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David Degen erhält einen Denkzettel

76,1 Prozent der anwesenden Mitglieder hoben die Hand, als es darum ging, ob der Verein David Degen als Verwaltungsratspräsident der FC Basel 1893 AG wählen soll.

76,1 Prozent. Am Ende eines Abends, der sich durch diverse Anträge in die Länge zog, ist dies der wichtigste Wert der 130. Generalversammlung, die der Basisverein FC Basel 1893 am Montag im Saal San Francisco des Kongresszentrums der Messe Basel abgehalten hat. Es ist der Anteil der anwesenden Mitglieder, die David Degen ihre Stimme als Verwaltungsratspräsident der FC Basel 1893 AG gaben.

Es ist eine klare Dreiviertel-Mehrheit, die weiterhin Degen als ersten Kopf des Clubs wünscht. Gleichzeitig ist es aber auch ein Denkzettel, den David Degen als Galionsfigur des FC Basel erhält: Ein Jahr zuvor, da waren es noch 95,1 Prozent der anwesenden Mitglieder, die ihm die Stimme als Verwaltungsratspräsident gaben – nun ist dieser Wert um markante 19 Prozent-Punkte abgerutscht.

Bei 1150 Anwesenden lässt sich dies kaum allein mit einer anderen Zusammensetzung als im Vorjahr erklären, zumal mit Dominik Donzé auch das scheidende Vorstandsmitglied sich zweimal der Stimme enthielt, da es um Degen als Verwaltungsrat und schliesslich als Verwaltungsratspräsident ging. Sehr wohl begründbar ist es hingegen mit dem sportlichen Absturz in der zu Ende gehenden Saison sowie der jüngst eingestandenen, zuvor verheimlichten Geschäfte rund um zwei separate Gesellschaften (Horizon2026 AG, Intein AG) sowie die eigene, ordentliche finanzielle Entlöhnung, die Degen für seine Arbeit beim FCB erhält. Und vielleicht fand auch so etwas wie eine Korrektur statt, war die Zahl aus dem Vorjahr womöglich auch unter dem Eindruck einer emotional begeisternden Reise bis in die Halbfinals der Conference League derart hoch gewesen.

Sicher ist: Als einzige Figur aus dem Führungs-Quartett, die auch regelmässig in der Öffentlichkeit steht, erhielt David Degen eine Art Quittung für das, was er gemeinsam mit Dan Holzmann sowie Ursula und Andreas Rey-Krayer in den vergangenen zwölf Monaten geleistet hat. Denn während diese als AG-Verwaltungsgräte noch immer mehr als 90 Prozent Zustimmung erfuhren, sank Degens Ja-Anteil schon bei der Frage nach der Wahl in dieses Gremium auf 81,3 Prozent, bevor er dann als dessen Vorsitzender nochmals etwas weniger Stimmen auf sich vereinte.

Bei allem Zuspruch, den schliesslich auch Degen für sich geltend machen kann, ist man versucht zu sagen,: Die Besitzenden tun gut daran tun, die Entwicklung ernst zu nehmen und weiterhin zu beherzigen, was sie im Rahmen der von ihnen begleiteten Enthüllungen offenbarten. Denn auch wenn die Resultate auf dem Fussballplatz das Vertrauen der Mitglieder in die Clubführung wohl stärker beeinflussen als alles andere, so bleiben Transparenz und Offenheit ebenso Themen für die Besitzerschaft, wie es das Herstellen von Nähe zur Basis ist.

Verein trägt sich bald selbst

Eine Basis überdies, die zuletzt stetig wuchs: Seit 2021 konnten die Mitgliederzahlen des Vereins FC Basel 1893 um rund ein Drittel erhöht werden, so dass man inzwischen nahe an die 10’000er-Grenze gelangt ist. Das schlägt sich auch finanziell nieder: Nahm der Verein im Geschäftsjahr 2021 mit Mitgliederbeiträgen noch 778’000 Franken ein, ist es 2023 bei gleich bleibenden Konditionen mit 1,012 Millionen Franken erstmals ein siebenstelliger Betrag.

Da die Kosten für die Frauen-Fussball-Abteilung im Zuge der Ausgliederung in die FC Basel 1893 AG separat ausgewiesen und bereits mit der Profi-Fussball-Abteilung verrechnet wurden, blieb unter dem Strich ein Defizit von 49’000 Franken, das wiederum von der AG ausgeglichen wurde, so dass die Rechnung mit einer schwarzen Null schloss. Aus diesen Zahlen und der Entwicklung der vergangenen drei Geschäftsjahre blickt Vorstandsmitglied Edward Turner optimistisch in die Zukunft – und geht davon aus, dass der Basisverein bereits im laufenden Geschäftsjahr selbsttragend sein wird.

Andrea Häner-Roth (links) und Nicole Leuthardt sind einstimmig in den nun sechsköpfigen Vereinsvorstand gewählt worden.

Erst in einem Jahr wird man wissen, ob das tatsächlich so rasch gelingt. Bereits jetzt weiss man, mit welchem Vereinsvorstand dies gelingen soll: Während Dominik Donzé wie angekündigt ausschied, wurden die vorgeschlagenen Kandidatinnen Andrea Häner-Roth und Nicole Leuthardt genau so mit deutlichem Mehr neu gewählt, wie Vereinspräsident Reto Baumgartner, AG-Delegierte Carol Etter sowie Tobias Adler und Edward Turner in ihren bisherigen Vorstands-Ämtern bestätigt wurden.

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Es gelingt dem FCB danach einige Male, mit Kontern gefährlich zu werden, während er hinten die meiste Zeit über kompakt steht.Die AufregerEs läuft die 7. Minute, da tritt Xherdan Shaqiri rund 25 Meter vor dem Sion-Tor einen Freistoss. Der Ball findet den Kopf von Dominik Schmid, fliegt danach gefährlich in Richtung Basler Führung, aber Timothy Fayulu ist mit seiner linken Hand überragend zur Stelle. Der Ball landet vor den Füssen von Kevin Carlos, doch ehe der Basler Stürmer abschliessen kann, ist Fayulu bereits wieder oben und pariert auch Carlos’ Versuch aus nächster Nähe. Zwei überragende Interventionen des Sion-Goalies, welche die frühe Basler Führung vereiteln. Dass Carlos dabei im Abseits stand, tut der Aufregung um diese Szene keinen Abbruch.Fast 90 Minuten später herrscht im Joggeli erneut Aufruhr. Sandro Schärer wird vom VAR an den Bildschirm geholt und sieht dort: Albian Ajeti tritt Gegenspieler Federico Barba fernab vom Ball auf die Ferse. Die Entscheidung: Rot für Ajeti.Das muss besser werdenAuch abgesehen von der unnötigen Roten Karte gegen Albian Ajeti lässt die Leistung der Basler Luft nach oben. Von der hin und wieder auszumachenden Fehleranfälligkeit im Aufbauspiel und der mangelhaften Spannung direkt nach dem Rückstand bis hin zur Ideenlosigkeit im Angriff während Teilen der ersten Halbzeit: Von einer makellosen Leistung, einer, die an jene aus der ersten halben Stunde in Lugano anknüpft, ist der FCB am Sonntag doch noch entfernt.Das sagt der TrainerUnzufrieden mit dem Rasen, mässig zufrieden mit der Leistung, absolut zufrieden mit den drei Punkten: Fabio Celestini.Foto: Urs Lindt (Freshfocus)Fabio Celestini hält das 4:1 für ein etwas zu deutliches Resultat. Gerade zu Beginn der Partie habe man seine Probleme gehabt. «Das Tor kurz vor der Pause hat uns dann aber die nötige Power für die zweite Halbzeit gegeben», fügt der FCB-Trainer an. 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