«Wir haben Servette den Sieg geschenkt»

Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.

«Wir haben Servette den Sieg geschenkt»

Wieder verpasst es der FC Basel als Leader zu gewinnen, Anton Kade findet sich und seine Mannschaft in Genf zu kompliziert und Dominik Schmid stellt einen verwegenen Vergleich zum Basler 6:0-Sieg an selber Stelle im August her.

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Für einmal keine Triumphgesten, sondern Frust im Quadrat: Die FCB Spieler um Captain Xherdan Shaqiri und Dominik Schmid im Stade de Genève nach der Niederlage vor den mitgereisten Fans.

Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone

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Eine Interpretation dieser siebten Saisonniederlage zum Auftakt des letzten Drittels der regulären Saison haben die Basler gleich mal vom Tisch gewischt. Gerade einmal 64 Stunden lagen zwischen dem Abpfiff am Donnerstagabend und dem Anpfiff im Stade de Genève, und Servette genoss 48 Stunden mehr Erholungszeit.

«Diese Ausrede wäre zu einfach», sagt Dominik Schmid kategorisch, «wir sind fitnessmässig sehr gut aufgestellt.» Dem linken Verteidiger stimmte der rechte Flügelspieler Anton Kade zu und forschte lieber nach den Ursachen für den Bruch im Basler Spiel nach dem Seitenwechsel: «Der Gegner wechselt gut, bringt frischen Wind rein, und wir bekommen zwei typische Servette-Tore, obwohl wir wissen, dass sie Qualität in der Box haben und gross gewachsene Spieler.» Kade spricht von einer «ziemlich schmerzhaften» Niederlage, «weil wir eigentlich kein schlechtes Spiel gemacht haben, aber zu kompliziert waren.»

Eine der besseren Basler Möglichkeiten in Genf für Anton Kade.

Eine der besseren Basler Möglichkeiten in Genf für Anton Kade.

Bild: Imago

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Viermal schon hat es der FCB in dieser Saison geschafft, drei Siege aneinanderzureihen. Das hat ihn bis auf Platz 1 der Super League getragen. Vier Siege en suite hat er letztmals im August/September 2019 geschafft, und diesmal verhinderten «Unkonzentriertheiten und zu viele Fehlpässe in die Füsse des Gegners» (Schmid) eine Wiederholung. Dabei wies die Statistik den FCB vor dem Spiel mit der zweitbesten Passquote (83,7 Prozent) hinter Lugano (85) aus – der beste Basler Wert seit Beginn der Datenerhebung 2017.

«Akzeptieren, wenn Gegner etwas mehr zu bieten hat»

Fabio Celestini legte den Finger in eine andere Wunde: Wie schon zuletzt gegen Sion und Luzern geriet der FCB in Rückstand. In Zürich wurde das nur durch eine Hitz-Elfmeterparade verhindert, und weil man in Genf also wieder hinterherlaufen musste, die Rücklage trotz Ballbesitzvorteil (62 Prozent) und Chancenplus nicht korrigieren konnte, meinte der FCB-Trainer: «Man kann nicht immer zurückkommen. Dann muss man akzeptieren, dass Servette etwas mehr zu bieten hatte.»

Bei Dominik Schmid ist der Frust gross, weil er spürt, dass «mehr dringelegen wäre», und noch grösser, «weil ich das Gefühl habe, dass Servette, als wir im August 6:0 gewonnen haben, stärker war als heute. Darum ärgert es mich, dass wir dieses Mal nicht mal einen Punkt haben mitnehmen können. Wir haben Servette den Sieg geschenkt.»

Weil jedoch die Super League 2024/25 so ist wie sie ist, beim FCB erneut das Syndrom des Spitzenreiters, der nicht gewinnen kann, auftritt, weil die Tabelle wieder zusammengeschrumpft ist auf sieben Punkte Abstand zwischen Platz 1 und 8 und niemand in der Lage scheint, oben wegziehen, bleibt in Dominik Schmids Augen eh nur eine Wahl: «Wir werden nächste Woche gegen ein starkes Lausanne wieder versuchen, es besser zu machen.»

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