Der FCB holt Akahomen für den verletzten van Breemen zurück

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Lazarett Super League

Der FCB holt Akahomen für den verletzten van Breemen zurück

Abwehrspieler Finn van Breemen fällt mit einer Knieverletzung für unbestimmte Zeit aus und lässt nach dem Ausfall von Adrian Barisic eine grosse Lücke in der Innenverteidigung des FC Basel entstehen. Die versucht der Klub mit der Rückbeorderung von Marvin Akahomen notdürftig zu schliessen. Das Bulletin zur Verletztensituation im Titelrennen.

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Einer von 35 aktuell als verletzt gemeldeten Spielern: YB-Spieler Ebrima Colley, der hier nach seiner Schulterverletzung im Spiel beim FC Basel aus dem St. Jakob-Park gebracht wird.

Bild: Georgios Kefalas/Keystone

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35 verletzte Spieler listete die Swiss Football League für die Runde am vergangenen Wochenende auf. Neu kommt unter anderen hinzu: Finn van Breemen, niederländischer Abwehrspieler des FC Basel.

Was genau beim Warmlaufen in Winterthur passiert ist, weiss man nicht. FCB-Trainer Fabio Celestini schilderte, dass es sich um einen harmlosen kurzen Pass über drei Meter gehandelt habe, bei dem sich van Breemen plötzlich ans Knie griff. Eine erste Diagnose nach eingehender medizinischen Untersuchung lag am späten Montagabend vor: Der 22-Jährige fällt mehrere Wochen aus.

Als Notnagel beordert der FCB dafür den ausgeliehenen Marvin Akahomen zurück. Seit Januar sammelte der 17-Jährige Spielpraxis beim FC Wil, kam in fünf von neun Spielen zum Einsatz, davon zweimal in der Startelf. Vor 14 Tagen erst erzielte er sein erstes Tor: in der 96. Minute zum 2:2-Ausgleich gegen Spitzenreiter FC Aarau.

Rückholaktion: Marvin Akahomen beendet die Leihstation in Wil kehrt umgehend zum FCB zurück.

Rückholaktion: Marvin Akahomen beendet die Leihstation in Wil kehrt umgehend zum FCB zurück.

Bild: Imago/Luka Stanzl

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Möglich ist diese Rückholaktion, weil für Schweizer U21-Spieler Wechsel auch ausserhalb der offiziellen Transferperioden vorgesehen sind. Dieses Vorgehen kennt allerdings auch eine Frist – und die lief an diesem Montag um Mitternacht ab. Im Gegenzug leiht der FCB dem FC Wil neu den Abwehrspieler Loris Schreiber aus.

FCB bricht eine komplette Innenverteidigung weg

Völlig frei von Verletzungssorgen war der FCB in die Länderspielpause gegangen und nun ist ihm innert ein paar Tagen die Innenverteidigung weggebrochen. Adrian Barisic hat sich am Montag voriger Woche im Spiel für Bosnien-Herzegowina gegen Zypern eine muskuläre Oberschenkelverletzung zugezogen, deren Heilungsdauer Wochen in Anspruch nehmen wird. Womöglich steht sogar der Rest der Saison für Barisic in Frage.

Verletztenbulletin aus der Super League

Servette: Antunes, Frick, Guillemenot, Magnin, Srdanovic, von Moos
Basel: Barisic, van Breemen
Luzern: Beka, Chader, Owusu, Rrudhani
Young Boys: Colley, F. Conte, Janko, Marzino, Monteiro, Zoukrou
Lugano: Aliseda, Bislimi, Bottani, Dos Santos, Mahou
FC Zürich: Goure, Perea
Lausanne: de la Fuente, Sanches
St. Gallen: Fazliji, Konietzke, Nuhu

Verletzungssorgen im Rennen um einen Platz in der Meisterrunde und den Titel haben Konkurrenten des FCB im zum Teil erheblich grösserem Ausmass. Sechs Spieler sind es bei Leader Servette, der in Lugano jedoch auch wieder auf seinen routinierten Innenverteidiger Yoan Severin zurückgreifen konnte und prompt den kapitalen Auswärtsmatch ohne Gegentor gewann (2:0).

Lugano fehlen aktuell 38 Skorerpunkte

Dieser FC Lugano ist am meisten gebeutelt und scheint derzeit den höchsten Preis für eine lange Zeit brillante, aber eben auch anstrengende Saison zu bezahlen. Fünf Offensivspieler fielen gegen Servette aus (siehe Auflistung oben), die in den 47 Saisonspielen kumuliert 38 Skorerpunkte beigesteuert haben. Mit diesem Programm sind die Tessiner das am meisten beanspruchte Team der Super League, gefolgt vom FC St. Gallen (44 Spiele in drei Wettbewerben) und YB (43). Der international erstmals seit 25 Jahren nicht qualifizierte FCB kommt gerade mal auf 33 Wettbewerbspartien.

Ausschnitt aus dem Ausfall-Bulletin des FC Lugano mit Stand vom vergangenen Wochenende. –> <!–>

Ausschnitt aus dem Ausfall-Bulletin des FC Lugano mit Stand vom vergangenen Wochenende.

Screenshot: Transfermarkt

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Lugano, lange Zeit als die beste Mannschaft wahrgenommen und damit ein ernsthafter Kandidat, erstmals seit 1949 (!) den Meistertitel zu holen, schaut inzwischen auf eine Schreckensbilanz zurück: Seit dem 23. Februar und der unglücklichen 0:1-Niederlage im Berner Wankdorf sind sieben Niederlagen in acht Spielen zusammengekommen. Inklusive des Aus im Schweizer Cup beim drittklassigen Biel und dem dramatischen Ende in der Conference League gegen Celje im Penaltyschiessen (6:7) von Thun.

Wer von den verletzten Luganesi in dieser Woche zurück ins Team kommen und somit auch am Sonntag in Basel zur Verfügung stehen könnte, ist offen. Keine Option ist der Argentinier Ignacio Aliseda mit seinen elf Skorerpunkten, der schon länger mit einer Oberschenkelverletzung ausfällt.

Kapitales Spiel für YB bei Leader Servette

Ungeachtet seiner seit Samstag sechs Spieler (nun ist auch noch Stürmer Joël Monteiro mit Bänderriss aus dem Rennen) umfassenden Ausfallliste mit einigen Langzeitverletzten robben sich die Young Boys immer näher in die Position, doch noch ernsthaft um die Verteidigung ihres Titels einzugreifen. Die Partie an diesem Dienstag in Genf hat für die Berner so etwas wie Endspielcharakter: Mit einem Sieg können sie den Abstand zu Platz 1 auf vorerst zwei Längen verkürzen. Bei einer Niederlage würden acht Punkte auf Servette fehlen.

Der Moment, in dem sich YB-Spieler Ebrima Colley bei der Kollision mit Finn van Breemen im Joggli verletzt.

Der Moment, in dem sich YB-Spieler Ebrima Colley bei der Kollision mit Finn van Breemen im Joggli verletzt.

Bild: Keystone

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Seit dem Spiel vor zwei Wochen in Basel und einem unglücklichen Zusammenstoss mit Finn van Breemen fehlt bei den Bernern auch Flügelstürmer Ebrima Colley mit einer schweren Schulterverletzung. Nun hat es van Breemen selbst erwischt.

FCB-Innenverteidigung stellt sich von selbst auf

Die zentrale Verteidigung stellt sich somit am Donnerstag im Heimspiel gegen die Grasshoppers (20.30 Uhr) von selbst auf. Mit Jonas Adjetey und Nicolas Vouilloz. Adjetey hatte nach dem Spiel in St. Gallen eine schöpferische Pause erhalten und spielte in Winterthur – nicht zuletzt wegen Barisic’ Ausfall – erstmals wieder von Beginn an.

Vouilloz stand nach seinem beklagenswerten Auftritt im Cup-Achtelfinal gegen Sion Anfang Dezember überhaupt zum ersten Mal wieder in der Startelf und gehörte in den zurückliegenden vier Monaten mehrheitlich nicht einmal zum Spieltagskader. Daran gemessen und angesichts dessen, dass er in Winterthur von jetzt auf gleich ranmusste, erfüllte er seinen Job gut. Allerdings war die Winterthurer Offensive auch kein echter Gradmesser.

Nur Xhaka hat schon mal zentral verteidigt

Auf die Frage, wer nun als Ersatz parat steht, falls den beiden letzten verbliebenen gelernten Innenverteidigern etwas zustösst, hatte Fabio Celestini am Sonntag spontan keine Antwort parat. Schon mal als zentraler Abwehrspieler fungiert hat Taulant Xhaka. Das ist lange her, geschah, wenn überhaupt, in Dreierabwehrreihen, und seit er seinen Rücktritt zum Saisonende bekannt gegeben hat, ist das FCB-Urgestein nicht mehr auf dem Matchblatt aufgetaucht. Ein Startelfplatz und nur 196 Minuten in der Super League stehen für den Routinier zu Buche.

Sich in der U21 zu bedienen, hat Celestini am Sonntag spontan ausgeschlossen. Mit einer pädagogisch durchaus nachvollziehbaren Begründung: «Wenn wir vom Traum reden, einen Titel zu holen und dann schickst du einen Spieler aus der U21 ins volle Joggeli – das wäre nicht unbedingt ein Geschenk für einen Jungen.»

Akahomen hat 160 Minuten im Fanionteam gespielt

So einer wäre Daniel Theophilus Asiedu, ein 20-jähriger Ghanaer, den der FCB im Januar unter Vertrag genommen hat und der seither in der Promotion League verteidigt. Der FCB hat nun aber eine andere, naheliegendere Option gewählt: Er holt den seit Januar zum FC Wil ausgeliehenen Marvin Akahomen aus der Challenge League zurück. Der ist zwar erst 17 Jahre, hat aber immerhin schon ein paar Minuten (160 bei 4 Einsätzen) im Fanionteam gespielt.

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