von Nebengeräuschen begleitet gewesen. Es kam unerwartet für uns, aber auf eine gute Art und Weise.»
Stuckis Loblied und die Suche nach FCB-DNA
Neben allen Emotionen, die Xhakas ausklingende Zeit beim FC Basel begleiten werden, ist auch klar, dass er nebst einem gehörigen Posten auf der Lohnliste auch einen Platz im Kader freimachen wird. «Wir haben ein, zwei ausgeliehene Spieler, die dadurch zum Handkuss kommen können», sagt Stucki und macht deutlich: «Taulant zu ersetzen, die 15 Profijahre beim FCB, das ist gar nicht möglich.»
Die Identifikation der Fans mit Klub und Mannschaft aufrechtzuerhalten, obliegt künftig anderen. «Wir versuchen, ein Gerüst mit Spielern wie Xherdan Shaqiri, Albian Ajeti, Dominik Schmid oder Mirko Salvi zu haben, die Basler DNA besitzen und verinnerlicht haben und die Mannschaft ein Stück weit tragen können.»
Ob sich die Perspektiven für Ajeti, der zuletzt hinten anstehen musste, dadurch verbessern? Stucki sagt: «Identifikation erhöht die Chance, beim FCB eine wichtige Rolle übernehmen zu können, aber es herrscht das Leistungsprinzip. Albian Ajeti macht es super, er ist sehr fit. Albian ist wichtig für uns, und ich hoffe, er trifft noch ein paar Mal.» Klar ist, dass Ajetis Vertrag im Sommer ausläuft. Gespräche über eine Verlängerung laufen seit geraumer Zeit.