Mohamed Dräger nach dem Braunschweig-Debüt: «Ich erfuhr aus den Medien, dass der FC Basel nicht mehr mit mir plant»

Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.

Mohamed Dräger nach dem Braunschweig-Debüt: «Ich erfuhr aus den Medien, dass der FC Basel nicht mehr mit mir plant»

Mohamed Dräger konnte in anderthalb Jahren in Basel keine grossen Stricke zerreissen und wechselte im Winter zu Eintracht Braunschweig. Nach seinem Debüt spricht der Rechtsverteidiger mit der bz auch über die schwierige Zeit in Basel.

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Mohamed Dräger spielte am Sonntag im Wildparkstadion des Karlsruher SC zum ersten Mal im Trikot von Eintracht Braunschweig.

Bild: Imago

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Mohamed Dräger ist wieder glücklich. Zum ersten Mal seit April 2024 steht der 28-Jährige wieder einmal in einem Pflichtspiel in der Startelf. Das rot-blaue Shirt des FC Basel hat der Rechtsverteidiger in der Winterpause gegen das gelb-blaue von Eintracht Braunschweig getauscht. Beim Gastspiel der Löwen im Wildparkstadion in Karlsruhe spielt der Winterneuzugang am Sonntag erstmals für Braunschweig, seine neue Heimat. Und das erfolgreich. Der Vorletzte der 2. Bundesliga klettert durch den 2:0-Sieg beim KSC auf den Relegationsplatz. «So machen die sechs Stunden Busfahrt Spass», sagt Dräger nach dem Spiel im Gespräch mit der bz.

Dräger, der beim SC Freiburg das Fussballspielen lernte, hofft, in Braunschweig auch langfristig Spass zu haben. Spass, den er in den letzten anderthalb Jahren in Basel auf dem Platz nur wenig hatte. «Es war eine schwierige Zeit. Im ersten Jahr habe ich zwar viel gespielt, aber wir waren nicht gut, was das ganze Team in einen Negativstrudel zog», bilanziert Dräger. Wegen einer Hüftverletzung verpasst er die Sommervorbereitung und den Saisonbeginn, ehe sein Eigentor in Bern beim Comeback im vergangenen Oktober einem unglücklichen Karriereabschnitt die Krone aufsetzt. «Da kam wirklich alles zusammen», sagt Dräger, der aufgrund eines Muskelfaserrisses auch auf den Afrika-Cup 2024 mit Tunesien verzichten muss.

Ein Eigentor wird immer mit Dräger verbunden sein

Sein wunderschönes Eigentor, bei dem eine Klärung im Winkel landet, ist die letzte Aktion des Tunesiers im Trikot des FCB. «Das war die Spitze einer schwierige Zeit», sagt Dräger. Die Verarbeitung erleichtert, dass Dräger zwei Tage nach dem Fauxpas zum ersten Mal Vater wird. Auch über die Sprüche der Kollegen, die in der FCB-Kabine im Anschluss auf ihn warten, kann der Gute-Laune-Bär bald wieder lachen.

Doch Drägers Kapitel in Basel endet im Winter. Trainer Fabio Celestini erklärt nach dem Wechsel: «Mo hatte eine tolle Einstellung, aber sportlich hat die Leistung nicht gestimmt. Wir sind hier nicht, um Spass zu haben.»

Kurz vor Weihnachten erfährt Dräger aus den Medien, dass der Verein nicht mehr mit ihm plant und den Verteidiger anderthalb Jahre vor Vertragsende gerne abgeben würde. «Mit mir hat vorher nie jemand das Gespräch gesucht. Aber so läuft das halt in Basel», sagt Dräger und lacht. «Ich bin ja auch kein Vollblinder. Ich habe schon gespürt, dass es für beide Seiten wohl besser ist, wenn man sich trennt. Vor allem wollte ich gerne wieder in einem echten Fussballland spielen.»

Ein Abgang ohne grosse Worte

Das Gespräch mit den Verantwortlichen beim FCB sucht Dräger nach der Lektüre der Ausmusterungsberichte nicht. Stattdessen schaut er sich anderweitig um und findet mit Braunschweig einen Abnehmer. Der Deutsche Meister von 1967 freut sich im Abstiegskampf über durchschnittlich 20’796 Besuchende. Ein Wert, mit dem Braunschweig auf Rang zwölf der 2. Bundesliga liegt, wo aufgrund taumelnder Riesen wie Hamburg, Köln, Schalke, Hertha, Düsseldorf, Kaiserslautern oder Hannover sogar regelmässig mehr Fans im Stadion sind als in der 1. Bundesliga.

Mohamed Dräger trug 24 Mal das Trikot des FC Basel.

Mohamed Dräger trug 24 Mal das Trikot des FC Basel.

Bild: Urs Lindt/Freshfocus

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«1. und 2. Bundesliga ist einfach cool. Vor solchen Kulissen wie heute mit 30’000 in Karlsruhe zu spielen, macht grossen Spass», erklärt Dräger den Hauptgrund für seinen Wechsel nach Deutschland. Nach seiner Zeit beim SC Freiburg (2 Bundesliga-Spiele) und in Paderborn (18 Bundesliga- und 32 2.-Bundesliga-Spiele) wollte er noch einmal vor etwas mehr Menschen und in etwas grösseren und lauteren Stadien spielen: «Bitte nicht falsch verstehen, aber in der Schweiz ist nur Basel eine echte Fussballstadt», sagt Dräger, der in der Super League auch für anderthalb Saisons das Trikot des FC Luzern trug.

Dräger ist gemäss «Kicker» der schwächste Mann

Dass es ihm noch an Spielpraxis fehlt, ist am Sonntag deutlich. Dräger verliert einige Bälle, welche den Gegner zu Chancen einladen, sieht Gelb, rutscht beim Flanken im falschen Moment aus, wird nach einer Stunde ausgewechselt und bekommt vom Fachmagazin «Kicker» die Note 5. Es ist die schlechteste Note aller Spieler auf dem Feld. «Es wäre beängstigend, wenn alles schon wie am Fliessband laufen würde. Ich brauche noch ein paar Minuten Einsatzzeit. Aber aufgrund meiner Erfahrung weiss ich, dass ich relativ schnell in den Rhythmus komme», sagt Dräger.

Mohamed Dräger war gegen Karlsruhe noch kein grosser Faktor im Braunschweiger-Team. –> <!–>

Mohamed Dräger war gegen Karlsruhe noch kein grosser Faktor im Braunschweiger-Team.

Bild: Imago/Ralf Brueck

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Mit guten Leistungen will er dazu beitragen, dass Braunschweig die Klasse hält und Dräger, der einen Vertrag bis 2026 unterschrieben hat, auch im kommenden Jahr in der 2. Bundesliga spielen kann. Dann wäre Mohamed Dräger auch sportlich wieder glücklich.

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