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AboSpieler-Ranking in der Endphase

Meister sind beim FC Basel alle – dennoch gibt es Sieger und Verlierer

Spieler des FC Basel jubeln nach dem Super League-Spiel gegen Lausanne im Stadion mit erhobenen Armen vor den Fans.
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Nach dem Meistertitel ist für den FCB auch noch der Cupsieg möglich. Drei Pflichtspiele trennen den Schweizer Meister noch vom Saisonende. Doch bereits jetzt lässt sich sagen, wer in der finalen Phase zu den Gewinnern und Verlieren in Rotblau zählt. Die BaZ ordnet ein.

Gewinner des Endspurts

1. Nicolas Vouilloz

Nicolas Vouilloz bei der Meisterfeier des FC Basel auf dem Barfüsserplatz, umgeben von rosa Rauch.

Zwischen dem 8. Dezember 2024 und dem 16. März 2025 hat Nicolas Vouilloz zwölf Super-League-Spiele verpasst: Einmal war der Innenverteidiger gesperrt, dreimal Reservist ohne Einsatz und achtmal schaffte es sein Name nicht einmal auf das Basler Matchblatt. Doch dann verletzten sich Adrian Barisic bei der Nationalmannschaft und Finn van Breemen beim Warm-up vor dem Winterthur-Spiel. 

Ein paar Minuten vor dieser Partie erfuhr Vouilloz, dass er erstmals seit Ende November wieder in der Startelf steht. Folglich musste Fabio Celestini im Zentrum der Abwehr umstellen, und der 24-Jährige wurde vom überzähligen Verteidiger ohne Perspektiven zur Stammkraft.

In den bisher neun Partien nach seiner Startelf-Rückkehr, in denen er immer durchspielte, gab es lauter Basler Siege. Und der Genfer trat dabei so auf, wie man es von einem Verteidiger eines Meisterteams erwarten darf. Und so, als wäre er nie weg gewesen. Kein anderer Super-League-Akteur hat im Schnitt so viele Punkte pro Einsatz gewonnen wie er.

2. Albian Ajeti

Albian Ajeti jubelt nach dem Tor zum 2:0 für FC Basel gegen Servette FC, 04.05.2025 in Basel.

Am Mittwoch in Lausanne musste der Angreifer zuschauen – weil er sich am Spieltag zuvor in Lugano eine Gelb-Rote Karte eingehandelt hatte. Das ist aber der einzige Tolggen im Reinheft des 28-Jährigen in der Saison-Endphase. Seit Anfang April setzt Fabio Celestini voll auf den Mittelstürmer, nachdem dieser zuvor einen harzigen Start ins 2025 hatte. Negativer Höhepunkt in dieser Phase war die Rote Karte nach einer Tätlichkeit in Sitten, die ihm drei Spielsperren einbrachte. 

Nun aber belohnt Ajeti das Vertrauen von Celestini auf den letzten Metern der Meisterschaft mit Zählbarem. Sein bestes Spiel liefert er gegen Servette ab: Beim 5:1-Erfolg gelingen ihm zwei Tore und ein Assist. Bei seiner Auswechslung gibt es im St.-Jakob-Park vor allem auch deshalb grossen Beifall, weil der Stürmer in diesem Spiel erstmals nach über einem halben Jahr wieder ins gegnerische Tor getroffen hat.

Standen die Zeichen noch bis März eher auf Abschied, dürfte die Liaison mit dem Heimclub nun weitergehen: Ajeti und der FCB befinden sich seit einiger Zeit in Vertragsverhandlungen.

3. Jonas Adjetey

Jonas Adjetey vom FC Basel jubelt nach einem Super League Spiel gegen den FC Lugano am 10. Mai 2025 in Lugano. Er trägt ein gelbes Hütchen auf dem Kopf, während sich seine Mitspieler im Hintergrund freuen. (Foto: Marusca Rezzonico/freshfocus)

Er war an der Meisterfeier nicht nur bemüht, die Basler Fangesänge im Dialekt mitzugrölen. Nein, der Ghanaer hat zuvor auch wiederholt, was ihm bereits ein Jahr zuvor gelungen war: In Abwesenheit Barisics und Van Breemens erhielt er seinen damals eroberten und zwischenzeitlich verlorenen Stammplatz in der Innenverteidigung zurück und überzeugte fortan mit Speed und Zweikampfstärke.

Nun könnte sich wiederholen, was im Sommer davor schon war – und das eine oder andere Angebot an ihn herangetragen werden.

4. Metinho

Boris Cespedes von Yverdon-Sport FC im Zweikampf mit Metinho von FC Basel während eines Super League-Spiels in Basel.

Zuvor nur Einwechselspieler stand er seit dem 2:0 in Winterthur stets in der Startelf und überzeugte dabei mehrheitlich. Will heissen: Erst im Winter leihweise zum FCB gestossen, benötigte der 22-jährige Brasilianer wenig Anlaufzeit, um in der entscheidenden Phase ein wichtiges Element in der Mannschaft zu werden.

Wie es für ihn weitergeht, scheint offen: Der FCB verzichtete aus Zeitgründen auf eine Kaufoption und verhandelt nun eine definitive Übernahme. Wie Metinhos französischer Ligue-1-Club Troyes oder der Spieler dazu steht, weiss man nicht genau. Sicher ist: Beim FCB hätte er gute Perspektiven.

5. Philip Otele

Philip Otele vom FC Basel, in blau-rotem Trikot, spielt den Ball während eines Super League-Spiels gegen FC Zürich im Stadion in Zürich am 12. April 2025.

Im Winter gekommen, benötigte der Nigerianer keinen Anlauf, um für den FCB eine Bereicherung zu sein. Doch nach der Länderspielpause schaltete er noch einen Gang höher, machte sich zum unumstrittenen Stammspieler und sorgte mit fünf Toren und zwei Assists hinter Shaqiri für die entscheidende Differenz. Inzwischen ist er so bei acht Liga-Treffern im zweiten Halbjahr angelangt – das ist nur einer weniger, als im Vorjahr Thierno Barry im gleichen Zeitraum gelang, womit dieser den Baslern damals den Klassenerhalt sicherte.

Im Gegensatz zum Franzosen feierte Otele im April allerdings bereits seinen 26. Geburtstag, was eher für einen Verbleib in Basel spricht. Dann, wenn der FCB bereit ist, die rund 3,5 Millionen Franken zu bezahlen, die seine Kaufoption beinhalten soll – oder es den Baslern gelingt, einen tieferen Übernahmepreis zu vereinbaren.

Verlierer des Endspurts

1. Finn van Breemen

Chris Bedia von den BSC Young Boys spielt gegen Finn van Breemen vom FC Basel im Super League-Fussballspiel am 16.03.2025 in Basel.

Seine Geschichte ist rasch erzählt: Zuvor seit drei Spielen gesetzt, zog sich der 22-jährige Niederländer beim Aufwärmen in Winterthur eine schwerwiegende Meniskusverletzung zu, die ihn bis in die neue Saison hinein ausser Gefecht setzt.

Nun steht er beim FCB vor einer höchst ungewissen Zukunft, zumal er dem Club nicht zum ersten Mal gesundheitsbedingt längere Zeit fehlt.

2. Kevin Carlos

Kevin Carlos von FC Basel liegt verletzt auf dem Spielfeld im Spiel gegen FC Lausanne-Sport in Lausanne, 14.05.2025.

Mit zwei Treffern in Lausanne hat Kevin Carlos eine zehn Ligaspiele andauernde, persönliche Torflaute beendet und Werbung in eigener Sache betrieben. Und wer weiss? Vielleicht gelingt es ihm in den verbleibenden Partien, daran anzuknüpfen und so weitere Argumente zu sammeln, um wieder das zu sein, was er zuletzt nicht mehr war: der Mittelstürmer Nummer 1 beim FC Basel.

Fakt ist nämlich auch, dass er zuvor in Albian Ajetis Schatten stand: Nach dem 2:0 in Winterthur beschloss Celestini, dem Schweizer vor dem Spanier den Vorzug zu geben und erwies sich Ajeti in der Folge zunächst mannschaftsdienlicher als der Spanier – und steuerte dann schliesslich auch wichtige Tore hin zum Titel bei.

Wer wie Carlos schon Liga-Torschützenkönig war und im August für drei Millionen Franken nach Basel wechselte, hat nicht den Anspruch, lediglich die Jokerrolle auszufüllen. Doch solange Ajeti so weitermacht wie zuletzt, wird genau das Kevin Carlos’ Aufgabe bleiben.

3. Taulant Xhaka

Taulant Xhaka feiert die Meisterschaft des FC Basel am Barfüsserplatz in Basel, umgeben von feiernden Fans und Rauch.

Im Grunde war dieses Halbjahr für ihn bisher eine einzige Konstante: Trainer Celestini bevorzugte alle anderen defensiveren Mittelfeldspieler, sodass Xhaka bei 19 Pflichtspielen stets nur Zuschauer war, wobei er nur einmal als Ersatzspieler aufgeboten wurde.

Überaus aktiv teilgenommen hat er indes an seiner letzten spontanen FCB-Meisterfeier als Spieler, weswegen er hier Aufnahme findet: Auch wenn er bei den Hardcorefans und auch anderen Anhängern wegen seiner Schmähungen gegen den FCZ und GC kaum Sympathien einbüssen wird, so haben ihn diese bei einem Teil der rotblauen Gemeinde und gewiss auch darüber hinaus einige Punkte gekostet. Und am Ende auch eine Sanktion der Liga.

Das wird nun sein Karriereende begleiten. Kurz: Xhaka hat sich selbst unnötig geschadet.

4. Adrian Barisic

Olivier Custodio von FC Lausanne-Sport im Zweikampf mit Adrian Barisic von FC Basel während eines Super-League-Spiels am 14. Mai 2025 in Lausanne.

Zuletzt beim bedeutungslosen Spiel in Lausanne stand er erstmals seit seinem Muskelfaserriss im März wieder in der Startelf. Zuvor hatte er zuschauen müssen, wie das Duo Adjetey/Vouilloz massgeblichen Anteil am plötzlichen Höhenflug zum Meistertitel hatte. Das ist auch deshalb bitter, weil er zuvor als der beste der vier FCB-Innenverteidiger galt und nun nicht jenen Anteil am Meistertitel hat, den man ihm zugesprochen hätte, wäre er gesund geblieben. Gleichzeitig wird man nie erfahren, ob die Basler auch mit ihm als Abwehrchef diesen mitreissenden Frühjahrssprint auf den Thron hingelegt hätten.

In Bezug auf die kommende Saison bedeutet das alles primär, dass die Konkurrenz für Barisic grösser sein wird als zuvor, während der Trainer die Qual der Wahl haben wird. Und auch klar ist: Käme es bei Adjetey zu einem Transfer, wird dies die ohnehin intakten Startelf-Chancen des 23-jährigen Bosniers erhöhen.

5. Léo Leroy

Leo Leroy vom FC Basel reagiert enttäuscht nach einer verpassten Chance im Spiel gegen die BSC Young Boys in der Super League am 16. März 2025 in Basel.

Gewiss: Léo Leroy hat auch in jener Phase, in welcher der FCB den Unterschied zur Konkurrenz machte, seinen Beitrag geleistet. Zuvorderst steht dabei natürlich sein Siegtreffer im Cup-Halbfinal gegen Lausanne. Allein: Seit der Länderspielpause im März, die die Wende zum Guten und zum Meistertitel bedeutete, stand er nur bei den beiden letzten der inzwischen neun Pflichtspielsiege in Folge in jener Startelf, in der er zuvor regelmässig aufgelaufen war. Dabei war in Lugano Fixstarter Leon Avdullahu gesperrt und wurden in Lausanne einige Stammkräfte geschont.

Bedeutet: So wie auch Anton Kade in der entscheidenden Phase nur noch dann von Beginn an spielte, wenn andere fehlten, so ist es auch Leroy ergangen. Dies, nachdem er zuvor in aller Regel zu Fabio Celestinis Startformation gehört hatte.

Das bedeutet allerdings nicht, dass er in Bezug auf die nächste Saison schlechte Karten hat: Gut möglich, dass sich das Angebot an zentralen, eher defensiven Mittelfeldspielern beim FCB stark verändert: Avdullahu wird immer wieder mit Borussia Mönchengladbach in Verbindung gebracht, ein Verbleib Metinhos ist kostspielig und muss verhandelt werden. Das sind jene beiden Spieler, die Leroy aktuell vor der Sonne stehen, da sie zuletzt stärker geglänzt haben.

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Zu wenig überzeugend war der Fitnesszustand des Angreifers zum damaligen Zeitpunkt.Wesentlicher Bestandteil des Kontrakts: reguläre Laufzeit für eineinhalb Jahre, Option auf automatische Verlängerung bei Erfüllung gewisser Leistungsparameter.Meist sind diese Parameter primär an Einsätze geknüpft. Und zwar so, dass eine klare Mehrheit der Spiele bestritten werden muss, damit die Bedingung zur Verlängerung erfüllt ist. Bei einem Torjäger wie Ajeti kann es sich auch um einen Mix handeln, könnten Skorerpunkte eine Rolle spielen – oder gar allein den Ausschlag geben.Aktuell hat der FC Basel 23 Pflichtspiele in Liga und Cup absolviert. Ajeti steht – auch aufgrund einer zwischenzeitlichen Verletzung, die ihm nach gutem Beginn im Sommer den Schwung nahm – bei 20 Einsätzen und 12 Skorerpunkten (7 Tore).Das ist gesamthaft gesehen sehr ordentlich. Aber es ist nicht herausragend für einen, der schon einmal Torschützenkönig der Super League war. Das war bei seiner zweiten von inzwischen drei rotblauen Phasen. Und vor seinem nächsten erfolglosen Versuch im Ausland. Und es ist – nach allem, was man weiss – auch noch nicht genug, damit sich der Vertrag automatisch verlängert. So, wie es unwahrscheinlich ist, dass man ein neues Papier aushandelt, um die Zusammenarbeit auch dann fortzusetzen, wenn diese eigentlich enden würde.Albian Ajeti weiss das natürlich. Und auch er wird den Tribünenplatz in Lugano nicht als positives Zeichen gewertet haben. Hat das bereits genug Frust verursacht, um sich gegen Sion zu einer Kurzschlusshandlung hinreissen zu lassen? War es vielleicht eher eine gegnerische Provokation, die zu diesem Ausfallschritt führte? Oder war es etwas ganz anderes?Im Moment weiss man das nicht, weil sich Albian Ajeti noch nicht dazu geäussert hat. Irgendwann wird wohl der Tag kommen, an dem er das tut.Ganz sicher ist: Am nächsten Wochenende im Klassiker gegen den FC Zürich fehlt Albian Ajeti gesperrt. 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