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Sind acht FCB-Neuzugänge schon wieder zu viel?

Zwei Neue auf der Lohnliste des FC Basel: Bénie Traoré (links) und Xherdan Shaqiri.
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Ja: Shaqiri ist der Einzige, der Identifikation verkörpert. Für alle anderen ist Basel nur eine Zwischenstation.

Bénie Traoré, Kevin Carlos, Marin Soticek, Léo Leroy, Moussa Cissé, Joe Mendes, Romário Baró und Xherdan Shaqiri. Acht neue Spieler hat der FC Basel in diesem Sommer geholt. Bis auf Shaqiri hat keiner einen Bezug zum FCB. Für sie ist der FCB eine Zwischenstation. Sie alle kommen nach Basel, um eines Tages in die grosse, weite Welt des Fussballs weiterzuziehen. So, wie es zuletzt Renato Veiga oder Thierno Barry getan haben. 

Shaqiri ist also der Einzige, der die Gegebenheiten rund um den Stadtclub und dessen Stellenwert in der Region Basel kennt. Und der bei den zuletzt wenig erfolgsverwöhnten Anhängern einen Hype sondergleichen ausgelöst hat. Er ist also einer derjenigen, die das verkörpern, was sich die Basler Fans seit langem wünschen: mehr Identifikation. 

Klar, diejenigen, die in der letzten Saison sportlich nicht genügten oder höhere Ambitionen haben, musste man abgeben. Aber: Das Gerüst dieser Mannschaft ist – anders als im Vorjahr – zusammengeblieben und wirkte zum Ende der letzten Saison eingespielt. Da stellt sich die Frage, weshalb nun gleich acht neue Akteure geholt wurden, die nun erst die Philosophie von Fabio Celestini und seines Staff kennen lernen müssen. 

Warum musste etwa ein Mendes als Rechtsverteidiger ans Rheinknie transferiert werden, wenn auf dieser Position bereits Kevin Rüegg in diesem Sommer fix von Verona übernommen wurde und auch Mohamed Dräger dort spielen kann? Oder eben Anton Kade, wie es aktuell der Fall ist. 

Oder warum wird für diese Doppel-/Dreifachbesetzungen einer Position nicht einfach ein Junior nachgezogen? So, wie es andere Vereine in der Super League auch tun. Der FC Luzern etwa ist absolute Spitze darin, wenn es darum geht, U-21-Spielern in der Super League Einsatzminuten zu gewähren.

In Basel ist das etwas anders. Über Jahre wird der Nachwuchs für viel Geld auf dem Campus ausgebildet. Doch Aufnahme in die erste Mannschaft finden nur die wenigsten. Einzige Ausnahme ist aktuell Leon Avdullahu. Alle anderen spielen nur eine Nebenrolle oder sind an andere Clubs ausgeliehen. Bei der aktuellen Kadergrösse haben es die Jungen umso schwerer: Zuletzt wurden Roméo Beney und Emmanuel Essiam in die Reserve geschickt.

Fakt ist: 28 Namen umfasst das aktuelle Kader. Das ist zu viel für ein Team, das ohne Europacup durch die Saison geht. Mit der Hälfte der Zuzüge würde der FCB eine vernünftige Kadergrösse haben. Und mit Sicherheit auch eine Mannschaft, die um die Plätze in der vorderen Meisterschaftshälfte spielen kann. Dominic Willimann

Nein: Viel wichtiger als die Anzahl der Neuzugänge ist, dass das Grundgerüst der Mannschaft bestehen geblieben ist.

Die acht Neuzugänge des FC Basel machen durchaus Sinn. Sie sind das Ergebnis davon, welche Schwachstellen die Mannschaft von Fabio Celestini in der vergangenen Saison aufwies und wo punktuelle Verstärkungen nötig waren. 

So zeichnete sich der FCB kurz nach Celestinis Amtsantritt Ende Oktober 2023 vor allem durch eine stabile Defensive aus. Die Offensive hingegen blieb weiterhin ziemlich harmlos. Bis Thierno Barry Anfang Jahr seinen Lauf aufnahm und in 18 Pflichtspielen elfmal traf. Um eine weitere Saison zu vermeiden, in der das Toreschiessen von einer One-Man-Show abhängt, waren unabhängig vom Abgang des 21-Jährigen zu Villarreal mehrere offensive Anpassungen nötig.

Zum einen hat der FCB mit Kevin Carlos nun den letztjährigen Torschützenkönig der Super League an Bord. Zum anderen mit Bénie Traoré einen Spieler, der sich zwar in der Premier League nicht durchsetzen konnte, in seinen ersten Einsätzen aber bewiesen hat, dass er definitiv eine Bereicherung für den FCB-Sturm sein wird. Beide können im 3-4-3-System von Celestini auf den Flügelpositionen neben Albian Ajeti spielen und dort die Torgefahr kreieren, die den Baslern in der letzten Saison so dringlich gefehlt hat. Mit Marin Soticek konnte man zudem eines der grössten kroatischen Offensivtalente verpflichten.

Moussa Cissé wurde geholt, um dem Dauerläufer Dominik Schmid Entlastung zu bieten, Joe Mendes für den verletzungsanfälligen Kevin Rüegg und für Mohamed Dräger, der bisher nie wirklich überzeugen konnte. Und da Celestini Fabian Frei und Taulant Xhaka nur noch als Ergänzungsspieler sieht, hat er auf dieser Position nun mit Léo Leroy und Romário Baró weitere Optionen mit zwei 24-Jährigen, die Erfahrung aus der höchsten französischen und portugiesischen Liga mitbringen. 

Damit bleibt noch der Königstransfer: Xherdan Shaqiri. Seine Verpflichtung hat sich nur schon wegen der in Basel entfachten Euphorie gelohnt. 30’000 Zuschauer gegen Yverdon und ausverkaufte Trikots waren die Folge. Bevor der 32-Jährige überhaupt sein erstes Pflichtspiel bestritten hatte, war klar, dass sich diese Verpflichtung auf vieles positiv auswirkt.

Viel wichtiger als die Anzahl der Neuzugänge ist, dass das Grundgerüst der Mannschaft bestehen geblieben ist. Die von David Degen im letzten Sommer angekündigten 90 Prozent des Teams sind diesmal geblieben – und Fabio Celestini wird zusammen mit den Neuzugängen darauf aufbauen können. Simon Tribelhorn

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In dem Sinne ja, diese Rolle nehme ich auch innerhalb des Teams wahr.Sie haben viele Jugendmannschaften des FC Basel durchlaufen, kennen den Verein gut. Als Nummer 2 im Tor stehen Sie aber selten wirklich auf dem Platz. Hindert Sie das daran, eine Führungsfigur zu sein?Ich bin beim FCB ein Führungsspieler. Auch wenn meine Rolle als Ersatzkeeper dafür nicht typisch ist. Dafür spricht meine Erfahrung. Ich pushe meine Teamkameraden, damit wir unsere Ziele erreichen können.Sie sprechen Ihre Rolle als Ersatzkeeper an. Die grosse Aufmerksamkeit ist in der Regel auf Marwin Hitz gerichtet. Meiden Sie das Rampenlicht als Nummer 2 im Tor etwa bewusst?Überhaupt nicht, natürlich will ich lieber die Nummer 1 sein als die Nummer 2. (lacht) Jeder Spitzensportler möchte spielen und seine Qualitäten öffentlich präsentieren. Im Rampenlicht zu stehen, würde auch mir bis zu einem gewissen Grad gefallen. Aber ich akzeptiere meine Rolle: Ich unterstütze Marwin so gut wie möglich, ich pushe das Team. Dafür schiebe ich mein Ego zur Seite.Das Ego zur Seite zu schieben – kann man das lernen?Ja klar, das kommt auch mit der Erfahrung. Man muss lernen, seine Emotionen zu kontrollieren. Das Ego stelle ich hinten an und mache einen Schritt zurück, um meiner Mannschaft zu helfen. Nur so sind wir erfolgreich. Ich denke, das ist die richtige Art, um mit dieser Situation umzugehen.Das klingt nach einem inneren Konflikt: Auf der einen Seite möchten Sie unbedingt spielen. Auf der anderen wissen Sie aber, dass Sie das in der aktuellen Rolle nicht können, Sie sich in den Dienst der Mannschaft stellen müssen. Wie schaffen Sie das?Ich denke, dieses Zusammenspiel hat auch viel mit den Charakteren der Torhüter zu tun. Marwin und ich passen sehr gut zusammen. Er ist eher der ruhige Typ, ich rede eher etwas mehr. Das passt gut, so können wir uns gegenseitig auch pushen.Läuft denn ein Konkurrenzkampf zwischen Ihnen?In gewissem Sinne schon. Eine gesunde Konkurrenz ist wichtig, damit der, der spielt, eine gute Leistung bringen kann. Aber eben, die Konkurrenz muss gesund und positiv sein.Wie meinen Sie das?Damit meine ich, präsent zu sein, obwohl man weiss, dass der andere spielt – denn so ist die Hierarchie. Damit unterstütze ich die Nummer 1 darin, ihre Leistung zu bringen. Eine negative Konkurrenz wäre zum Beispiel, heimlich schlecht über den ersten Torhüter zu reden, wenn er Fehler macht. Doch Fehler passieren uns allen.Wobei Fehler beim Goalie natürlich besonders sind …Ja, weil jeder sie sofort sieht!Umso schwieriger ist es, sich vorzustellen, ohne Rhythmus genau auf den Punkt bereit sein zu müssen.Das ist eigentlich das Schwierigste an meiner Rolle: die Leistung genau dann zu bringen, wenn es sie braucht. Während der Stammtorhüter sein Vertrauen dabei aus seinen Ernstkämpfen zieht, nehme ich es aus dem Training. Deshalb muss ich mich da auch besonders fokussieren. Ich bereite mich so vor, als würde ich spielen.Verlangen diese unterschiedlichen Ausgangslagen auch eine andere Art von Training zwischen Ihnen und Marwin Hitz?Nein, wir machen genau das Gleiche.Warum sind Sie eigentlich in Basel die Nummer 2 statt anderswo die Nummer 1?Gute Frage. Ich liebe diesen Verein, es ist mein Herzensverein. In einem anderen Club würde ich das nicht tun.Hätten Sie denn Lust, sich anderswo wieder als Nummer 1 zu versuchen?Im Fussball muss man immer offen für alles sein.Der Satz ist im Fussball geläufig …Nun ja, man kann nie wissen, was passiert, das Geschäft geht so schnell. Es ist einfach so.Aber kommen denn beispielsweise andere Super-League-Clubs auf Sie zu? Schliesslich hätten Sie wohl die Qualität, um dort die Nummer 1 zu sein …Ja klar. Aber ich habe mich entschieden, hier in Basel zu bleiben.Nie mehr von Basel weggehen zu wollen, würden Sie aber nicht behaupten.Ich lasse das offen. In diesem Geschäft muss man das so machen. Sonst heisst es ein Jahr später dann, man habe ja damals etwas ganz anderes gesagt.Könnten Sie sich denn auch vorstellen, in einem anderen Land als der Schweiz zu spielen?Ja.Zum Beispiel Italien?Ja, Italien. Schliesslich bin ich Italiener, deshalb habe ich da immer ein spezielles Auge darauf geworfen.Nun sind Sie bereits 31-jährig. Wissen Sie denn schon, wie lange Sie überhaupt noch aktiv bleiben wollen?Solange ich gesund bleibe, möchte ich spielen. Ich denke, das werden schon noch ein paar Jahre sein.Dennoch wird unweigerlich eine Zeit nach dem Fussball folgen. Sehen Sie sich als künftigen Goalie-Trainer?Als Goalie-Trainer eher nicht, doch auch das möchte ich mir offenlassen. Gedanken dazu habe ich mir jedenfalls schon gemacht.Sie könnten sich also auch ein Engagement neben dem Fussball vorstellen.Ja.In welcher Richtung wäre das?Das behalte ich noch für mich.Sie haben eine Idee im Kopf, wollen sie aber nicht sagen.Genau.Nicht einmal einen kleinen Tipp? Wir sind ja unter uns. Geht es eher in Richtung Banker, eher in Richtung Gärtner …(überlegt kurz) Lieber nicht. Wenn ich mir bei einer Idee noch nicht sicher bin, verrate ich lieber noch nichts.Schade. Doch zurück ins Jetzt: Wie blicken Sie denn der kommenden FCB-Saison entgegen?Natürlich freue ich mich! Wir haben schöne Ziele zu erreichen, sind europäisch wieder dabei – das ist grossartig.Der FC Basel in der Saison-VorbereitungDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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In der Schlussphase versucht GC noch einmal, nach vorne zu spielen, doch wirkliche Gefahr entsteht nicht.St.-Jakob-Park. – 25’556 Zuschauer. – SR Wolfensberger. Tore: Tore: 45. Otele 1:0 (Schmid). 69. Paskotsi 1:1 (Zvonarek). 75. Otele 2:1 (Shaqiri) FCB (4-2-3-1): Hitz; Tsunemoto, Adjetey, Vouilloz, Schmid; Metinho, Leroy; Zé (55. Kade), Shaqiri, Otele (88. Koindredi); Ajeti (76. Carlos). GC (3-4-3): Hammel; Abels, Decarli, Paskotsi; Marques (55. Giandemonico), Hassane (81. Mantini), Zvoranek, Stroscio (55. Arigoni); Plange, Muci (61. Diarrasouba), Jensen. Bemerkungen: FCB ohne Van Breemen, Traoré und Rüegg (alle verletzt), Spycher, Pfeiffer; Asiedu, Akahomen, Bacanin, Essiam, Kacuri und Gauto (alle kein Aufgebot). – Ersatzbank FCB: Salvi; Soticek, Sigua, Barisic, Cissé, Eduardo. – Verwarnungen: 13. Hasane (Foul). 24. Muci (Foul). 29. Decarli (Foul). 58. Otele (Unsportlichkeit). 78. Paskotsi (Foul). – Startelfdebüt von Junior Zé. – Xherdan Shaqiri wurde vor dem Spiel als Torschützenkönig der vergangenen Saison geehrt.Die UnparteiischenBei den grossen Entscheidungen liegen die Unparteiischen um Schiedsrichter Sven Wolfensberger richtig. So wurde das 1:0 von Philip Otele trotz Reklamationen richtigerweise nicht vom VAR zurückgenommen. Korrekt ist auch, dass Xherdan Shaqiri in der 58. Minute keinen Penalty zugesprochen bekommt. Der Basler Captain macht zu viel aus dem Halten von Imourane Hassane. Eine tadellose Leistung der Unparteiischen war das allerdings nicht. Da waren zu viele kleine Entscheidungen, die bei genauerem Hinschauen Diskussionsbedarf bieten.Die Stimme zum SpielTrainer Ludovic Magnin sagt nach seinem ersten Sieg als FCB-Trainer: «Ich bin erleichtert – als neuer Trainer braucht man den ersten Sieg. Dieser war erkämpft, aber wenn man die Statistik anschaut, muss man nicht darüber diskutieren, dass er verdient war.»Gerade in der ersten Halbzeit habe man auf ein Tor gespielt, gepowert und viele Torchancen erarbeitet. Jedoch fehle im Abschluss weiterhin die Sauberkeit.Das FazitDer FC Basel gewinnt das zweite Saisonspiel gegen GC. Das ist gut. Die Art und Weise, wie er das tut, weiss jedoch nicht vollends zu überzeugen. Als Double-Sieger mit dem Meistertitel als Ziel muss der Anspruch sein, dieses GC deutlich zu bezwingen. Doch vor allem die Effizienz, aber auch das Verteidigen beim Eckball, der zum Gegentreffer führt, geben Fragen auf. Gut vorstellbar, dass eine solche Leistung – trotz des dominanten Auftritts – gegen YB nicht zum Sieg reichen würde.So geht es weiterDas nächste Spiel bestreitet der FC Basel bereits am kommenden Mittwoch um 20.30 Uhr (BaZ-Liveticker) im Joggeli gegen YB. 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