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Alle Basler feiern – ausser Patrick Rahmen

Ein einsamer Basler im St.-Jakob-Park: YB-Trainer Patrick Rahmen.
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In Kürze:

  • Der FC Basel gewinnt gegen BSC Young Boys mit 1:0 im St.-Jakob-Park.
  • YB-Trainer Patrick Rahmen zeigt Verständnis für die Schiedsrichter-Entscheidungen.
  • Die Berner belegen in der Super League nach neun Spielen den letzten Platz.
  • Rahmen könnte seine letzte Partie als YB-Trainer im Basler Stadion erlebt haben.

Da sitzt er nun auf dem Podium im Medienzentrum des St.-Jakob-Parks. Und damit auf jener Bühne, die er noch vor drei Jahren Woche für Woche bespielt hat. Damals, als Patrick Rahmen noch Trainer des FC Basel war. Jenes FC Basel, den er von klein an im Herzen getragen hat. Für den erst sein Vater und dann er selbst gespielt hat.

Dieser FC Basel hat an diesem Sonntag Abend mit 1:0 gewonnen. Hat drei Punkte geholt, nachdem er zuvor in der Super League zweimal verloren und sich so in eine kleine Krise manövriert hatte. Erstmals hat man dabei in der Liga ein Tor erzielt, bei dem Xherdan Shaqiri auf dem Platz gestanden ist. Und damit nicht genug: Der mit viel Brimborium empfangene Starspieler hat dazu auch die Vorarbeit geleistet, mit einer feinen Freistoss-Flanke in der 51. Minute, die Adrian Barisic per Kopf verwertet.

Doch dort oben auf dem Podium, das einst wöchentlich seine Bühne war, hängen Patrick Rahmens Mundwinkel nach unten. Denn dieser Patrick Rahmen, der das hat, was man rotblaue DNA zu nennen pflegt, ist nicht mehr für die Geschicke des FC Basel verantwortlich. Sondern er ist Trainer des BSC Young Boys. Jedenfalls ist er es noch, in diesem Moment, da er dort oben sitzt.

Der BSC Young Boys, das ist der Meister der vergangenen zwei Saisons. Er ist der Gegner des FCB gewesen, zuvor an diesem Nachmittag. Und er ist – als Tabellenletzter – die bisher schlechteste Mannschaft der Super League. Neun Spiele, fünf Niederlagen, sechs Punkte.

Patrick Rahmen ist um Fassung bemüht, da er auf diesem Podium spricht. Er findet es in Ordnung, dass der Schiedsrichter nach Konsultation des VAR einen Elfmeter-Entscheid für YB zurückgenommen hat. Er sagt, so wie im heutigen Fussball gepfiffen werde, sei auch die Rote Karte gegen seinen Mittelfeldspieler Sandro Lauper korrekt – auch wenn er sich selbst mit der modernen Regel-Interpretation nicht anfreunden könne.

Dann sagt er noch das, was man gerne als Durchhalte-Parolen bezeichnet: «Bei Elf gegen Elf waren wir gut, das Spiel war offen. Die Mannschaft hat gekämpft. Das ist für mich entscheidend, weil es mir ein gutes Gefühl gibt, um weiter voranzugehen.»

Doch haben seine Vorgesetzten auch dieses gute Gefühl? Patrick Rahmen hat darauf keinen Einfluss. Und das ist ihm bewusst. Also sagt er: «Alles andere habe ich nicht zu entscheiden.»

Bei YB sind sie bekannt dafür, dass sie geduldiger sind als an anderen Fussball-Standorten der Schweiz. Dass sie im Zweifelsfall eher zu lange als zu kurz an einem Trainer festhalten.

Patrick Rahmen haben sie eben erst verpflichtet. Auf diese Saison hin. Und auch wenn vorher und nachher so gut wie nichts gelang, so haben die Berner mit Rahmen an der Seitenlinie Galatasaray Istanbul bezwungen, um sich so die Teilnahme an der Champions League samt ganz vielen Millionen Euro an Prämien zu sichern.

Aber: Seither hat diese Champions League auch keine Argumente mehr geliefert. 0:3 gegen Aston Villa. 0:5 gegen Barcelona. Kann passieren, als Schweizer Club. Aber eben: Einen Bonus gibt das nicht. Und die Liga-Bilanz ist für den Dominator der vergangenen Jahre schlicht katastrophal.

Gut möglich, dass der eben erst verpflichtete Trainer daran nicht die Hauptschuld trägt. Die Kaderplanung, die schon zuvor vorangetrieben wurde, ist in den vergangenen Wochen stark unter Beschuss geraten.

Nur ist es halt auch so: Transfers sind erst im Januar wieder möglich. Und die Position des Trainers ist eine Schraube, an der man immer drehen und darauf hoffen kann, dass sich dadurch sehr rasch etwas zum Guten wendet.

Deshalb liegt der Gedanke an diesem Abend ganz nah, dass Patrick Rahmen ausgerechnet im Basler St.-Jakob-Park bereits seine letzte Partie als Trainer der Young Boys erlebt hat. Länderspiel-Pausen bieten sich an, um Weichen zu stellen und sich neu auszurichten. Auch in Bern, wo man geduldiger ist als anderswo.

Draussen vor der Tür des Medienzentrums feiern die FCB-Fans. Und drinnen, da sitzt ein Basler, der sich über den Erfolg von Rotblau nicht freuen kann.

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