
Fassnacht nach der Fasnacht: Der FC Basel verpasst es vor allem aus einem Grund, den Meister zu distanzieren
Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.
Super League
Fassnacht nach der Fasnacht: Der FC Basel verpasst es vor allem aus einem Grund, den Meister zu distanzieren
Der FC Basel verliert in der 28. Runde gegen YB ein wildes Spiel mit zahlreichen Abschlüssen mit 1:2. Fabio Celestini kann seinem Team nicht viel vorwerfen. Nur etwas liegt der Trainer sauer auf dem Magen.
Nach sieben starken Saves pariert Marwin Hitz in der 78. Minute den Ball vor die Füsse von Doppeltorschütze Christian Fassnacht.
60:40 Ballbesitz, 20:19 Abschlüsse, 59:42 gewonnene Zweikämpfe. In den meisten Statistiken ist am Sonntagnachmittag der FC Basel vorne. Nur die wichtigste leuchtet nach 98 intensiven Minuten im Dauerregen zu Gunsten der Gäste von der Anzeigetafel: 1:2.
YB-Rückkehrer Christian Fassnacht, der gegen Basel meist eine gute Figur machte, schockt den FCB vier Tage nach der Basler Fasnacht bereits nach 47 Sekunden. Ein von Adrian Barisic unterschätzter langer Ball landet über Umwege bei Ebrima Colley, dessen Hereingabe – von Barisic abgefälscht direkt vor den Füssen des einschiebebereiten Fassnacht landet. Es ist das fünfte Gegentor für den FCB in der Startviertelstunde und das zweite in der Startminute. Gegen Luzern hatte Levin Winkler vor wenigen Wochen bereits nach 34 Sekunden getroffen.
Celestini ärgert sich über das frühe Gegentor
«Das erste Tor müssen wir nicht kassieren», sagt FCB-Trainer Fabio Celestini. Noch am Spieltagsmorgen hatte er sein Team gewarnt, dass YB im Jahr 2025 schon fünf Tore durch einen Ballgewinn mit anschliessendem langen Ball gemacht hat. «Eigentlich wollten wir YB vor allem in der Startphase keine Umschaltmomente geben», sagt Celestini, dessen Matchplan am Sonntag schnell über den Haufen geworfen wird.
Mit der Reaktion seiner Mannschaft kann der Coach aber zufrieden sein. Der FCB dominiert in der Folge gegen wacker verteidigenden Berner das Geschehen. Im Minutentakt sehen die 28’750 Zuschauenden im St. Jakob-Park in einem Spiel ohne Mittelfeldgeplänkel Abschlüsse. Benié Traoré scheitert dabei mit dem schwachen linken Fuss (10.) ebenso am starken YB-Goalie Marvin Keller wie Kevin Carlos (26.) und Léo Leroy (39.). Beim Distanzschuss des Franzosen zeigt der sich ganz langmachende und schnell abtauchende Keller, warum er von Giorgio Contini nach dessen Amtsantritt den Vorzug vor YB-Captain David von Ballmoos erhielt.
Die Statistik:
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Aber auch YB hat Chancen auf das 2:0. Rayan Raveloson sieht seinen eigentlich harmlosen Abschluss (13.) an die Latte abgefälscht. Und Marwin Hitz ist nach einem haarsträubenden Ballverlust des nervös agierenden Finn van Breemen in der 31. Minute gleich zweimal mit den ausgefahrenen Händen gerade noch rechtzeitig zur Stelle.
Nach der Pause geht es im gleichen Rhythmus weiter, nur dass jetzt vor allem YB zu gefährlichen Abschlüssen kommt. Erst prüft Traoré noch Keller (48.), doch dann vereitelt Hitz gegen Fassnacht (53.), Jaouen Hadjam (56.), Filip Ugrinic und Joel Monteiro gleich vier gute Abschlusschancen für das 0:2. Aber wer sie nicht macht…
Das Telegramm
FC Basel – YB 1:2 (0:1)
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St. Jakob-Park. – 28’570 Zuschauende. – SR: Urs Schnyder. – Tore: 1. Fassnacht (Colley) 0:1. 68. Otele 1:1 (Shaqiri). 78. Fassnacht (Itten) 1:2.
Basel: Hitz; Rüegg (64. Mendes), Barisic, van Breemen (90. Fink), Schmid; Avdullahu, Leroy (82. Ajeti); Kade (64. Otele), Shaqiri, Traoré (82. Soticek); Kevin Carlos.
YB: Keller; Blum (71. Athekame), Lauper, Benito, Hadjam; Fassnacht, Ugrinic (86. Lakomy), Raveloson, Monteiro; Colley (19. Virginus, 86. Camara); Bedia (71. Itten).
Bemerkungen: Basel ohne: Xhaka, Vouilloz, Cissé, Spycher (alle ohne Aufgebot), Pfeiffer, Junior Zé (beide U21). – YB ohne Conte, Janko, Marzino, Seiler und Zoukrou (alle verletzt). – Verwarnungen: 23. Blum (Foul). 38. Keller (Zeitspiel). 45. Fassnacht (Foul). – 14. Barisic lenkt Schuss von Raveloson an die Latte.
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So ist es in der 67. Minute der eingewechselte Philip Otele, der Xherdan Shaqiri an der Strafraumkante als Wandspieler für einen Doppelpass nutzt und mit seinem 1:1 das Joggeli zum Beben bringt. Die Wende scheint zu diesem Zeitpunkt möglich. Doch YB fängt sich schnell.
«Sie haben eine sehr gute Mannschaft, die eine Reaktion zeigen kann», gibt Celestini nach dem Spiel zu. Weil YB in der Folge wieder vermehrt zweite Bälle gewinnt, kippt das Spiel nicht komplett und das 2:1 von Fassnacht in der 78. Minute ist die logische Konsequenz.
Kein Vorwurf von Celestini, aber eine Runde für YB
Die siebte Parade von Hitz landet direkt dabei vor dem abstaubebereiten Doppeltorschützen, dessen Treffer YB in der Tabelle bis auf drei Punkte an den FCB heranrücken lassen. «Wir waren offensiv dominant, aber nicht effizient», erklärt Celestini. Von einer Krise will der Coach nach sechs Punkten aus den letzten sechs Spielen aber ebenso wenig wissen wie seine Spieler. «Die Energie hat gestimmt, ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen», sagt Celestini. Und auch Otele ist sich sicher: «Wir müssen nichts ändern. Die Punkte werden bald wieder auf unser Konto wandern.»
Und dennoch holt der FCB YB durch das 1:2 zurück ins wieder enger gewordene Titelrennen. Doch welche Auswirkungen der erst dritte Berner Auswärtssieg in dieser Saison konkret hat, wissen wir wohl erst in ein paar Wochen.
Die Bilder vom Spiel:
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