
FCB nach YB-Pleite: Der FC Basel befindet sich in der schwächsten Saisonphase
Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert.
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Der FC Basel befindet sich in der schwächsten Saisonphase
Sechs Punkte aus den letzten sechs Spielen – der FCB muss im Qualifikationsendspurt der Super League einen Zacken zulegen.

Adrian Barisic durchlebt mit dem FC Basel aktuell eine Zeit mit Aufs und Abs.
Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)
- FC Basel verliert gegen YB 1:2, bleibt aber Tabellenzweiter.
- In den letzten sechs Ligaspielen holte der FCB nur sechs Punkte.
- Kevin Carlos hat seit einem Monat nicht mehr getroffen.
- Die FCB-Innenverteidigung zeigt Schwächen.
Der FC Basel hat gegen den Meister aus Bern zum zweiten Mal in dieser Saison verloren, diesmal mit 1:2. YB ist bis auf drei Zähler an Basel herangerückt. Der FCB ist mit zwei Punkten Rückstand auf Leader Servette nach wie vor Zweiter der Super League, deren Spitze von Spieltag zu Spieltag näher zusammenzurücken scheint.
Mit Blick auf die Tabelle ist beim FCB alles gut. Man ist im Soll, wenn es darum geht, die Qualifikationsphase in den ersten sechs abzuschliessen. Und das ist ja erst mal das erklärte Ziel von Rotblau. Doch nach dem letzten Spiel vor der zweiwöchigen Nationalmannschaftspause und dem verpassten Sprung zurück an die Tabellenspitze muss auch festgehalten werden: Aus den letzten sechs Ligapartien hat Basel nur sechs Punkte geholt. Eine so schwache Phase hat die Mannschaft von Fabio Celestini in dieser Saison noch nie durchleben müssen. Dennoch sagt Verteidiger Kevin Rüegg: «Wir befinden uns nicht in einer Krise.»

Wirkt gegen YB unsicher: FCB-Innenverteidiger Finn Van Breemen.
Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)
Der 26-Jährige sagt aber auch: «Wir müssen effizienter werden.» Und spricht damit in erster Linie seine Teamkollegen an, die auf den letzten dreissig Metern vor dem gegnerischen Tor die Akzente setzen sollten. Gegen YB spielt der FCB über weite Strecken auch in dieser Zone ordentlich. Doch am Ende bleibt es bei diesem einen Tor durch Joker Philip Otele, das zu wenig ist, um zumindest einen Punkt aus diesem Vergleich mitzunehmen.
Carlos trifft nicht mehr
Die vielen nicht verwerteten Möglichkeiten im Bern-Spiel sind ein Spiegelbild der Basler Offensive der letzten Wochen. Zwar ist der FCB nach wie vor die offensiv (wie auch defensiv) beste Mannschaft der Liga, doch in den letzten sechs Partien hat Rotblau nie mehr als zwei Tore pro Partie erzielen können. Auffallend dabei: Topskorer Kevin Carlos wartet seit einem Monat auf einen Torerfolg.
Die Chancenauswertung ist aber nicht das Einzige, was aktuell nicht mehr stimmt. Auch anderes, das zuvor in der FCB-Mannschaft funktioniert hat, ist zuletzt etwas ins Stottern geraten. Ein weiteres Beispiel ist die Personalie Xherdan Shaqiri. Ein Tor gegen Sion sowie der Doppelpass am Sonntag mit Otele sind die einzigen zwei Skorerpunkte des Rückkehrers seit dem 9. Februar. Shaqiris Einfluss auf das Spiel scheint in den letzten Partien etwas geringer geworden zu sein. Was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass der 33-Jährige zuletzt wegen muskulärer Probleme nicht voll forciert werden konnte.
Innenverteidigung schwächelt
Doch nicht nur offensiv, sondern auch defensiv ist der FCB etwas aus der Balance geraten. Am Sonntag wird Jonas Adjetey bereits vor der Pause zum Warmlaufen geschickt. Weil Finn Van Breemen in den ersten 45 Minuten zu viele einfache Fehler unterlaufen. Der lange verletzt gewesene Niederländer geniesst seit drei Partien das Vertrauen von Fabio Celestini, während der Ghanaer mit der Bank vorliebnehmen muss.
Klar ist, dass Adrian Barisic in der Innenverteidigung gesetzt ist. Doch Celestini muss sich für einen Nebenmann entscheiden, und sowohl Adjetey wie auch zuletzt Van Breemen zeigen nicht die gewünschten konstanten Leistungen. Und Nicolas Vouilloz – im November noch ein Fixstarter im Zentrum der Verteidigung – schafft es schon gar nicht mehr erst ins Aufgebot.
Bereits zum zweiten Mal innert weniger Wochen hat sich am Sonntag etwas ereignet, das – so Celestini – «uns einfach nicht passieren darf». Noch vor Ablauf der ersten Spielminute gerät der FCB in Rückstand. Wie schon beim 2:1-Sieg am 6. Februar über Luzern, als der Prattler Levin Winkler die Zentralschweizer früh in Führung brachte. Solche Gegentore bringen den Basler Matchplan unnötig durcheinander. Celestini sagt: «Daraus müssen wir lernen.»

So hat sich der FC Basel das letzte Spiel vor der Nationalmannschaftspause nicht vorgestellt.
Foto: Urs Lindt (Freshfocus)
Es wird interessant zu beobachten sein, wo der Romand in der zweiwöchigen Nationalmannschaftspause den Hebel ansetzen wird, ehe am 30. März beim Tabellenletzten Winterthur das fünftletzte Spiel der Qualifikationsphase in Angriff genommen wird. Ein Vorteil ist, dass die Basler Nationalmannschafts-Absenzenliste überschaubar ist: Nur Barisic, Adjetey, Leon Avdullahu, Arlet Junior Zé und Tim Spycher fehlen in den nächsten Tagen im FCB-Training.
Dass Celestini es schaffen kann, seine Mannschaft wieder in die richtige Richtung zu justieren, hat er in der Vergangenheit mehrmals bewiesen: Mit der Umstellung der Abwehr von drei auf vier Verteidiger (oder umgekehrt) sowie der Ausrichtung des Spiels auf Shaqiri hat Celestini jeweils einen Kniff gemacht, der Wirkung zeigte. Das wird auch nun notwendig sein, will der FCB im Qualifikationsendspurt nicht zu den Verlieren zählen und seine hart erarbeitete, gute Ausgangslage verspielen.
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