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AboCelestinis Plan geht auf

Ein FCB-Sieg entgegen der Vorzeichen

Ludovic Magnin und Fabio Celestini gratulieren sich vor dem Super League-Spiel FC Lausanne-Sport gegen FC Basel am 14. Mai 2025.
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In Kürze:

  • Trotz sieben Wechseln in der Startelf gewann der FC Basel auswärts gegen Lausanne.
  • Aufgrund der kurzen Vorbereitung nach der Meisterfeier rotierte Fabio Celestini kräftig durch.
  • Der FCB-Trainer lobte seine Mannschaft für ihren Auftritt unter diesen Voraussetzungen.

Bis spät in die Nacht hinein feierte der FC Basel am vergangenen Sonntag seinen 21. Meistertitel. Es ging das eine oder andere wohlverdiente Bier über den Tresen, am Montag dürfte bei einigen die Nachwirkung der Feierlichkeiten noch spürbar gewesen sein. Zum Wochenstart gab Fabio Celestini seiner Mannschaft deshalb frei, nur am Dienstag fand als Vorbereitung für das Spiel vom Mittwoch gegen Lausanne-Sport ein Training statt. Und in die Romandie fuhr Rotblau erst am Spieltag. Auch das ist ungewohnt.

Aber die Ausgangslage war klar: Der FC Basel ist bereits Schweizer Meister, das nächste grosse Ziel ist ein Sieg im Cupfinal vom 1. Juni gegen den unterklassigen FC Biel. Das Spiel in Lausanne nutzte Celestini, um Stammkräfte zu schonen und Spielern, die in dieser Saison noch nicht zu viel Einsatzzeit gekommen waren, die Möglichkeit zu geben, sich zu beweisen.

«Ich probiere immer, die beste Mannschaft aufzustellen. Aber wir haben in dieser Woche keine normale Vorbereitung gehabt. Wir haben Spieler, die unbedingt Minuten brauchen, und wir wollen unbedingt das ganze Kader topfit machen für den Cupfinal», sagte Celestini nach dem Spiel. Dafür wurde die Startelf kräftig durchrotiert: Gleich sieben Wechsel nahm der FCB-Trainer im Vergleich zum 5:2-Sieg in Lugano vor. 

Shaqiri auf der Bank

Mit Xherdan Shaqiri blieb auch der Captain und das Herzstück der Mannschaft draussen. An 18 der letzten 26 Tore von Rotblau war der 33-Jährige direkt beteiligt gewesen. Stattdessen durfte auf der Zehnerposition Gabriel Sigua von Beginn an spielen. Für den Georgier war es der erste Startelfeinsatz in dieser Saison. All das deutete nicht unbedingt auf einen Basler Sieg hin. Und doch stand am Ende ein 3:2-Auswärtserfolg auf der Anzeigetafel – der erste in Lausanne seit Februar 2021.

Einen Beitrag dazu leistete unter anderem Moussa Cissé, der zum ersten Mal überhaupt in der Super League in der Startformation stand. Der 22-jährige Franzose zeigte anstelle von Dominik Schmid als Linksverteidiger eine abgeklärte Leistung, gewann viele Zweikämpfe und brachte sich immer wieder ins Offensivspiel ein.

In der Defensive stand zudem erstmals seit März Adrian Barisic wieder von Beginn an auf dem Platz. Neben ihm spielte Nicolas Vouilloz, die beiden bildeten letztmals beim 3:1-Sieg im November gegen Servette das Basler Innenverteidiger-Duo. Auch wenn es kein fehlerfreier Auftritt von Barisic und Vouilloz war, machte die FCB-Defensive in dieser Formation einen grundsätzlich soliden Eindruck. 

Traoré nun zweitbester Skorer der Liga

Und vorne zeigte Bénie Traoré, dass er derzeit kaum zu stoppen ist. Mit einem Tor und einem Assist war er erneut an zwei Treffern direkt beteiligt und steht nun bei zwölf Treffern und acht Vorlagen in der Super League. Damit zieht er an Servettes Miroslav Stevanovic vorbei und ist nun zweitbester Skorer der Liga hinter Xherdan Shaqiri. 

FC Basel-Spieler Benie Traore erzielt ein Tor gegen FC Lausanne-Sport, verteidigt von Raoul Giger, Super League, 14.05.2025 in Lausanne.

Plötzlich wird auch die Frage, wer in der Sturmspitze beginnen soll, wieder interessant. Diese schien spätestens nach Albian Ajetis zwei Treffern beim 5:1 gegen Servette endgültig zugunsten des 28-Jährigen geklärt.

Doch nun fehlte er in Lausanne aufgrund seiner Gelb-Roten Karte in Lugano, und Kevin Carlos nutzte sein Startelf-Comeback sogleich aus: Mit zwei Toren in der ersten Halbzeit avancierte der Spanier zum Matchwinner. Zum Ende der Saison haben beide Stürmer ihren Torriecher wiedergefunden. Wer von den beiden soll also am Sonntag im Wankdorf gegen YB spielen? 

Auch Fabio Celestini weiss noch nicht, wen er aufstellen wird: «Es ist eine 50:50-Entscheidung. Vor zwei Wochen hatten wir noch zwei Stürmer, die keine Tore schiessen. Und jetzt sind wir auf einmal in dieser Situation. Für einen Trainer ist das aber ein sehr gutes Problem», so der 49-Jährige.

Der Auftritt in Lausanne war kein brillanter des FCB, aber am Ende brachte er den achten Ligasieg in Serie. Alle drei Tore fielen, bevor Xherdan Shaqiri überhaupt eingewechselt wurde. Von Celestini gab es lobende Worte: «Wir haben gesehen, dass die Spieler zusammen kämpfen und auch heute unbedingt gewinnen wollten – und das nach einer nicht wirklich perfekten Vorbereitung auf Kunstrasen gegen eine der besten Mannschaften der Liga.»

Es war ein Sieg, der zeigte, dass diese Mannschaft nicht nur Qualität, sondern auch die richtige Mentalität besitzt, von der Fabio Celestini immer wieder spricht – selbst dann, wenn es sportlich um nicht mehr viel geht.

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An mir ist es, immer weiterzuarbeiten, im Training Vollgas zu geben und bereit zu sein, wenn es mich braucht. Jetzt kann ich nur sagen: Ich bin bereit – und hoffe, abermals zu spielen.Hoffen Sie es noch ein bisschen mehr als ohnehin schon? Genf ist Ihre Stadt, Servette Ihr Club, von dem aus Sie im Januar nach Basel und damit weg aus der Heimat zogen …Auf der einen Seite ist es einfach ein weiteres Ligaspiel, in dem es um drei Punkte geht, und ich bereite mich so vor wie immer. Auf der anderen Seite muss ich ehrlich sein: Natürlich ist ein Spiel gegen Servette für mich etwas Spezielles. Da stehen meine früheren Mitspieler auf dem Platz, da geht es gegen einen Club, der in meinem Leben einen besonderen Platz hat. Ich weiss, dass sich das anders anfühlt als sonst.Dieses Gefühl haben Sie zuletzt am 11. August erlebt, allerdings nur von der Ersatzbank aus – und gesehen, wie der FCB in Genf 6:0 gewinnt …Ja, der Drang, da zu spielen, war damals noch grösser als sonst. Aber: Wenn die Mannschaft 6:0 gewinnt, hat der Trainer alles richtig gemacht. Das war eine ziemliche Demonstration, die unsere Mannschaft gezeigt hat. In den vergangenen Jahren war es für alle Gegner in der Super League schwierig, in Genf zu gewinnen. Und dann das! Seit ich im Februar 2019 aus dem Servette-Nachwuchs zu den Profis aufstieg, kann ich mich nur an die Young Boys erinnern, die im Stade de Genève so hoch gewannen.Wie war das damals für Sie – hatten Sie auch Mitleid mit Ihrem Heimatclub?Nein, das gewiss nicht. Ich meine: Es war sicher eine deftige Niederlage. Und doch war es nur ein Spiel, ging es nicht um mehr oder weniger als die drei Punkte … Aber als ich mich danach mit einigen meiner früheren Teamkollegen unterhielt, war das schon nicht so unterhaltsam wie auch schon, sondern waren die Servette-Spieler verständlicherweise ziemlich wortkarg.Die Partie in Genf bildete für Sie den Auftakt zu einer Serie von vier Ligapartien ohne Einsatz. Das war zuvor noch nie der Fall, seit Sie zum FCB gewechselt waren. Und dazwischen kam ein Einsatz im Cup bei Stade Nyonnais, bei dem Sie einige Mühe bekundeten. Was lief in dieser Phase falsch?Da gab es verschiedene Aspekte. Die Konkurrenz in der Abwehr war in dieser Phase grösser. Zudem bekundete ich etwas Mühe mit meinem Knöchel, musste mich durchbeissen. Und ja, das Spiel bei Stade Nyonnais … Wir steckten da alle als Mannschaft nach den Transfers im August in einer Findungsphase. Ich selbst hatte gewiss keinen guten Tag. Aber das passiert, das muss man wegstecken.Wie?Dranbleiben, arbeiten. Mental stark sein, positiv bleiben und an sich und seine Chance glauben. Ich habe einfach weitergearbeitet. Und ich finde, ich bin ein positiver Mensch und mental stark. Ich war überzeugt, dass meine Chance wieder kommt.Die Chance kam …… und zwar schon bei der 0:1-Niederlage in Luzern. Das war auch ein schwieriges Spiel für mich, weil ich zuvor kaum zum Einsatz gekommen war. Der Druck, der mit der persönlichen Situation einhergeht, macht es in den wenigsten Fällen einfacher … Aber da musste ich durch, alles reinwerfen, Sicherheit zurückerlangen. Nachdem ich beim 1:0 gegen YB wieder draussen geblieben war, kamen das Spiel gegen St. Gallen und die Einwechslung für Adjetey. Und da merkte ich die Bestätigung dessen, was ich schon früher im Training gespürt hatte: Die Formkurve geht wieder nach oben.Das schien Sie zuletzt konstant zu tun. Sahen wir den besten Nicolas Vouilloz?Ich bin jung und erwarte schon noch von mir, dass ich mich in allen Belangen verbessern kann. Und wenn Sie das mit Blick zurück meinen: Ich denke, in der vorletzten Saison, als ich bei Servette regelmässig spielte, waren wohl noch bessere Leistungen dabei.Also grenzen wir die Frage ein: War es der bisher beste Vouilloz im Trikot des FC Basel?Ja, da stimme ich zu.Warum?Viele Spiele zu spielen, hilft enorm, weil es dir Rhythmus gibt. Ich habe zwar auch schon im Frühjahr regelmässig gespielt, doch da war ich rechter Aussenverteidiger. Das ist völlig in Ordnung, wenn ich dort gebraucht werde. Aber meine Lieblingsposition ist jene des Innenverteidigers. Und in den letzten Spielen konnte ich zeigen, warum.Warum spielen Sie lieber Innen- denn Aussenverteidiger?Weil ich das ganz einfach besser kann. Diese Position entspricht viel mehr meinen Fähigkeiten. Oder anders gesagt: Auf der Aussenverteidiger-Position sind andere Fähigkeiten nötig, die nicht unbedingt zu meinen Stärken zählen.Die da wären?Ich bin weniger schnell, ich bin weniger explosiv, und ich kann auch nicht ständig diese intensiven, langen Läufe machen, die auf dieser Position verlangt werden. Meine Stärken sind andere, die im Abwehrzentrum besser zur Geltung kommen.Sie sind nun seit Januar hier. Lief es für Sie bisher wie erwartet?Nein. Denn ich ging davon aus, dass ich mehr Anlaufzeit benötigen würde. Dass ich im Frühjahr gleich regelmässig zu Einsätzen als Rechtsverteidiger kam, damit hatte ich nicht gerechnet. Dass es danach nicht einfach so weitergegangen ist, gehört zum Prozess, den man durchmacht, wenn man in einer Mannschaft wie jener des FC Basel ist. Aber insgesamt fühle ich mich in einem starken Kader sehr gut aufgehoben – und auch in Basel habe ich mich sehr schnell wohlgefühlt. Dass im Club und in der Stadt so viele Menschen Französisch sprechen, das hilft.Haben Sie das gewusst – und sind auch deshalb nach Basel gekommen?Nein. Davon war ich überrascht. Entscheidend für den Wechsel war die Anziehungskraft dieses Clubs. Das Interesse, das er weckt, die Geschichte, die er hat. Die Begeisterung überall. Aber auch der Ruf, dass man sich von hier aus weiterentwickeln, vielleicht den Sprung in eine grosse Liga schaffen kann – das alles hat eine Rolle gespielt.Wie gross ist der Unterschied zu Servette?Er ist offensichtlich. In Genf wartet man zwar noch länger auf einen Meistertitel und würde dies auch eine Euphorie wecken. Aber da sind vielleicht 10’000 Menschen im Stadion – und hier in Basel sind es 30’000. Servette wird Genf wohl nie so bewegen, wie das der FCB mit der Region Basel tut – und zwar unabhängig davon, wie es der Mannschaft gerade läuft. Ich habe Videos von Meisterfeiern auf dem Barfüsserplatz gesehen: Der ist immer voller Fans gewesen … So etwas würde ich hier auch gerne erleben.Spielt lieber im Zentrum als aussen: Verteidiger Nicolas Vouilloz.Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)Eine Rolle für den Transfer zu Basel soll auch gespielt haben, dass Sie bei Servette nach dem Trainerwechsel von Alain Geiger zu René Weiler nicht mehr regelmässig eingesetzt wurden …Nun ja, das war für mich eine schwierige Zeit. Alain Geiger hat mir viel Vertrauen geschenkt. René Weiler hatte andere Ideen, sah die Dinge anders. Es ist nicht so, dass ich mich mit ihm nicht verstand. Aber ich verstand nicht, warum ich relativ plötzlich nicht mehr spielte. Das war für mich nicht nachvollziehbar. Das verstärkte den Gedanken, dass eine Luftveränderung meiner Entwicklung als Fussballer und Mensch nach so langer Zeit in Genf und bei Servette womöglich förderlich sein könnte. Und bislang bin ich sehr glücklich über diesen Schritt: Beim FCB gab es zwar auch Phasen, in denen ich nicht spielte – aber ich konnte sie stets nachvollziehen.Trotzdem verlängerten Sie bei Servette noch im November Ihren Vertrag – und waren schon im Januar in Basel. Das wirkt seltsam …Von aussen betrachtet wirkt das wohl tatsächlich seltsam.Was steckte denn dahinter?Die Situation war die, dass mein Vertrag ausgelaufen wäre. Eine Verlängerung stand schon seit einiger Zeit im Raum, verzögerte sich aber dann, weil innerhalb des Clubs andere Fragen zuerst zu klären waren. Als ich dann nicht mehr dieselbe Rolle spielte, galt es, für beide Seiten eine sinnvolle Lösung zu finden. Auch ich wollte nicht, dass mein Club gar nichts von einem allfälligen Wechsel hat. Also verlängerten wir meinen Vertrag, bauten aber eine faire Ausstiegsklausel ein. So konnte ich gehen, und Servette hat trotzdem eine Entschädigung erhalten.Der Wechsel zum FCB war da also schon absehbar. Es heisst, es habe schon im Sommer Kontakt gegeben …Nein, davon weiss ich nichts. Da war bis dahin kein Angebot, kein Gespräch. Ob ich da schon auf einer Liste stand? Vielleicht …Aber Sie werden von SBE beraten, der Agentur von David Degens Zwillingsbruder Philipp. Da dürfte der FCB über die Vorgänge im Bild gewesen sein …Das weiss ich nicht. Der FCB kam erst nach meiner Verlängerung auf mich zu. Ich glaube, in erster Linie ganz einfach deshalb, weil man mein Profil interessant und für passend befand.Sie verliessen Genf zum ersten Mal. Wie schwierig war das?Das ist ein grosser Schritt. Umso mehr, als ich zuvor noch bei meinen Eltern gewohnt hatte. 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