Mit Vollgas den Traum realisieren: Sieben Punkte, die den FC Basel vor dem Saisonfinale beschäftigen

Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.


Super League

Mit Vollgas den Traum realisieren: Sieben Punkte, die den FC Basel vor dem Saisonfinale beschäftigen

Nach der Länderspielpause geht die Saison des FC Basel in den Endspurt. Vor der englischen Woche, die am Sonntag in Winterthur beginnt, geben rund um den FCB unterschiedliche Dinge zu reden.

Exklusiv für Abonnenten

<!–>

Der FC Basel reist am Samstag nach Winterthur, wo am Sonntag ab 14.15 Uhr die 29. Runde der Super League stattfindet und wo Xherdan Shaqiri und der FCB im Oktober 2024 mit 6:1 gegen Fabian Frei und Co gewannen.

Bild: Michael Buholzer/Keystone

–>

1. Das vermeintlich leichte Restprogramm

Am 22. April teilt sich die Liga zum zweiten Mal in ihrer Geschichte in eine Championship und eine Relegation Round. Am 24. Mai steht der Meister fest, also in nicht einmal zwei Monaten. Zehn Spiele und dreissig Punkte sind bis dahin noch zu vergeben, ehe die spannendste Super-League-Saison seit langem zu Ende ist. Den Anfang des Endspurts macht eine englische Woche, nach welcher möglicherweise ein bisschen mehr Klarheit herrscht, wer noch zu den Titelkandidaten gehört und wer die Top 6 verpassen oder absteigen könnte.

So sieht die Tabelle vor dem 29. Spieltag aus.

So sieht die Tabelle vor dem 29. Spieltag aus.

Bild: sfl

<!–>

Beim FCB sind die Hoffnungen gross, dass man sich im vermeintlich leichten Restprogramm bis zur Ligatrennung von der Konkurrenz lösen kann. «Die Meisterrunde wird eng. Daher gilt es, in den kommenden fünf Spielen möglichst viele Punkte zu holen», sagt Mittelfeldspieler Léo Leroy. Sein FCB trifft in den nächsten drei Wochen auf Winterthur, GC, Lugano, Zürich und Yverdon, dreimal vor heimischer Kulisse.

Das Restprogramm bis zur Teilung

Servette: Lugano (a), YB (h), St. Gallen (a), Sion (a), Luzern (h)
Basel: Winterthur (a), GC (h), Lugano (h), Zürich (a), Yverdon (h)
Lugano: Servette (h), Yverdon (a), Basel (a), St. Gallen (h), Lausanne (a)
Luzern: Lausanne (a), St. Gallen (h), GC (a), YB (h), Servette (a)
YB: St. Gallen (h), Servette (a), Yverdon (h), Luzern (a), Zürich (h)
Zürich: GC (a), Lausanne (h), Winterthur (a), Basel (h), YB (a)
Lausanne: Luzern (h), Zürich (a), Sion (h), Winterthur (a), Lugano (h)
St. Gallen: YB (a), Luzern (a), Servette (h), Lugano (a), Sion (h)

2. Die schlechte Form und Celestinis Lösungen

Die Form vor der Länderspielpause spricht nicht für den FCB. Nur sechs Punkte aus den letzten sechs Spielen sind der Wert eines Kellerkinds und das Duell gegen Winterthur ist ein Duell zweier Teams, die in den letzten sechs Runden kumuliert nur dreimal gewonnen haben.

Die Formtabelle der letzten sechs Spiele. –> <!–>

Die Formtabelle der letzten sechs Spiele.

Bild: Transfermarkt

–>

Fabio Celestini sieht statt der Resultatkrise aber lieber die Arbeit seines Teams: «Wir haben aus den letzten fünf Spielen zwei Punkte zu wenig. Aber es war immer knapp. In den kommenden fünf Partien wollen wir angreifen. Der Tank ist aufgefüllt. Wir geben Vollgas», sagt der FCB-Trainer. Celestini will Meister werden: «Wenn man so nah dran ist, muss man diesem Ziel alles unterordnen.»

3. Die besten Aktien im Titelrennen

«Am Ende macht es doch wieder YB»: Dieser Satz war auch in FCB-Fankreisen nach dem 1:2 gegen den Meister vor zwei Wochen oft zu hören. Wer heute beim Schweizer Wettanbieter Sporttip Geld auf den Schweizer Meister 2025 setzt, bekommt für Basel und YB noch den 4,4-fachen Einsatz zurück. In Deutschland, wo möglicherweise noch die haarsträubenden Auftritte von YB im Europacup im Gedächtnis sind, ist der FCB bei den Buchmachern nach wie vor der Topfavorit.

4. Schwierige Heimspielsituation im Mai

Die Cuphalbfinals (Basel – Lausanne und Biel – YB) findet am letzten Aprilwochenende statt, damit die Liga vor dem Beginn der Meister- und Abstiegsrunde Zeit für die komplexe Ansetzung hat. Der FC Basel hat als Wunsch angegeben, die beiden Heimspiele ausnahmsweise am Freitag, 9. Mai, und am Samstag, 24. Mai, austragen zu dürfen. Möglich wäre theoretisch auch noch das erste Maiwochenende. Doch dann fänden wegen dem auf dem St.-Jakob-Areal stattfindenden Eurovision Song Contest drei Auswärtsspiele in Folge statt.

Die Heimspielfrage könnte auch noch für grössere Diskussionen sorgen. Denn nach 33 Runden werden Basel, Lugano, YB, Zürich und Lausanne 17 Heimspiele absolviert haben und Servette, Luzern und St. Gallen 16. Das bedeutet, dass letztere drei alle den Sprung in die Meisterrunde schaffen müssen. Sonst wird eines der anderen fünf Teams mit einem zusätzlichen Heimspiel ausgestattet, was im sowieso schon engen Meisterrennen das Zünglein an der Waage sein könnte.

5. Die Shaqiri-Abhängigkeit und dessen Formdelle

Xherdan Shaqiri konnte sein Team in den letzten Spielen nicht wie gewünscht zu Siegen führen.

Xherdan Shaqiri konnte sein Team in den letzten Spielen nicht wie gewünscht zu Siegen führen.

Bild: Claudio De Capitani/Freshfocus

<!–>

Nur noch ein Assist, zwei Elfmetertore und ein Pass, aus dem gegen Sion (2:0) ein Tor wird: Das ist die Bilanz von Xherdan Shaqiri aus den letzten sieben Spielen, in denen parallel die Erfolgskurve seiner Mannschaft nach unten zeigte. Wenn das eine (erste) echte Formdelle bei Shaqiri seit seiner Rückkehr wäre – sie käme zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Dabei ist er mit neun Toren und zwölf Assists nach wie vor bester Liga-Skorer (21 Punkte) vor dem Servettien Miroslav Stevanovic mit 17 Punkten (9 Tore, 8 Assists).

6. Ladehemmung bei den Basler Stürmern

Kevin Carlos vergab zuletzt einige gute Torchancen. –> <!–>

Kevin Carlos vergab zuletzt einige gute Torchancen.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus

–>

Kevin Carlos wartet seit Mitte Februar auf ein Liga-Tor. Der Basler Stürmer Nummer eins vergab gegen YB und Luzern zuletzt gute Chancen und fiel eher mit Fallsucht im Strafraum als mit Treffsicherheit auf. Gemäss seinen Chancen hätte er bereits 12,8 Tore schiessen sollen. Gejubelt hat er aber nur zehnmal. Zum Vergleich: Liga-Toptorschütze Dereck Kutesa machte aus 8,5 erwarteten Treffern 13.

Auch die interne Konkurrenz hat Ladehemmung. Albian Ajeti traf zwar im Cup in Carouge, in der Liga war er aber zuletzt im November gegen Winterthur erfolgreich. Und Bradley Fink hat in diesem Jahr erst 21 Minuten gespielt, ohne dabei Eigenwerbung zu machen. Celestini sagt: «Stürmer sind wie Torhüter spezielle Charakter. Ihre Leistungen schwanken oft. Kevin hat im Training sehr gut gearbeitet und versprüht grosse Lust. Seine Tore werden kommen. Und auch Albi und Brad Fink werden noch wichtig sein.»

7. Die vielen Fehler und Wechsel in der Innenverteidigung

Mit Adrian Barisic muss der FC Basel in den nächsten Wochen auf den Abwehrchef verzichten, der trotz seiner 23 Jahre am meisten Erfahrung als Innenverteidiger hat.

Mit Adrian Barisic muss der FC Basel in den nächsten Wochen auf den Abwehrchef verzichten, der trotz seiner 23 Jahre am meisten Erfahrung als Innenverteidiger hat.

Bild: Georgios Kefalas/Keystone

<!–>

Der 22. Februar und der Match in St. Gallen (2:2) brachte eine kleine Zäsur in der Abwehrreihe hervor. Was zuvor eine Konstante war, wurde vom Trainer nach dem in der Schlussphase verspielten 2:0-Vorsprung umsortiert. In den folgenden drei Partien sassen Rechtsverteidiger Joe Mendes und Innenverteidiger Jonas Adjetey nur noch auf der Bank. Adjetey, der bei beiden Gegentoren in St. Gallen keine gute Figur gemacht hatte, blieb zweimal ganz ohne Einsatzminuten.

Finn van Breemen erbte Adjeteys Platz, seine Performance – bei der jüngsten 1:2-Heimniederlage gegen YB die eines Nervenbündels – überzeugte nicht. Gleiches gilt bei allem Bemühen für Kevin Rüegg, der Mendes’ Platz erbte. Zu ihm sagt Celestini: «Kevin trainiert sehr gut, hat viel Power, Stabilität und auch reichlich Erfahrung. Gegen YB hat er sein bestes Spiel, seit ich hier bin, gemacht. Kevin hat seine Chance genutzt und bleibt in der Startelf.»

Die Besetzung der Innenverteidigung ist seit Freitag und der Hiobs-Diagnose für Adrian Barisic wohl keine grosse Frage mehr. Der Bosnier fällt mit einer strukturellen Muskelverletzung an der Oberschenkelrückseite aus – klingt nicht gut und nach einer längeren Zwangspause.

–>