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Nach Gala in Winterthur

Shaqiri übertrifft erstmals die Erwartungen – auch gegen YB?

Xherdan Shaqiri – in Winterthur spielte er eine Klasse besser als alle anderen.
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In Kürze:

  • Xherdan Shaqiri war im Spiel gegen den FC Winterthur besonders herausragend.
  • Er erzielte ein Tor und bereitete vier weitere direkt vor.
  • Trainer Celestini lobte die wachsende Spielharmonie innerhalb des Teams.
  • Shaqiri muss sich nun gegen stärkere Gegner wie die Young Boys beweisen.

Als Xherdan Shaqiri Mitte August zum FC Basel wechselt, sind die Erwartungen in jenen Mann, der zweimal die Champions League gewonnen hat, hoch. Der Rückkehrer soll dem FCB nach zuletzt schwierigen Monaten auf dem Rasen neues Leben einhauchen.

Das ist spätestens jetzt geschehen. Etwas mehr als zwei Monate nach seiner Unterschrift bei Rotblau zeigt Shaqiri gegen den FC Winterthur das bislang beste Saisonspiel bei seinem neuen alten Arbeitgeber. Ja, man darf konstatieren, dass er die Erwartungen gar übertroffen hat. Wenn es auch keine Partie auf Champions-League-Niveau ist, sondern der Basler Vergleich mit dem Tabellenletzten aus Winterthur.

Auch für Fabian Frei, den Ex-Basler bei den Zürchern, machte Shaqiri den Unterschied: «Er ist ein super Fussballer, aber ich hätte mir gewünscht, dass wir ihn ein bisschen mehr unter Druck setzen, ihn nicht so frei zur Entfaltung kommen lassen.»

Am Ende steht es 6:1 zugunsten der Gäste, und auch wenn alle Basler Protagonisten nach dem Kantersieg die Teamleistung in den Vordergrund zu rücken versuchen, gebührt dieser Erfolg in erster Linie Shaqiri. Ein Tor erzielt er selbst, dreimal gibt er die Vorlage, und hätte Winterthur-Goalie Stefanos Kapino nach 57 Minuten den Ball nach einer dieser gefährlich getretenen, aufs Tor gezogenen Shaqiri-Ecken nicht berührt, bevor das Spielobjekt die Linie überquert: Shaqiri hätte sich Doppeltorschütze nennen dürfen.

Beeindruckende Kreativität

Fünf Torbeteiligungen in einer Partie – solches sieht man in der Super League nicht häufig. Und auch Shaqiri glaubt, dies vielleicht mal bei den FCB-Junioren geschafft zu haben. Das ist lange her. Jetzt befindet sich der 33-Jährige auf der Zielgeraden seiner Karriere, die er in seiner Heimat wird ausklingen lassen.

Wobei: Wenn man diesen Shaqiri am Samstag gesehen hat, wie er das Spiel an sich gerissen, wie er die Angriffe orchestriert und den Winterthurern Nadelstich um Nadelstich versetzt hat, dann ist «ausklingen lassen» die falsche Bezeichnung.

Shaqiri hat auf der Schützenwiese gezeigt, weshalb ihm bei einer solchen Darbietung gar der Applaus der gegnerischen Fans gewiss ist. Und auch nach dem Spiel möchten es sich der Feuerwehrmann oder der Stadiondienstmitarbeiter von Winterthur nicht nehmen lassen, mit dem ehemaligen Nationalspieler für ein Selfie zu posieren. Die Kreativität, die der Augster am 11. Spieltag an den Tag legte, war beeindruckend und versetzte viele ins Staunen.

Automatismen greifen

Für Fabio Celestini ist der jüngste Auftritt Shaqiris auch das Ergebnis der letzten Wochen. Nachdem Anfang September letzte Kaderkorrekturen vorgenommen worden seien, beobachte er nun, wie sich die Mannschaft im spielerischen Bereich mehr und mehr finde.

Celestini, der Anfang Oktober noch die Ideenlosigkeit auf den letzten 20 Metern monierte, sagt, dass die Offensivspieler nun verinnerlicht hätten, wie sie sich verhalten müssten, wenn Shaqiri einen seiner Zauberpässe mit seinem linken Fuss spiele. Bestes Beispiel dafür ist der sehenswerte Treffer von Bénie Traoré in Winterthur.

Auch gefällt dem Trainer, dass das Spiel mit Shaqiri ein ganz anderes ist als mit Thierno Barry. Die Flexibilität im Angriff ist viel grösser, weniger auf einen einzigen Akteur (Barry) fixiert. Shaqiri sagt: «Wir kommen immer besser in Fahrt und setzen das um, was wir im Training üben.» Dass er dabei grosse Lust verspürt, Teil dieses Basler Angriffsspiels zu sein, versteht sich von selbst.

In Bern auf Kunstrasen

Mit dieser Darbietung hat Shaqiri, der sich trotz einer Wade, die ihm zuweilen Sorgen bereitet, fit fühlt, die Messlatte für die kommenden Aufgaben bis zur Winterpause hoch angesetzt. Man darf gespannt sein, ob der 33-Jährige am Mittwoch zu einer ähnlichen Leistung fähig ist: Dann heisst der Gegner BSC Young Boys, Schweizer Meister und Champions-League-Teilnehmer, und gespielt wird auf Kunstrasen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die Partie eine andere werden, es dem FCB nicht mehr so einfach gemacht werden wird. Der Gegner ist, wenn auch in der Liga noch nicht auf Touren gekommen, individuell besser besetzt als Winterthur. Ein Spiel also, in dem sich Shaqiri beweisen muss.

Soll ihm das gelingen, wird er versuchen müssen, sich auch in Bern seine offensiven Freiheiten zu nehmen, die Position zwischen Flügel und Zentrum instinktiv zu wechseln und für Gänsehautmomente zu sorgen. So wie er das am Samstag gemacht hat.

Was bei dieser Shaqiri-Show beinahe vergessen gegangen ist: Das zwischenzeitliche 3:0 war Xherdan Shaqiris erstes Tor in der Super League seit über 12 Jahren. «Endlich», sagte Shaqiri und fügte schmunzelnd an: «Aber ich hätte dieses erste Tor in der Liga lieber im Joggeli erzielt.» Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Samstag. Und die Vorzeichen dafür sind günstig: Denn der Gegner ist erneut der FC Winterthur.

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Schmid 1:2FCB: Hitz; Vouilloz, Barisic, Frei, Schmid; Gauto (46. Jovanovic), Veiga, Xhaka (60. Avdullahu), Kade (75. Kololli); Beney (60. Malone), Barry.FCL: Letica; Giger, Dussenne, Szalai, Poaty (46. Kablan); Pafundi (65. Sanches), Roche, Bernède; Custodio (75. Loucif), Sène (65. Labeau), Diabaté (85. Dabalny).Bemerkungen: FCB ohne Lopez, Hunziker (beide Kreuzband), Comas (Meniskus), Essiam (Schulter), Sigua, Ajeti (beide Oberschenkel), Van Breemen (Knöchel), Zé (Zeh). Lausanne-Sport ohne Grippo, Ilie (verletzt). – Ersat: Salvi, Dräger, Augustin, Rüegg, Kacuri. – Verwarnungen: 45. Kade (Foul), 53. Szalai (Foul), 72. Kablan (Foul), 79. Dussenne (Foul), 85. Diabaté (Foul).Die zweite HälfteIn der Pause nimmt Celestini eine Änderung vor und wechselt damit auch das Spielsystem: Djordje Jovanovic kommt für Juan Gauto und die Basler agieren von da an in einem 3-4-3 mit Beney, Barry und Jovanovic in der vordersten Reihe. Auf den Flügeln agieren Dominik Schmid und Anton Kade und der FCB kommt in der Folge zu mehr offensiven Aktionen.In der 48. Minute steht Barry bei seinem Treffer im Abseits, in der 64. Minute fliegt ein abgefälschter Schuss des eingewechselten Maurice Malone nur wenige Meter neben das Tor – und dann kommt die grosse Zeit von Lausanne-Goalie Karlo Letica. Erst wehrt er einen Kopfball von Jovanovic spektakulär ab (69.) und kurz darauf ist er gegen Barry wieder zur Stelle (77.).Mit seinen Paraden legt er den Grundstein für das 2:0 der Gäste in der 88. Minute. Der Anschlusstreffer für den FCB durch Schmid in der Nachspielzeit kommt zu spät.Der KnackpunktMan könnte natürlich die erste Halbzeit nennen, die – wieder mal – keine gute ist vom FCB. Aber einen anderen Knackpunkt gibt es auch nach der Pause: In der 69. Minute kommt Djordje Jovanovic zu einem Kopfball im Strafraum der Gäste und eigentlich macht er alles richtig: Er trifft den Ball wuchtig mit dem Kopf und platziert ihn eigentlich ganz gut, vielleicht ein bisschen zu zentral. Erst im letzten Moment lenkt Goalie Letica den Abschluss um den Pfosten. Es ist am Ende zwar müssig, darüber zu diskutieren, was bei einem 1:1 in dieser Szene passiert wäre, ob dann alles anders gekommen wäre. Aber es ist sicher ein Moment, in dem diese Partie für die Basler noch in die richtigen Bahnen hätte gelenkt werden können. So aber bleiben sie in Rückstand – und kassieren kurz vor dem Ende das zweite Gegentor, was das eine zu viel ist. Die UnparteiischenAm Ende wird Schiedsrichter Sven Wolfensberger zwar mit Pfiffen aus der Muttenzerkurve verabschiedet, aber viel hat er an diesem Abend nicht falsch gemacht. Es gibt ein, zwei kleine Situation, in denen man auch anders hätte entscheiden können. 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Erst ein Eigengoal von Benjamin Kololli und kurz darauf ein Kullerball von Xherdan Shaqiri ebnen dem FC Basel am 26. Spieltag der Super League den Weg zum 13. Ligasieg in dieser Saison.Dass Rotblau im Joggeli gegen Sion gewinnt – oder eben zumindest nicht verliert –, ist also nichts Besonderes. Speziell hingegen ist, dass der FCB im fünften Anlauf erstmals in dieser Saison eine Partie als Leader für sich entscheiden kann. Was nichts anderes heisst, als dass Basel unabhängig vom Ausgang der anderen Partien in dieser Spielrunde den Spitzenplatz verteidigt. Und damit vor den beiden mit Spannung erwarteten Duellen mit den Verfolgern Luzern und Young Boys weiter in vielversprechender Ausgangslage verweilt.Erinnerungen an JanuarEs ist aber nicht nur dieser erste Erfolg als Leader, der Fabio Celestini ruhiger schlafen lässt, sondern auch schlicht der Fakt, dass seine Mannschaft im Championat zum Siegen zurückgefunden hat. In den vorherigen drei Partien ist es dem FCB nicht gelungen, auch nur einmal die drei Punkte zu gewinnen.Bei einem weiteren Remis oder gar einer Niederlage gegen Sion hätte Basel viermal in Folge in der Super League nicht gewonnen. Damit hätte Rotblau seine längste Sieglosserie in der höchsten Schweizer Liga eingestellt. Die letzte ist noch gar nicht lange her. Zwischen November 2024 und Januar 2025 siegte Basel viermal nicht – ehe der FC Sion mit 4:1 im Joggeli bezwungen wurde…Erleichterung pur nach dem Schlusspfiff gegen Sion: FCB-Trainer Fabio Celestini.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)Aber Fabio Celestini dürfte auch darauf stolz sein, dass seine Mannschaft ein ganz anderes Gesicht gezeigt hat als vor Wochenfrist in St. Gallen. Auch damals führte der FCB 2:0, musste sich am Ende aber trotz dominanter Spielweise mit einem 2:2 begnügen. Damals war von fehlender Reife bei Basel die Rede. 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