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Abo3:1-Sieg gegen Genf

«Und dann ist Shaq da»

Xherdan Shaqiri (FCB) jubelt nach seinem 2:1 Tor im Fussball Meisterschaftsspiel der Swiss Super League zwischen FC Basel 1893, FCB,und Servette FC, SFC, im St. Jakob-Park, am Sonntag, 24. November 2024 in Basel. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
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In Kürze:

  • Basel besiegt Servette mit 3:1 und wird Super-League-Tabellenführer.
  • Xherdan Shaqiri erzielt drei Tore, die ersten im Joggeli seit seiner Rückkehr.
  • Trainer Fabio Celestini sieht trotz Sieg Verbesserungspotenzial im Spiel.
  • Shaqiri betont, dass der Sieg ein Sieg der ganzen Mannschaft sei.

94 Minuten sind vorbei, da beendet Schiedsrichter Lionel Tschudi die Partie zwischen dem FC Basel und Servette Genf. Auf den Rängen im St.-Jakob-Park jubeln und singen die Zuschauer, als wäre Rotblau schon jetzt Schweizer Meister. Eine Stimmung, wie sie Basel nach einer aufwühlenden Schlussphase lange nicht mehr gesehen hat. Und auf dem Rasen zeigt Xherdan Shaqiri mit dem Zeigfinger auf sich und lächelt verschmitzt.

Ja, dieser Xherdan Shaqiri. Was hat er wieder für ein Spiel abgeliefert. Wobei man sagen muss: Eigentlich sehen die 26’247 Zuschauer über weite Strecken der Partie keinen guten Shaqiri in diesem Spitzenkampf. Er verliert Zweikämpfe, er reklamiert oft und scheint die Bindung ans Spiel nie richtig zu finden, da er vom Widersacher aus der Westschweiz eng bewacht wird.

24.11.2024; Basel; Fussball Super League - FC Basel - Servette FC; 
Xherdan Shaqiri (Basel) jubelt nach dem Tor zum 1:0 
(Urs Lindt/freshfocus)

Auch kommt es in der Endphase immer wieder zu heftigen Wortwechseln mit Trainer Fabio Celestini. Man scheint sich uneinig zu sein. Nach dem Spiel sagt Shaqiri: «Das gehört dazu. Ich bin ein Winnertyp, wollte mehr als dieses Unentschieden.»

Erster nach drei Jahren

Doch dann ist da eben auch dieser Shaqiri, der ein Spiel im Alleingang entscheidet:

40. Minute: Freistoss Shaqiri, 1:0 – er findet die Lücke in der wenig kompakten Genfer Mauer.

91. Minute: Penalty-Nachschuss Shaqiri, 2:1 – er trifft im zweiten Versuch gegen Servettes Goalie Jérémy Frick, nachdem der Elfmeter weder platziert noch wuchtig geschossen worden ist.

92. Minute: Kontertor Shaqiri, 3:1 – er schliesst einen Gegenstoss gegen die Laufrichtung Fricks lässig ab.

Verständlich, dass der Mann mit der Nummer 10 nach dem Spiel auf sich selbst zeigt. Als wolle er sagen: Seht her, dank diesen drei Toren – seinen ersten im Joggeli seit der Rückkehr – ist der FC Basel Tabellenerster.

Es ist dies eine Momentaufnahme, auf die man am Rheinknie lange warten musste. Am 7. November 2021 führte der FCB letztmals die Super League an, vor über drei Jahren also. Da hiess der Trainer des FC Basel noch Patrick Rahmen. Einziger Spieler von heute, der damals zum rotblauen Kader zählte, ist Taulant Xhaka. Gegen Servette konnte der Routinier wegen einer leichten Oberschenkelverletzung bei der Rückkehr auf den Liga-Thron jedoch nicht mittun.

So mussten es all diejenigen richten, die – mit Ausnahme von Shaqiri – noch nie mit dem FCB die Tabelle anführten. Und sie wussten um die Ausgangslage: Weil Lugano am frühen Sonntagnachmittag den FC Zürich bezwang, war klar: Mit einem Sieg über das bis dato punktgleiche Servette ist Basel Erster. FCB-Mittelfeldspieler Leon Avdullahu sagt: «Deshalb wollten wir unbedingt gewinnen.» Der Plan ging für die erstmals im neuen goldenen Trikot angetretenen Basler voll auf.

Dass dieser 15. Spieltag am Ende so rauskommt, wie es sich der FC Basel wünschte, widerspiegelt das Gesicht dieser Mannschaft in dieser Saison. Auch wenn sie nicht ihre beste Partie abgeliefert hat und es immer wieder Phasen im Spiel gibt, in denen sie leiden muss, geht sie am Ende als Sieger vom Platz. Die Statistik liest sich beeindruckend: Von den letzten sieben Meisterschaftsspielen hat der FCB deren sechs gewonnen.

Xherdan Shaqiri (FCB) trifft zum 1:0 Tor im Fussball Meisterschaftsspiel der Swiss Super League zwischen FC Basel 1893, FCB,und Servette FC, SFC, im St. Jakob-Park, am Sonntag, 24. November 2024 in Basel. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Fabio Celestini gibt sich dennoch nicht restlos zufrieden: «Es gibt noch einiges zu verbessern.» Vor allem gelte es, die Organisation im Spiel nicht zu verlieren, sondern über die gesamten 90 Minuten das Verlangte umzusetzen. Doch Celestini weiss auch, dass seine Mannschaft in den letzten zwölf Monaten eine «unglaubliche Entwicklung» durchgemacht hat. Etwas, das ihn enorm stolz mache.

Shaqiri gibt sich zurückhaltend

Natürlich ist Celestini auch nicht entgangen, bei wem er sich für die jüngsten drei Punkte speziell bedanken muss. «Xherdan hat nicht sein bestes Spiel, aber drei Tore gemacht.» Dann fügt der Romand das an, was eben nur ein Unterschiedsspieler zu hören bekommt: «Und dann ist Shaq da.»

Dieser möchte sich aber nicht als Matchwinner sehen. «Es war eine Show der ganzen Mannschaft, nicht von mir», gibt sich der 33-Jährige zurückhaltend. Doch auch Shaqiri weiss, dass ihm in den entscheidenden Aktionen in diesem Spiel alles geglückt ist: Den Freistoss wollte er genau so schiessen. Und beim schwach getretenen Penalty fiel der Abpraller exakt vor seine Füsse. «Ich wollte es in dieser Szene etwas spannend machen», sagt er und lacht.

Ja, die Laune könnte derzeit bei diesem FC Basel nicht besser sein. Zumal die bevorstehenden Aufgaben wieder vor eigenem Publikum – ergo einem gut gefüllten Joggeli – stattfinden. Am Samstag kommt mit Lausanne-Sport eine formstarke Mannschaft in den St.-Jakob-Park, ehe am 4. Dezember Sion zum Schweizer-Cup-Achtelfinal nach Basel reist.

Es sind dies zwei Partien, in denen der FCB die Weichen für die kommenden Wochen weiter stellen kann. Indem er mit einem nächsten Sieg dafür sorgt, dass er in der Spitzengruppe der Liga überwintert. Und indem sich Shaqiri und Co. im Cup für die Runde der letzten acht qualifizieren. Einem spannenden Basler Frühjahr stünde dann nichts mehr im Weg.

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Dezember 2024 keine einzige Pflichtspiel-Minute mehr absolviert hat.Fast vier Monate ist er komplett aussen vor geblieben, bevor er in Winterthur notfallmässig in der Innenverteidigung startet: Nicolas Vouilloz.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)Das SpielGerade mit dem Ball ist den Basler Innenverteidigern zunächst anzusehen, dass sie kein eingespieltes Duo mit besonders viel Rhythmus bilden. Das aber spielt keine Rolle, weil der FC Winterthur gar nicht erst versucht ist, dies mit aggressivem Pressing auszunutzen.Umgekehrt ist der FCB gegen defensive Gastgeber zwar viel in Ballbesitz, aber kommt kaum in vernünftige Abschluss-Positionen. Ein gutes Dribbling Benié Traorés bildet bis zur Pause die Ausnahme, auf die ein schwacher Schlenzer folgt (31.), so dass es zur Halbzeit 0:0 steht.Das nächste Mal, da die Winterthurer im Spiel gegen den Ball nicht einwandfrei agieren, ist dann aber bereits das eine Mal zu viel: Arnold klärt eine Rüegg-Hereingabe ungenügend mit dem Kopf, womit der Ball zum Flankengeber zurückkommt und ihn dieser per Volley-Querpass zu Xherdan Shaqiri spediert. Saubere Annahme, sauberer Abschluss – und die Basler haben die Winterthurer «Dose» in der 49. Minute geöffnet.Stadion: Schützenwiese. – SR: Fähndrich.Tore: 49. Shaqiri (Rüegg) 0:1, 70. Traoré (Shaqiri) 0:2.FC Winterthur (4-1-4-1): Kapino; Ulrich, Arnold, Lüthi, Diaby; Cueni; Schneider (59. Lukembila), Zuffi (76. Jankewitz), Frei (58. Di Giusto), Burkart (77. Fofana); Gomis.FC Basel (4-2-3-1): Hitz; Schmid, Vouilloz, Adjetey, Rüegg (60. Mendes); Avdullahu, Metinho (82. Baro); Otele ( 82. Kade), Shaqiri, Traoré (89. Leroy); Carlos (82. Ajeti). – Ersatz: Salvi, Soticek, Sigua.Verwarnungen: 45. Ulrich (Foul an Traoré), 93. Shaqiri (Unsportlichkeit/Gerangel mit Diaby), 93. Diaby (Unsportlichkeit/Gerangel mit Shaqiri/im nächstes Spiel gesperrt)Bemerkungen: Winterthur ohne Schättin und Sidler (gesperrt) sowie Rohner (verletzt) sowie Bajrami und Buess (beide krank). – Basel ohne Van Breemen (Knieverletzung beim Aufwärmen) und Barisic (Muskelverletzung an der Oberschenkelrückseite) sowie Pfeiffer, Asiedu, Cissé, Zé, Fink und Xhaka (alle ohne Aufgebot). – FCB-Startelf-Debüt von Metinho.Der Tabellenletzte will eine Reaktion zeigen und kommt so immerhin zu einem gefährlichen Abschluss durch Ulrich (51.). Dann handelt wiederum Shaqiri schneller als alle anderen: Er tunnelt Diaby mit seinem Pass auf Traoré, dieser tunnelt mit seinem Schuss Goalie Kapino – es steht 2:0 für die Gäste und die Winterthurer gucken in die Röhre.Der Rest ist das Warten auf den Schlusspfiff – und das Warten der FCB-Fans auf Fabian Frei. 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Dann trifft Shaqiri und muss Winterthur reagieren, was den Baslern schliesslich den Raum bietet, um zum 2:0 zu kommen. Danach ist der Tabellenletzte erledigt und schöpft Celestini seine Wechselmöglichkeiten von der 82. Minute an aus.Der AufregerAuch wenn sich Xherdan Shaqiri in dieser bis nach der Pause zähen Partie einige Male aufregt und sich schliesslich auch noch so mit Diaby rangelt, dass beide Gelb sehen: Der wirkliche Aufreger aus Basler Sicht ereignet sich vor dem Anpfiff mit Finn van Breemens kurzfristigem Ausfall.Das muss besser werdenIn Anbetracht der kommenden Gegner schadet es nicht, wenn der umformierte Defensiv-Verbund in Zukunft keine Anlaufschwierigkeiten mehr hat. Denn es ist damit zu rechnen, dass alle anderen Super-League-Teams mehr Druck entwickeln werden, als dass dies Winterthur an diesem Sonntag Nachmittag getan hat.Aber auch im Spiel mit Ball gab es auf der Schützenwiese nicht so viele gute Basler Ideen, dass man zu zahlreichen Torchancen gekommen wäre. Mehr Variabilität kann also nicht schaden.Das sagt der Trainer«Ich habe meiner Mannschaft in der Pause gesagt, dass sie das Spiel mehr in die Breite ziehen und gleichzeitig mehr in die Räume hinter der Abwehr vorstossen müsse», erzählt Fabio Celestini nach dem Abpfiff. Und man darf festhalten: Das wurde umgesetzt.So geht es weiterDer FC Basel bestreitet in der nun angebrochenen englischen Woche zwei Heimspiele. Am Donnerstag um 20.30 Uhr ist der Grasshopper Club Zürich zu Gast, bevor am Sonntag dann der FC Lugano im St.-Jakob-Park weilt (16.30 Uhr). Dabei haben die Basler gegen beide Gegner eine Rechnung offen: Gegen GC verlor man zum Abschluss des Kalenderjahres 2024 vor heimischem Publikum mit 0:1 das letzte Messen – gegen die Tessiner hat man letztmals im Dezember 2023 gewonnen. Seither gab es in Liga und Cup vier Niederlagen und nur ein Remis.Der FC Basel in WinterthurDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenOliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Zudem ist er regelmässiger Diskussionsgast im Fussball-Podcast «Dritte Halbzeit».Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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