
Ende nach unerfüllten Hoffnungen: Arnau Comas und Mohamed Dräger verlassen den FC Basel
Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.
Abgänge
Ende nach unerfüllten Hoffnungen: Arnau Comas und Mohamed Dräger verlassen den FC Basel
Die Zeit von Arnau Comas und Mohamed Dräger beim FC Basel sind zu Ende. Beide überzeugten aus unterschiedlichen Gründen nicht. Was Trainer Fabio Celestini zu ihren Wechseln sagt.
Arnau Comas kommt beim FC Basel auf 43 Einsätze, Mohamed Dräger auf 24. Mehr kommen nicht mehr dazu, ihre Zeit in Basel ist zu Ende.
Vielleicht wird man sich bei Arnau Comas immer fragen: Was wäre gewesen wenn? Wenn er sich nicht im Januar 2023 in einem Testspiel gegen den SC Freiburg verletzt hätte? Welche Grösse hätte er dann für den FC Basel werden können?
Eine Antwort darauf wird es wohl nie mehr geben. Denn der 24-Jährige Innenverteidiger weilte ab Donnerstag in Spanien. Bis Saisonende wird er leihweise nach Eibar in die 2. Liga wechseln. Der Tabellenelfte soll ausserdem eine Kaufoption besitzen. Comas’ Zeit in Basel könnte also nach zweieinhalb Jahren ganz enden.
Eine Zeit, die gut begann. Vielversprechend. Der junge Mann aus der legendären Talentschmiede La Masia in Barcelona schlug in Basel schnell ein, schien kaum Adaptionszeit zu benötigen. In Conference-League-Kampagne, die erst im bitteren Halbfinal-Aus gegen Fiorentina ihr Ende fand, war Comas zu Beginn Stammkraft. Er dirigierte die Basler Abwehr als Chef, demonstrierte, was er von seinem Vorbild Gerard Piqué in den Trainings mit Barcelonas 1. Mannschaft abgeschaut hatte.
Sehnenabriss, Blut-Injektionen und Schulterprobleme bei Comas
Doch dann kam die Winterpause. Das Trainingslager in Marbella. Das Testspiel gegen Freiburg. Die Folge: Eine Muskelverletzung im Oberschenkel. Aus zwei prognostizierten Wochen Ausfallfallzeit wurden fünf Monate. Comas litt an einem unentdeckten Sehnenabriss, musste sich mit Blut-Injektionen behandeln lassen. Er verpasste danach nicht nur die ganze Rückrunde, sondern in seiner Folgezeit beim FCB insgesamt 61 Spiele. Dem gegenüber stehen 43 Einsätze, die er für den FCB bis heute absolviert hat.
Dieses Ungleichgewicht entstammt nicht nur dieser einen Verletzung vor zwei Jahren. Doch es war die erste von vielen, mit denen sich Comas in Basel herumschlagen musste. Immer wieder zwickte der besagte Oberschenkel. Hinzu kam ein Teilabriss des Innenmeniskus. Schulterprobleme.
Und als er in der ersten Hälfte der laufenden Saison fit war, setzte Trainer Fabio Celestini nicht auf ihn. Eine weitere Chance gab es nach den schwachen ersten beiden Saisonspielen, in denen Comas noch in der Startelf stand, nicht mehr. Celestini erklärt: «Arnau ist ein super Typ. Aber in meiner Zeit war er oft verletzt und die wenigen Chancen konnte er nicht nutzen.»
Arnau Comas bei seinem zweitletzten Einsatz für den FC Basel im Cupspiel bei Stade Nyonnais.
Nun muss Comas, der den FCB als Trampolin erachtete, von welchem aus er den Sprung in eine grosse Liga schaffen wollte, einen Schritt zurück machen. Und in Eibar seiner ins Stocken geratenen Karriere wieder neuen Schub verleihen.
Mohamed Dräger wollte zurück in die Heimat
Diesen Versuch startet auch Mohamed Dräger, der zu Eintracht Braunschweig in die 2. Bundesliga wechselt. Drägers Zeit in Basel war ebenfalls geprägt von Verletzungen und auch von der Frage, wann der tunesische Nationalspieler sein Niveau vollkommen erreichen würde. Nach lediglich 24 Einsätzen für den FCB muss man konstatieren: nie.
Symbolisch war seine letzte Aktion im Dress des FC Basel: Mit einem sehenswerten Eigentor zum 1:2 kurz nach seiner Einwechslung leitete er in der Schlussphase die 2:3-Niederlage gegen die Young Boys ein.
Mohamed Drägers letzte Aktion in einem Pflichtspiel für den FC Basel: Statt zu klären, spediert er den Ball gegen YB ins eigene Tor.
Im Winter sagte man Dräger, dass der FCB nicht mehr mit ihm plant. Dass der 28-Jährige in Basel sportlich nie ganz glücklich wurde, drückt sich auch in seinen Worten aus, die er bei seiner Vorstellung in Braunschweig wählte: «Ich habe nie den Fokus nach Deutschland verloren und wollte unbedingt zurück.» Celestini sagt: «Mo hatte eine tolle Einstellung, aber sportlich hat die Leistung nicht gestimmt. Wir sind hier nicht, um Spass zu haben.»
Für den FC Basel sind die Abgänge von Comas und Dräger die Mutationen zehn und elf in diesem Winter. Und sie führen dazu, dass das aufgeblähte Kader zumindest etwas verschlankt wurde.
Die FCB-Transferübersicht:
Zugänge: Metinho (21, Mittelfeld, Leihe aus Troyes), Kaio Eduardo (19, Sturm, Capivariano, mit anschliessender Leihe nach Vaduz), Philipp Otele (25, Flügel, Leihe von Al-Wahda), Tim Spycher (20, Goalie, Leih-Ende aus Nyon). Abgänge: Mohamed Dräger (28, Rechtsverteidiger, Braunschweig), Benjamin Kololli (32, Flügel, Sion), Emmanuel Essiam (21, Mittelfeld, Leihe nach Aarau), Roméo Beney (19, Flügel, Leihe zu Lausanne-Ouchy), Marvin Akahomen (17, Innenverteidiger, Leihe nach Wil), Adriano Onyegbule (18, Mittelfeld, Leih-Verschiebung von Schaffhausen nach Vaduz).
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