Unfreundlicher Trend: Der FC Basel steckt in einer schwierigen Phase

Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.


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Unfreundlicher Trend: Der FC Basel steckt in einer schwierigen Phase

Das 1:2 gegen wiedererstarkte Young Boys war ein Ablöscher für die Träume, die am Rhein gehegt werden. Der Blick auf die jüngsten Spiele offenbart eine magere Ausbeute und die Heimbilanz ist noch nicht die eines Anwärters für höhere Weihen.

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14 Tage Pause, um wieder auf die Beine zu kommen: Xherdan Shaqiri und der FC Basel sind zwar immer noch Tabellenzweiter, schauen aber auch auf einen unschönen Trend.

Bild: Claudio De Capitani/Freshfocus

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So früh nach Spielende sind die Zapfhähne im Joggeli lange nicht mehr stillgelegt worden. Rascher als sonst hatten sich 28’570 Zuschauende wieder zerstreut. Müde nach einer Fasnachtswoche, durchgefroren nach einem feuchtkalten Märzsonntag und frustriert von einer Heimniederlage.

Die beiden Gegentore durch YB-Rückkehrer Christian Fasnacht waren schmerzhafte Stiche für das Basler Gemüt. Akzeptieren zu müssen, dass die Young Boys das letzte Argument hatten, fiel dem FCB nicht leicht. «Wir hätten mindestens ein Unentschieden verdient gehabt», lamentierte Xherdan Shaqiri, der sein persönliches Konto mit dem Assist zum zwischenzeitlichen 1:1 zwar auf wettbewerbsübergreifend 24 Skorerpunkte schraubte, dem Clash der Serienmeister jedoch nicht seinen Stempel aufdrücken konnte.

Man möchte auch Fabio Celestini nicht grundsätzlich widersprechen, der einerseits «wütend» über das Gegentor nach nur 46 Sekunden war. Der Trainer attestierte seiner Mannschaft aber auch: «Wir waren offensiv, wir waren dominant und wir hatten viele Torchancen – wir waren alles, was wir sehen wollen. Aber wir waren weniger effizient als YB.»

Diese fehlende Qualität hinterlässt nun schon einige Woche ihre statistischen Spuren. Oder wie es Kevin Rüegg am Sonntag ausdrückte: «Chancen nur herauszuspielen, reicht leider nicht.» Der FCB steckt in einer Phase von nur einem Sieg und lediglich sechs Punkten aus den zurückliegenden sechs Spielen. Acht Tore hat er dabei erzielt. Es ist der schwächste Trend in dieser Saison, und in dieser Betrachtung steht Basel gemeinsam mit Winterthur und GC am Ende des Rankings.

Die Tabelle der letzten sechs Spiele:

YB dagegen hat in diesem Jahr mit 19:6 Toren die beste Abwehr und die beste Offensive und aus zehn Spielen die meisten Punkte (20) geholt vor Servette (19) und Basel (16).

Was Basel zuletzt hergeschenkt hat angesichts der zu erwartenden Tore, gleicht sich statistisch gesehen einigermassen aus: Gegen YB wäre aufgrund der xG-Werte von 2,67:2,74 eher ein Unentschieden herausgekommen. Gegen Lausanne hätte der FCB aufgrund der herausgespielten Abschlüsse nicht 1:1 spielen sondern 3:1 gewinnen müssen und in St. Gallen verspielte man in den Schlussminuten einen 2:0-Vorsprung.

Hingegen erreichte beim Heimsieg gegen Luzern der Gegner hauchzart einen besseren Wert und beim Auswärtserfolg beim FCZ Anfang Februar erwies sich der FCB selbst noch als Meister der Effizienz. Macht unter dem Strich fünf Punkte plus sowie fünf Punkte minus.

Das bittere 1:2 gegen die Young Boys, die mit ihrem Comeback einlösen, was ihnen nicht wenige zugetraut haben, wirkt sich auch in der Heimtabelle aus. Der FC Basel ist ein gutes Stück davon entfernt, das Joggeli wieder zu einer Festung zu machen. Nach dem 1:2 zum Start gegen Lugano, dem 0:2 Ende September gegen den FCZ und dem 0:1 gegen GC kurz vor Weihnachten steht Rotblau nun bei vier Heimniederlagen und im Ranking lediglich auf Platz 5.

Die Heimtabelle:

Das ist noch kein Wert, der darauf schliessen lässt, dass der FC Basel bereits für höhere Weihen taugt. Jedenfalls ist nun eine 14-tägige Länderspielpause Zeit, um Luft zu holen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Philip Otele, der sich gegen YB erneut als famoser Joker erwies, beschwichtigte: «Die Saison ist noch lang, wir kämpfen weiter. Glaubt mir, es gibt keine Krise.»

Und Fabio Celestini ist, bei aller Enttäuschung über den sonntäglichen Dämpfer, sowieso zufrieden: «Wir sind sicher nicht perfekt, aber ich sehe über die Saison eine grosse Entwicklung. Die Mannschaft spielt einen sehr guten, offensiven Fussball und probiert alles. Ich bin stolz auf meine Jungs.»

Ein kurzer Blick in den Rückspiegel sei an dieser Stelle noch empfohlen: Bis Platz 7 und zur Abstiegsrunde sind es auch nur noch sechs Punkte. Und der nächste Gegner Winterthur wartet tief unten im Tabellenkeller.

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