Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert.

AboAlles zum Spiel in Winterthur

Der FC Basel macht den Tunnel und Winterthur guckt in die Röhre

Benie Traore von FC Basel jubelt über sein Tor zum 0:2 gegen FC Winterthur, während Torhüter Stefanos Kapino enttäuscht auf dem Boden kniet. Fussballspiel in Winterthur am 30.03.2025.
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.

BotTalk

Die Ausgangslage des FC Basel

Der FC Basel ist in Winterthur unter Zugzwang: Weil der Servette FC am Samstag Abend mit 2:0 in Lugano gewonnen hat, braucht er einen Sieg, will er verhindern, dass nach diesem Wochenende zwischen ihm und dem Tabellenführer aus Genf eine Lücke von fünf Punkten klafft. Hinzu kommt in der bekanntermassen engen Rangliste, dass auch der Titelverteidiger am Samstag siegreich war, womit die BSC Young Boys bereits auf Augenhöhe mit dem FCB wären, sollten die Basler ohne Punkte aus Winterthur abreisen.

Dabei ist die Aufgabe auf dem Papier nicht gar so leicht, wie man aufgrund der Tabelle meinen könnte: Zwar liegen die Winterthurer abgeschlagen auf dem letzten Platz. Doch haben sie zuvor auf der heimischen Schützenwiese ihre letzten beiden Partien gegen St. Gallen und YB ohne Gegentor gewonnen.

Was für die Basler erschwerend hinzukommt: Bereits durch den Ausfall Adrian Barisics zu einer Veränderung der Innenverteidigung gezwungen, muss Trainer Fabio Celestini sein Abwehrzentrum kurz vor Anpfiff kurzfristig komplett neu erfinden: Finn van Breemen zieht sich beim Aufwärmen eine Knieverletzung zu, womit Barisic-Ersatz Jonas Adjetey mit Nicolas Vouilloz an seiner Seite agieren muss. Das ist ein Kaderspieler, der seit dem 4. Dezember 2024 keine einzige Pflichtspiel-Minute mehr absolviert hat.

Nicolas Vouilloz vom FC Basel während eines Spiels gegen den FC Winterthur in der Super League, 30. März 2025.

Das Spiel

Gerade mit dem Ball ist den Basler Innenverteidigern zunächst anzusehen, dass sie kein eingespieltes Duo mit besonders viel Rhythmus bilden. Das aber spielt keine Rolle, weil der FC Winterthur gar nicht erst versucht ist, dies mit aggressivem Pressing auszunutzen.

Umgekehrt ist der FCB gegen defensive Gastgeber zwar viel in Ballbesitz, aber kommt kaum in vernünftige Abschluss-Positionen. Ein gutes Dribbling Benié Traorés bildet bis zur Pause die Ausnahme, auf die ein schwacher Schlenzer folgt (31.), so dass es zur Halbzeit 0:0 steht.

Das nächste Mal, da die Winterthurer im Spiel gegen den Ball nicht einwandfrei agieren, ist dann aber bereits das eine Mal zu viel: Arnold klärt eine Rüegg-Hereingabe ungenügend mit dem Kopf, womit der Ball zum Flankengeber zurückkommt und ihn dieser per Volley-Querpass zu Xherdan Shaqiri spediert. Saubere Annahme, sauberer Abschluss – und die Basler haben die Winterthurer «Dose» in der 49. Minute geöffnet.

Der Tabellenletzte will eine Reaktion zeigen und kommt so immerhin zu einem gefährlichen Abschluss durch Ulrich (51.). Dann handelt wiederum Shaqiri schneller als alle anderen: Er tunnelt Diaby mit seinem Pass auf Traoré, dieser tunnelt mit seinem Schuss Goalie Kapino – es steht 2:0 für die Gäste und die Winterthurer gucken in die Röhre.

Der Rest ist das Warten auf den Schlusspfiff – und das Warten der FCB-Fans auf Fabian Frei. Der Routinier des FC Winterthur, der gleichsam bereits jetzt als Rekordspieler eine Basler Clublegende ist, wird auf den letzten Metern seiner Karriere noch einmal vom rotblauen Anhang gefeiert. Nach dieser Saison beendet er das Dasein als professioneller Fussballspieler.

Beim Fussballspiel zwischen FC Winterthur und FC Basel in der Super League am 30. März 2025 in Winterthur bilden Spieler von Basel ein Spalier für Fabian Frei von Winterthur.

Die Taktik

Die Gastgeber stehen in ihrer 4-1-4-1-Formation tief. Und dann noch etwas tiefer. Und der FC Basel hat im 4-2-3-1 agierend ganz viel Ballbesitz – aber ganz wenig Platz in jener Zone, in der man zu Toren kommt. So eben, dass man finden kann, die Basler müssten versucht sein, das Spiel etwas breiter zu machen. Denn die Mitte des Gegners hält fast ausnahmslos dicht.

Das wird nach der Pause besser, wo schon Kevin Carlos (48.) nach schöner Ballstafette die Basler Führung erzielen könnte (oder müsste). Dann trifft Shaqiri und muss Winterthur reagieren, was den Baslern schliesslich den Raum bietet, um zum 2:0 zu kommen. Danach ist der Tabellenletzte erledigt und schöpft Celestini seine Wechselmöglichkeiten von der 82. Minute an aus.

Der Aufreger

Auch wenn sich Xherdan Shaqiri in dieser bis nach der Pause zähen Partie einige Male aufregt und sich schliesslich auch noch so mit Diaby rangelt, dass beide Gelb sehen: Der wirkliche Aufreger aus Basler Sicht ereignet sich vor dem Anpfiff mit Finn van Breemens kurzfristigem Ausfall.

Das muss besser werden

In Anbetracht der kommenden Gegner schadet es nicht, wenn der umformierte Defensiv-Verbund in Zukunft keine Anlaufschwierigkeiten mehr hat. Denn es ist damit zu rechnen, dass alle anderen Super-League-Teams mehr Druck entwickeln werden, als dass dies Winterthur an diesem Sonntag Nachmittag getan hat.

Aber auch im Spiel mit Ball gab es auf der Schützenwiese nicht so viele gute Basler Ideen, dass man zu zahlreichen Torchancen gekommen wäre. Mehr Variabilität kann also nicht schaden.

Das sagt der Trainer

«Ich habe meiner Mannschaft in der Pause gesagt, dass sie das Spiel mehr in die Breite ziehen und gleichzeitig mehr in die Räume hinter der Abwehr vorstossen müsse», erzählt Fabio Celestini nach dem Abpfiff. Und man darf festhalten: Das wurde umgesetzt.

So geht es weiter

Der FC Basel bestreitet in der nun angebrochenen englischen Woche zwei Heimspiele. Am Donnerstag um 20.30 Uhr ist der Grasshopper Club Zürich zu Gast, bevor am Sonntag dann der FC Lugano im St.-Jakob-Park weilt (16.30 Uhr). Dabei haben die Basler gegen beide Gegner eine Rechnung offen: Gegen GC verlor man zum Abschluss des Kalenderjahres 2024 vor heimischem Publikum mit 0:1 das letzte Messen – gegen die Tessiner hat man letztmals im Dezember 2023 gewonnen. Seither gab es in Liga und Cup vier Niederlagen und nur ein Remis.

Newsletter

Rotblau aktuell

Erhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.

Weitere Newsletter

Similar Posts

  • Der Neue im FCB-Mittelfeld: «Die Entscheidung, zum FC Basel zu wechseln, war sehr einfach»

    AboDer Neue im FCB-Mittelfeld – «Die Entscheidung, zum FC Basel zu wechseln, war sehr einfach»Koba Koindredi kam von Lausanne zum FCB – genau wie sein Trainer. Hier soll er entstandene Lücken im Zentrum schliessen.Publiziert heute um 17:02 UhrKoba Koindredi agierte beim 1:1-Unentschieden gegen Altach ein erstes Mal im FCB-Trikot.Foto: Peter Rinderer (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalk«Koba!», hallt es über den Fussballplatz im österreichischen Nenzing. Gemeint ist Koba Koindredi, der als Neuzugang des FC Basel im ersten Testspiel der Saisonvorbereitung gegen Altach das defensive Mittelfeld beackert. So, wie es zuvor der Basler Nachwuchsspieler Leon Avdullahu getan hat – und dies künftig für Hoffenheim tun soll. «Koba». Die Rufe des FCB-Cheftrainers Ludovic Magnin an der Seitenlinie dürften dem 23-jährigen Neuzugang aus Frankreich sehr vertraut sein. Gemeinsam waren sie in der abgelaufenen Saison beim FC Lausanne-Sport tätig. Dort zählte Koindredi zum Stammpersonal, absolvierte 32 Super-League-Einsätze, lieferte dabei sechs Assists und erzielte ein Tor.Von seinem Stammclub Sporting CP in Portugal nun an den FC Basel ausgeliehen, soll der 23-jährige Mittelfeldmann jene Löcher stopfen, die neben dem Avdullahu-Transfer durch die Abgänge von Taulant Xhaka und Romario Baro entstanden sind. Ein Jahr soll die Leihe dauern, der FC Basel verfügt dabei über eine Kaufoption.Ein Kandidat für die StammelfDas Interesse an Koindredi sei derweil nicht erst mit der Verpflichtung des neuen Trainers entstanden. «Wir sind bereits interessiert gewesen, bevor Magnin bei uns Kandidat wurde», sagte Sportdirektor Daniel Stucki an der Medienrunde vom letzten Donnerstag. Auch bringe er in den Augen von Stucki grundsätzlich die Qualität mit, sich rasch in der Stammelf zu etablieren. Sonst, so der Sportdirektor, hätte man ihn ja nicht transferiert.Über längere Zeit festsetzen konnte sich der 23-Jährige bislang jedoch noch bei keinem Verein. Der FC Basel ist bereits der vierte Club, bei dem Koindredi unter Leihe steht. Zuvor wechselte der in Djibouti geborene Franzose mehrfach innerhalb der Iberischen Halbinsel. Dennoch ist sein Marktwert beachtlich: Gemäss Transfermarkt.com beläuft sich dieser auf 4,5 Millionen Euro – nur vier Basler Spieler werden auf dem Portal höher geschätzt.Trainer Magnin sieht in Koindredi derweil einen technisch sauberen und ballsicheren Spieler, der keine Angst habe, den Ball zu verlangen. «Dass er nun auch in Basel ist, bedeutet wohl, dass er in Lausanne nicht ganz unzufrieden mit mir war», sagt Magnin nach der Testpartie gegen Altach schmunzelnd. Und: «Viele Abläufe von meinem Spiel kennt er bereits und kann die Mannschaft diesbezüglich schnell mitnehmen.»Der Auftritt beim 1:1-Remis gegen Altach ist für Koindredi die Premiere im FCB-Dress. Nach der Partie stellt er sich erstmals den Fragen der Medien.Koba Koindredi, das erste Spiel für den FC Basel liegt hinter Ihnen.Richtig, das war die erste Partie für mich mit diesem Team. Ich bin noch dabei, Automatismen zu entwickeln, aber fühle mich gut. Geht es um die vorhandene Energie in meinen Beinen, war es aber etwas hart …Müde Beine aufgrund des intensiven Trainingslagers in Schruns?Ja, da haben wir viel gearbeitet. Das hat sich auf dem Feld insofern gezeigt, als uns die Energie zuweilen gefehlt hat.Konnten Sie sich denn bereits gut an Mannschaft und Staff gewöhnen?Ich konnte mich gut anpassen, es gibt ja bereits einen Teil der Mannschaft, der Französisch spricht. Der Rest des Teams hat mich super aufgenommen, ich habe mich direkt integriert gefühlt.Hat es geholfen, dass Sie Ludovic Magnin bereits gekannt haben?Ja, das hat sicher geholfen.Gleicher Trainer, aber neuer Club – bleibt Ihre Rolle die gleiche?Nein, die Rolle ändert sich, so wie auch das System es tut. Aber natürlich wird von mir die gleiche Qualität und Energie erwartet wie im vergangenen Jahr.Wie schwierig war die Entscheidung, zum FC Basel zu wechseln?Diese Entscheidung war sehr einfach. Der FC Basel ist für mich die beste Mannschaft der Schweiz – auch in Bezug auf das Stadion und die Atmosphäre rund um den Verein. Ich besprach den Wechsel auch mit meinem Umfeld, und da hörte ich Ähnliches.Ihr Wechsel nach Basel hing also nicht von Ludovic Magnin ab.Nein, überhaupt nicht.Ihren Worten nach spielen Sie nun beim besten Club der Schweiz. Spüren Sie nun Druck?Es ist ein positiver Druck. Beim FCB zu sein, bedeutet, jedes Wochenende gewinnen zu wollen und hohe Ziele zu haben. Ich denke, das ist gut, um sich verbessern zu können.FCB-Trainingslager in SchrunsNewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • Linksverteidiger aus Stuttgart: Der FC Basel verpflichtet Moussa Cissé

    Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert. – Der FC Basel verpflichtet Moussa Cissé Mit dem 21-jährigen Franzosen hat der FCB den Back-up für Dominik Schmid gefunden. Publiziert heute um 17:38 Uhr Spielt neu für den FC Basel: Moussa Cissé (rechts). Foto: Masashi Hara (Getty Images) Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren. BotTalk Der FCB…

  • «FCB direkt» – Rotblau total: Ist der neue Sportchef Stucki mehr als nur ein Feigenblatt?

    Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert. – Ist der neue Sportchef Stucki mehr als nur ein Feigenblatt? Alles zum Lieblingsclub der Region: Wo waren am Dienstag eigentlich die Fans? Die Veränderungen in der Sportkommission. Und: Es wird nicht nur im Team, sondern auch im Staff Veränderungen geben. Publiziert heute um 16:29 Uhr An dieser Stelle…

  • FCB: Kaum Verletzte: Adrian Barisic ist wieder fit

    FCB: Kaum Verletzte – Adrian Barisic ist wieder fitDer Bosnier kehrt gegen Servette ins FCB-Kader zurück.Publiziert heute um 15:56 UhrAdrian Barisic hat seine Muskelverletzung auskuriert.Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)Rechtzeitig vor dem Start in die Meisterrunde meldet sich Adrian Barisic beim FC Basel zurück. Der Nationalspieler aus Bosnien hat seine Muskelverletzung auskuriert und die ersten Trainings in der Brüglinger Ebene mit der Mannschaft hinter sich. Der Defensivspezialist hat sich Ende März im Länderspiel gegen Zypern eine strukturelle Muskelverletzung an der Oberschenkelrückseite zugezogen.FC BaselVoraussichtliche Aufstellung (4-2-3-1): Hitz; Mendes, Adjetey, Vouilloz, Schmid; Metinho, Avdullahu; Traoré, Shaqiri, Otele; Ajeti.Ersatz: Salvi, Pfeiffer; Junior Zé, Leroy, Sigua, Fink, Soticek, Kade, Baro, Xhaka, Akahomen, Carlos, Barisic, Cissé.Verletzt: Van Breemen (Meniskus).Rekonvaleszent: Rüegg (Wade).Damit wird Barisic am Sonntag beim Heimspiel gegen Servette ins FCB-Kader zurückkehren. Allerdings ist davon auszugehen, dass Barisic noch nicht von Beginn an auflaufen wird. Zumal die Innenverteidigung zuletzt sehr gut harmoniert hat. Und: Bis zum 24. Mai hat der FCB eine intensive Phase mit fünf Partien vor sich. Gut möglich also, dass Barisic etwa während der englischen Woche Mitte Mai zu seinem Comeback kommen wird.