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AboFCB sagt Barfi ab

Der FC Basel krönt sich in Bern – doch am Ende feiert keiner mehr

Die Spieler des FC Basel feiern mit dem Pokal den Sieg im Schweizer Cupfinal 2025 gegen FC Biel-Bienne in Bern.
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In Kürze:

  • Der FC Basel gewinnt den Cupfinal gegen den FC Biel mit 4:1.
  • Captain Xherdan Shaqiri entscheidet die Partie mit Assist und Elfmetertor.
  • Die Basler sichern sich nach dem Meistertitel das erste Double seit 2017.
  • Trainer Fabio Celestini lässt seine Zukunft beim FCB weiterhin offen.

Keine Fans auf dem Barfüsserplatz. Keine Spieler auf dem Balkon des Stadtcasinos. Keine Feier mehr in Basel, obwohl man sich nur wenige Stunden zuvor in Bern noch in den Armen gelegen und gemeinsam gelacht hat. Stattdessen bedrückte Stimmung oder sogar Schock.

So trist endet kurz nach 19 Uhr für die rotblaue Fussball-Gemeinde ein Tag, der für den Club, die Mannschaft und seine Anhängerschaft lange Zeit ein grosser gewesen ist. Grund ist ein Personenunfall am Bahnhof Wankdorf in Bern. Dort, wo nach dem Cupfinal die Extrazüge halten, um die Zuschauer wieder nach Hause zu bringen. Ein Fan des FC Basel ist schwer verunfallt, wie die offiziellen Stellen vermelden. Der genaue Sachverhalt ist Gegenstand von Untersuchungen.

Der Barfüsserplatz in Basel, gefüllt mit Fans in roten Shirts, die den Platz nach der Absage einer Feier verlassen. Ein leerer Balkon im Vordergrund. Foto von Claudio Thoma/freshfocus.

Der FC Basel reagiert zügig auf die Nachricht und sagt die geplante Cupfeier auf dem Barfüsserplatz ab. Die Gesundheit stehe in solchen Momenten über allem, so lautet die Begründung des Clubs.

Für die meisten Menschen im und um den FC Basel hat sich ein Tag, der zuvor voll von Freude gewesen ist, zu einem seltsam zu beschreibenden Erlebnis entwickelt. Einige haben schon am Barfüsserplatz auf die Spieler gewartet, da sie vernehmen, dass die Cupfeier ausfällt.

FCB-Präsident David Degen tritt auf den Balkon und sagt: «Wir sind alle eine Familie, ein Team. Und es ist mehr als fair, dass wir unsere ganze Kraft dem Fan geben, denn der kämpft um sein Leben.» Mannschaft und Staff treffen sich zwar noch im Papa Joe’s, aber es hat mehr den Charakter eines Saison-Abschiedsessens.

Shaqiri hat den Unterschied gemacht

Es ist der grosse Gegensatz zu dem, was sich früher am Tag im Stadion Wankdorf ereignet hat. Denn um 16.14 Uhr ist in Bern noch alles so, wie sich das der FC Basel gewünscht hat – und stemmt Xherdan Shaqiri als Captain die Sandoz-Trophäe in die Höhe, die dem Sieger des Schweizer Cup zuteilwird. Der klare Favorit hat sich gegen den bewundernswerten FC Biel aus der Promotion League durchgesetzt. Und das Resultat ist mit 4:1 in etwa so, wie man sich das vor dem Anpfiff des 100. Cupfinals vorgestellt hat.

In diesem Moment, da sind es noch strahlende Basler Gesichter, wohin man blickt. Denn der FCB hat eine denkwürdige Saison gekrönt. Er ist nun nicht nur zum 21. Mal Schweizer Meister, sondern auch zum 14. Mal Cupsieger. Er hat damit das Double geschafft. Zum ersten Mal seit 2017 und zum siebten Mal in der Clubgeschichte.

Dem vorausgegangen war eine Basler Völkerwanderung in die Bundesstadt, ein rotblaues Menschenmeer. Und es war – in der Überzeugung, dass das mit dem Double gegen die Bieler ohnehin klappt – eine Atmosphäre wie bei der Fasnacht gewesen, zumal tout Bâle in Bern zugegen schien.

Fanmarsch der Basel Fans beim Schweizer Cup Final gegen FC Biel-Bienne, mit Rauchfackeln und Fahnen in der Luft.

Die Partie ist dann komplizierter gewesen, als allgemein erwartet worden war. Die Basler tun sich gegen die Bieler schwer und entscheiden die Begegnung erst zu Beginn der Schlussphase. Marin Soticek trifft in der 78. Minute mit einem direkten Schlenzer zum 3:1, Moussa Cissé schliesslich mit einem Bogenball von der Seitenlinie, der wohl eher als Flanke denn als Schuss gedacht war, zum 4:1.

Mehr zu diskutieren als das gibt, wie die Basler nach dem Bieler Ausgleich durch Beyer per Elfmeter (60.) die Tür zum Sieg abermals aufstossen: Nach einem Flankenball Xherdan Shaqiris ist Albian Ajeti mit dem Kopf vor Raphael Radtke am Ball und wird danach vom Bieler Goalie an der Hüfte getroffen, worauf Schiedsrichter Stefan Horisberger auf Strafstoss entscheidet.

Xherdan Shaqiri von FC Basel schiesst ein Tor zum 1:2 im Schweizer Cup Final gegen FC Biel-Bienne per Elfmeter.

Ist der Pfiff trotz hoher Tempi zwingend? Kaum. Aber einen klaren Fehlentscheid macht der VAR offenbar auch nicht aus. Entsprechend meldet er sich nicht zu Wort – und trifft Shaqiri in der 67. Minute zum 2:1 für den FC Basel.

Der Captain der Basler hat einen anstrengenden Nachmittag erlebt, die Bieler haben ihm das Leben schwer gemacht und wenig Raum angeboten. Doch am Ende ist es trotzdem Shaqiri, der für die Basler mehr als jeder andere den Unterschied macht.

Schon beim 1:0 flankt er so gefährlich auf Ajeti, dass de Freitas in der Not ein Eigentor schiesst. Und auch beim 3:1 hat er die Füsse im Spiel, als man ihm den Ball gerade noch so vom Fuss und in Soticeks Zone spitzeln kann.

«Es war nicht unsere beste Leistung. Aber am Ende des Tages waren wir besser als die Bieler», stellt Shaqiri danach fest und spricht von einem unglaublichen Fussballjahr, das nun endet. Dass er abermals im Mittelpunkt steht und Trainer Celestini an die offizielle Medienkonferenz begleitet, ist keine Überraschung. Und doch stellt Shaqiri fest: «Es hat für all diese Erfolge alle gebraucht. Ich bin froh, dass ich meinen Beitrag leisten konnte.»

Fabio Celestini: «Ich habe kein Angebot»

Celestini setzt auf diese Feststellung noch einen drauf: «Wir haben im Cup selten wirklich gut gespielt. Aber dieser Wettbewerb ist perfekt: Er hat uns gezeigt, was für eine tolle Mannschaft wir sind. Denn wenn du das nicht bist, dann bist du im Cup nicht Sieger, sondern irgendwann weg.»

Dann wird der Trainer abermals nach seiner Zukunft befragt. Festlegen mag er sich dabei nicht. Aber er hält fest: «Ich habe kein Angebot.» Also nicht von Getafe oder von einem anderen Club. Dafür einen weiterlaufenden Vertrag. Und Celestini fügt an: «Ja, ich treffe mich am Montagnachmittag mit Daniel Stucki, um zu schauen, was wir machen. Es geht nicht um mich, sondern darum, was für den Club, für den FC Basel das Beste ist.» Daniel Stucki, das ist der Sportdirektor des FC Basel, der an diesem Montagnachmittag Klarheit darüber haben will, ob es mit oder ohne Celestini weitergeht.

Es ist davon auszugehen, dass dieser Termin nicht verschoben wird. Zu wichtig ist er für die kurz- und mittelfristige Zukunft des Clubs. Trotz dieses schwer zu beschreibenden Sonntags, an dem der FC Basel zuerst seine grosse Saison krönt – und am Ende trotzdem keine Freude herrscht.

Trainer Fabio Celestini vom FC Basel jubelt mit dem Schweizer Meister Pokal und dem Cup Pokal nach dem Schweizer Cup Finale gegen FC Biel-Bienne am 01.06.2025 im Stadion, umgeben von jubelnden Spielern.
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Eine Niederlage würde den Druck auf den serbelnden FCZ weiter erhöhen.Das SpielEs ist von Beginn an einer dieser Klassiker, wie ihn der Fussballfan liebt. Ein mit 21’690 Zuschauern gut gefüllter Letzigrund und zwei stimmgewaltige Fankurven sorgen für einen würdigen Rahmen. Die Unterstützung aus Basel ist riesig. 4000 Fans in Rotblau sind angereist.Und auf dem Feld legen die Gastgeber gleich mächtig los. Ein grosses Dankeschön muss der FC Basel an Goalie Marwin Hitz richten. Der 37-Jährige, der eben seinen Vertrag um eine weitere Saison verlängert hat, verhindert nach 24 Minuten mit seinem linken Bein den Rückstand. Aus drei Metern bringt Zürichs Juan José Perea den Ball nicht am Basler Keeper vorbei. Diese Aktion hätte die Zürcher Führung sein müssen.Danach überschlagen sich die Ereignisse: Zürichs Mounir Chouiar scheitert mit einem Penalty an Hitz (33.). Und drei Minuten später liegt der FCB in Führung. Kevin Carlos trifft auf Vorarbeit von Xherdan Shaqiri per Kopf. 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Sigua), Traoré (46. Otele); Carlos (85. Fink).Bemerkungen: FCZ ohne Denoon, Kamberi (beide gesperrt), Bangoura, Di Giusto, Goure, Kryeziu und Leidner (alle verletzt). FCB ohne Ajeti (gesperrt), Zé, Xhaka, Rüegg, Vouilloz, Pfeiffer und Spycher (alle kein Aufgebot). – Ersatz: Salvi; Metinho, Soticek, Cissé. – Verwarnungen: 33. Avdullahu (Foul). 35. Ballet (Foul). 41. Schmid (Unsportlichkeit, gegen Luzern gesperrt). 41. Markelo (Unsportlichkeit). – 33. Hitz hält Penalty von Chouiar. – 80. Pfostenschuss Kade.Die TaktikFabio Celestini hält an seiner Devise fest – und verändert das Team nicht, wenn er sich nicht dazu gezwungen sieht. Es beginnt dieselbe Elf wie bereits in Lugano und im Heimspiel gegen Sion – in der gewohnten 4-2-3-1-Anordnung.Personalprobleme in der Defensive plagen hingegen den FC Zürich. Trainer Ricardo Moniz lässt mit drei Spielern verteidigen, wobei nur der zentrale Mann, Mariano Gomez, ein gelernter Verteidiger ist. Neben ihm versuchen Samuel Ballet und Junior Ligue den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten.In der ersten Halbzeit presst der FCZ – im Sinne von: Angriff ist die beste Verteidigung. Und der FCB nutzt die Freiräume, um zu seinen Chancen zu kommen. Gefragt ist schnelles Umschalten, schnelle Spieler und kluge Pässe.Nach dem Seitenwechsel verändert sich die Spielanlage ein wenig. Basel hat nun mehr Zugriff auf das Spiel und das Heimteam nicht mehr die notwendige Puste, um weiter konsequent den Gegner unter Druck zu setzen.Der AufregerDie Phase zwischen der 33. und 36. Minute sollte entscheidende sein: Erst reisst Leon Avdullahu Jahnoah Markelo zurück, und Schiedsrichter Feday San entscheidet auf Penalty. Doch der Elfmeter bringt Zürich nicht die Führung, Hitz pariert. Drei Minuten später erhält der FCB einen Freistoss zugesprochen: Freistoss Shaqiri, Kopfball Carlos 1:0. Statt mit einem Rückstand geht der Gast mit einer Führung nach 45 Minuten in die Kabine.Das muss besser werdenDer FCB ruft in der ersten Halbzeit nicht das ab, was er möchte. Er wirkt zu zögerlich, scheint nicht mit der letzten Überzeugung bei der Sache zu sein. Doch: Basel kämpft und hat nach dem Seitenwechsel das Spiel meistens im Griff. Gegen Luzern am Donnerstag braucht Basel zwei Halbzeiten, in denen es dominant auftritt.Das sagt der TrainerDrei Spiele im 2025, sieben Punkte. Fabio Celestini ist nach dem 1:0 in Zürich einfach «stolz». Auch, weil er in Zürich in der «zweiten Halbzeit ein anderes Basel gesehen hat». Für Dominik Schmid ist dieser Sieg ein starkes Signal. Der Linksverteidiger sagt, dass man die Partie wie ein «Cupspiel» angegangen habe. Und am Ende sei man wegen der immensen Kampfbereitschaft mit drei Punkten belohnt worden.So geht es weiterViel Zeit zum Durchschnaufen hat der FCB nicht. Am Donnerstag folgt im St.-Jakob-Park das nächste besondere Spiel. Der Gegner heisst FC Luzern, und die Zentralschweizer sind aktuell richtig gut in Form. Nach dem 2:0-Sieg über St. Gallen kommt die Mannschaft von Ex-FCB-Spieler Mario Frick als Tabellendritter ins Joggeli. Schliesslich geht die intensive rotblaue Woche am Sonntag mit der Auswärtspartie bei Servette Genf zu Ende.Der FC Basel im 2025:Den Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «Dritte Halbzeit».NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenDominic Willimann ist seit 2007 Sport-Redaktor der BaZ und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist er mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut und hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst. Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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Er muss ja auch erst einmal alles kennen lernen und sehen, wie wir beim FCB arbeiten.Hat Magnin Ihnen schon gesagt, ob Sie in der kommenden Saison wieder die gleichen Freiheiten geniessen wie in der vergangenen?Wir haben schon grob darüber gesprochen. Die Freiheiten wird er mir wohl nicht wegnehmen, denn die brauche ich auf dem Platz. Am Ende geht es aber um die Mannschaft und nicht um mich. Der Trainer weiss, wie er mit den Spielern umgehen muss. Und sportlich müssen wir ja nicht viel verändern.Obwohl Sie gegen Ende der letzten Saison sehr fit waren, werden auch Sie älter und im Oktober 34. Ist alles noch wie früher mit Ihrem Körper?Bei mir ist es die Spielweise, die es so aussehen lässt, als würde ich noch spielen wie vor zehn Jahren. Zudem lernt man mit den Jahren seinen Körper besser kennen und weiss, was man braucht. Aber auch ich brauche mehr Erholungspausen und spüre den Körper an gewissen Stellen.Fokus und Fitness: Bis zum 5. Juli sind die FCB-Spieler noch im Trainingslager in Schruns.Foto: Daniela Frutiger (Freshfocus)Es gibt Spieler, die mit zunehmendem Alter neue Dinge wie beispielsweise Yoga ausprobieren. Tun Sie das auch?Nicht direkt. Ich mag es, nach den Spielen in einem schönen Hotel in den Bergen ins Spa zu gehen. Dann gewinne ich auch ein wenig Distanz vom ganzen Rummel, kann runterfahren und mich wieder sammeln.Haben Sie sich schon konkret Gedanken darüber gemacht, wann Sie allenfalls Partien auslassen, um zu regenerieren?Nein, das ist jetzt nicht der Zeitpunkt dafür. Ich will so viele Spiele wie möglich bestreiten. Aber es ist klar, dass wir auch in der Breite besser werden müssen, damit auch mal die Stammspieler eine Verschnaufpause bekommen, ohne dass die Qualität darunter leidet. Da erhoffe ich mir von den jungen Spielern, dass sie noch mehr Verantwortung übernehmen.Gerade in der Offensive haben Sie einige junge Spieler um sich. Gemäss Daniel Stucki soll sich da auch nicht viel ändern, damit diese ihre Einsatzminuten erhalten und sich weiterentwickeln. Betrachten Sie es als Ihre Aufgabe, diese darauf vorzubereiten, nun mehr Verantwortung zu übernehmen?Es ist definitiv nicht meine Aufgabe, junge Spieler vorzubereiten. Wir sind beim FCB. Und wer beim FCB ist, der muss von Anfang an verstehen, dass es um Leistungen, ums Gewinnen und um Titel geht. Das muss in erster Linie der Trainer vermitteln. Wir älteren Spieler sind dazu da, voranzugehen, die Jungen mitzuziehen und ihnen aufzuzeigen, wo es langgeht.Was heisst das, wenn es um die Geschwindigkeit der Entwicklung eines jungen Spielers geht?Du kannst als junger Spieler nicht seit Jahren beim FCB sein und immer noch dasselbe Niveau haben. Irgendwann muss der Knoten aufgehen. Man kann nicht einfach sagen: Der ist erst 20 oder 21 und braucht noch Zeit, wenn er schon zwei oder drei Jahre im Kader steht. Das ist nicht der FC Basel. Wir geben gern Zeit. Aber es muss auch Leistung kommen, eine Entwicklung sichtbar sein.Wie war das, als Sie selbst als Teenager ins FCB-Kader kamen?Ich war 17 und froh, wenn ich einmal zehn Minuten im Cup zum Einsatz kam. Aber da musste ich dann auch liefern. Wer das nicht tat, war dann wieder in der U21. Ich habe das Gefühl, die Jungen erhalten heute viel mehr Chancen als damals.«Ich habe das Gefühl, die Jungen erhalten heute viel mehr Chancen als damals.»Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)Denken Sie folglich, dass Sie als junger Spieler durch eine härtere Schule gingen, als das heutzutage der Fall ist?Definitiv. Nicht im Training. Aber wenn es um die Spielminuten ging. Und es gab steilere Hierarchien. Das hat mir an Magnin bisher gefallen, dass er diese Hierarchien wieder aufzeigt und die jungen Spieler beispielsweise zum Toretragen schickt.Sind die jungen Spieler heute auch anders, als Sie es waren?Ich glaube schon. Sie haben teilweise zwei Handys, verdienen schon relativ gut, haben mit 17 eine eigene Wohnung. Und wenn sie ein, zwei gute Spiele machen, können sie schon ins Ausland wechseln. Für den Hunger finde ich das alles nicht förderlich. Das ist aber nicht die Schuld der Jugend. Sondern es ist der Zeitgeist, der sich so entwickelt hat und jungen Fussballern nicht entgegenkommt. Sie haben schon alles, bevor sie sich durchgesetzt haben.Finden Sie denn auch, die Mannschaft bräuchte noch mehr erfahrene Spieler?Ja, da wäre ich dafür. Ich glaube, ein oder zwei erfahrene Spieler mehr würden uns helfen. Unsere Goalies sind erfahren. Ich bin erfahren. Dann sind da noch Dominik Schmid und Albian Ajeti, die aber beide noch einiges jünger als 30 sind.Werden Sie von der Sportkommission diesbezüglich auch nach Ihrer Meinung gefragt?Ja, ich werde schon nach meiner Meinung gefragt. Aber mehr nicht. Ich entscheide da nicht mit. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Sportdirektor Daniel Stucki da bisher einen sehr guten Job gemacht hat und den auch weiterhin machen wird.Wurden Sie auch bei der Trainerwahl miteinbezogen?Nein, in dieser Entscheidung war ich überhaupt nicht gross involviert. Einmal hat mich Daniel Stucki im Vorbeigehen gefragt, was ich von Magnin halte, das war im Rahmen einer Partie gegen Lausanne …Aber Sie werden kaum ablehnend reagiert haben, oder? Ansonsten wäre er wohl nicht verpflichtet worden …Ablehnend reagiert habe ich da definitiv nicht. Er kennt den Schweizer Fussball, er spricht verschiedene Sprachen, das sind sicher Vorteile. Und er ist ein harter Arbeiter. Deshalb halte ich das für eine gute Wahl für den FCB. Auch wenn er an der Seitenlinie zuweilen, wie soll ich sagen, etwas wild ist.Zum Ende der letzten Saison versuchten Sie, Nationaltrainer Murat Yakin zu kontaktieren. Damals sagten Sie, dass Sie dies auf Ihrem Handy noch gar nicht festgestellt hätten, bei all den Nachrichten und Gratulationen, die eingegangen seien. Haben Sie inzwischen gesehen, dass er Sie kontaktiert hat?Ja, ich habe es gesehen. Er hat mir geschrieben.Haben Sie darauf reagiert?Nein, noch nicht.Es wird stets gesagt, Ihr Verhältnis zu Murat Yakin habe gegen Ende Ihrer Zeit in der Nationalmannschaft gelitten. Wie würden Sie das Verhältnis beschreiben?Ich glaube, das ist ganz einfach zu erklären: Ich bin weg von der Nationalmannschaft. Mehr muss ich dazu nicht sagen. Nur die Medien spekulieren noch darüber, ob ich zurückkomme. Ich habe immer wieder meine Kommentare dazu gegeben. Ich bin froh, wie es jetzt ist, und ich werde das in nächster Zeit nicht ändern. Ich glaube, dass meine Message an der damaligen FCB-Medienkonferenz vor dem letzten Ligaspiel auch für den Nationaltrainer klar war. Ich denke nicht, dass ich da noch hätte nachdoppeln müssen. Und ich glaube nicht, dass ich jedes Mal eine E-Mail schreiben und das Wieso und Warum nochmals erklären muss. Ich habe meinen Rücktritt von der Nationalmannschaft gegeben, und das bleibt auch so.Die Hoffnung wäre aber bei vielen da, dass Sie sich nochmals umentscheiden.Ich bekomme von vielen Fans mit, dass sie diese Hoffnung hegen.Nicht nur die Fans hoffen …Wer sonst noch?Wohl auch der Schweizer Fussballverband.Ich kenne die Gefühle des Verbands nicht. Ich habe schon hundertmal gesagt: Sag niemals nie. Aber im Moment ist das Kapitel abgeschlossen.Heisst das, dass es kein Comeback geben wird, solange Murat Yakin Nationaltrainer ist – und alles andere offen ist?Ich habe auch das schon gesagt: Ich habe keine Probleme mit Murat Yakin. Wir hatten in der Nationalmannschaft Meinungsverschiedenheiten. Aber es gab eine Aussprache, und wir sind nicht im Schlechten auseinandergegangen. Ich habe mich nach der EM entschieden und das muss auch der Trainer akzeptieren.Sie sagen aber selbst: Sag niemals nie. Wenn man Sie nun kurz vor der WM um eine Rückkehr ersucht, wären Sie dann nicht scharf darauf, nochmals an einer WM zu spielen?An einer WM zu spielen, ist immer toll. Aber ich befasse mich nicht mit dem Thema. Ich habe eine Entscheidung getroffen – und dann ist das so. Natürlich hoffe ich, dass die Schweiz sich für die WM qualifiziert. Ich werde sie weiter verfolgen, ihr den grösstmöglichen Erfolg wünschen. Wahrscheinlich werde ich an der WM auch vor Ort sein. In welcher Rolle, weiss ich nicht.Transferphase beim FC BaselNewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare