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Meinung

AboAnalyse zum FCB

Auch mit der Königsklasse vor Augen ist Demut das Schlüsselwort

Spieler des FC Basel jubeln mit dem Pokal vor den Fans im Stadion während der Fussball Super League am 24. Mai 2025 in Basel.
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In Kürze:

  • Der FC Basel steht nach dem Double-Gewinn vor wegweisenden Veränderungen.
  • Trainer Fabio Celestini wird den Verein trotz laufendem Vertrag verlassen. Sportchef Daniel Stucki muss das Team für die Dreifachbelastung verstärken.
  • Ob Champions League oder Europa League: Die internationalen Spiele werden ein Highlight für den FCB.

Selbstverständlich ist bei diesem FC Basel nichts mehr. Auch nicht am Sonntag, als er im hundertsten Final der Schweizer Cupgeschichte gegen den FC Biel aus der Promotion League mit 4:1 gewinnt.

Dass alles ausser einem Sieg in diesem Spiel eine grobe Enttäuschung gewesen wäre, ist dabei klar. Eine jede Person, die gewisse Sympathien für den FC Basel hegt, hatte diesen Titel zumindest im Hinterkopf schon fix budgetiert. Doch als selbstverständlich hat ihn deswegen niemand angesehen. 

Die Fans des FC Basel wissen nach Jahren ohne Titel, mit Unruhen und Abstiegssorgen, dass solche Momentaufnahmen vergänglich sind und wertgeschätzt gehören. Dieses Bewusstsein tut Rotblau gut. Und es ist der Gegenentwurf zum Jahr 2017, als man nach Jahren des Erfolgs ebendiesen schon beinahe überdrüssig war. 

Die nun beendete Saison hat viele Geschichten geschrieben. Geschichten, die bereits zur Genüge erzählt wurden und deswegen hier ausgeklammert werden. Denn es ist an der Zeit für den Blick nach vorne, in die Zukunft.

Dort sehen die Basler Fans nun die Sterne der Champions League. Sie stehen sinnbildlich für die Hoffnung und den Wunsch danach, dass das eben gewonnene Double den Beginn eines neuen Zeitalters des Erfolgs darstellt. Wie auch schon das Double im Jahr 2017 das Ende eines Zeitalters dargestellt hatte. 

Fabio Celestini verlässt den FC Basel

Wie der FCB nun vorgehen muss, damit der Gang in diese neue Ära gelingt, weiss niemand. Klar ist im Moment nur, dass es nicht ohne Veränderungen gehen wird. Denn das ging es noch nie. Fragt sich, wie zahlreich und einschneidend diese Veränderungen sein werden. 

Trainer Fabio Celestini vom FC Basel jubelt nach dem Super-League-Spiel gegen den FC Luzern am 24. Mai 2025 in Basel.

Eine erste Antwort darauf gibt es bereits. Denn seit Montagmorgen verdichten sich die Anzeichen, dass Trainer Fabio Celestini Basel trotz Vertrag bis 2026 verlässt so sehr, dass ein Abgang nun als so gut wie gesichert betrachtet werden darf. Das offizielle Communiqué des Clubs steht noch aus – am Montagnachmittag sollen sich Sportdirektor Daniel Stucki und Celestini zu einem Gespräch treffen.

Wer Celestinis Nachfolger sein wird, ist offen. Hoch gehandelt wird der Name Davide Ancelotti, Sohn von Trainerlegende Carlo Ancelotti. Doch auch Patrick Rahmen und Ludovic Magnin sollen sich in der Verlosung befinden.

Dass Celestini Basel verlässt, war absehbar. Als Trainer, der Rotblau vom letzten auf den ersten Platz führte, weckte der Romand Begehrlichkeiten im Ausland – unter anderem von seinem Herzensclub Getafe CF. Dieser Abschied ist nüchtern betrachtet also nicht mehr als einer der Mechanismen des Fussballgeschäfts.

Der Mittelbau um Xherdan Shaqiri

Mit weiteren Gesetzmässigkeiten hat sich Daniel Stucki im Zusammenhang mit der Kaderplanung beschäftigt und wird das weiterhin tun. Hierbei gibt es vor allem zwei grosse Komponenten. 

Einerseits sind da die bevorstehenden Abgänge von Leistungsträgern, die es aufgrund der erfolgreichen Saison zwangsläufig geben wird. Im Interesse Stuckis ist das natürlich nicht. Als Sportchef wünscht man sich, dass alle wichtigen Akteure beim Club bleiben. Doch auch hier gilt wie bei Celestini, dass man Akteure, die weiterziehen möchten, nicht aufhalten soll. 

Klar, da ist ein mittlerweile gut gefestigter und leistungstragender Mittelbau, der aller Voraussicht nach über den Sommer bestehen bleiben wird. Zu nennen sind da zuerst Marwin Hitz, Dominik Schmid, Albian Ajeti und natürlich Xherdan Shaqiri. Wobei Letzterem eine besondere Rolle zukommt. 

Nach Shaqiris überragender Saison stellt sich die Frage, wie gut er nach der Sommerpause daran anknüpfen kann. Ist es ihm möglich, auch im internationalen Wettbewerb ähnlich dominant aufzutreten? Wird er erneut einen vergleichbaren Ehrgeiz entwickeln, jetzt, da er sein grosses Ziel bereits erreicht hat? Wird es dem neuen Trainer gelingen, Shaqiri gleich gut in sein Spielsystem zu integrieren? Und: Ist es nach einer solchen Saison nicht sogar denkbar, dass Shaqiri ein Angebot von einem Club bekommt, das auch im Alter von 33 Jahren noch attraktiv sein könnte? 

Klar ist nur: Xherdan Shaqiri wird auch die kommende FCB-Saison prägen. 

Daniel Stucki muss Abgänge auffangen

Daneben gibt es jene Leistungsträger, bei denen ein Abgang deutlich weniger überraschen würde. Beispielsweise Leon Avdullahu, Adrian Barisic, Jonas Adjetey, Philip Otele, Metinho, Bénie Traoré und Anton Kade. 

Daniel Stuckis Aufgabe wird es sein, die zu erwartenden Qualitätsverluste aufzufangen. 

Zum einen muss er das so tun, dass es sich mit dem Basler Portemonnaie verträgt. Dieses ist zwar durch die bekanntlich herausragend guten Transfergeschäfte der letzten Saisons besser gefüllt als auch schon. Das strukturelle Defizit und die Liquidität stellen aber nach wie vor Herausforderungen dar, die Präsident Degen dazu veranlassen, Aussagen zu tätigen wie: «Wir müssen weiter auf die Kostenbremse treten, unserer Linie treu bleiben und demütig sein.»

Zum anderen müssen die Neuzugänge möglichst ohne Anlaufzeit ihre Leistungen bringen. Eine weitere Geschichte wie jene Thierno Barrys, der erst nach einer halben Saison angefangen hat zu treffen, würde sich nicht mit den gestiegenen Basler Ambitionen vertragen.

Erschwerend kommt dabei hinzu, dass Stucki das Kader auf eine Dreifachbelastung ausrichten muss. Denn egal wie die beiden europäischen Playoff-Spiele Ende August ausgehen: Der FCB wird mindestens bis Ende Januar 2026 international spielen. 

Diese Herausforderung ist für Stucki neu, der ja erst seit gut einem Jahr als Sportdirektor arbeitet. Doch es ist eine Aufgabe, die man ihm aufgrund seines bisherigen Leistungsausweises und seines Umfelds, bestehend vor allem aus David Degen und der Sportkommission, durchaus zutrauen darf. 

Der Traum von der Champions League

Es stellt sich vor all diesen Hintergründen die Frage, was man sich in der anstehenden Spielzeit vom FC Basel erhoffen darf. Die Antwort darauf ist simpel: beinahe alles. Die Qualifikation für die Champions League, den Einzug in die K.-o.-Phase, die Titelverteidigung in der Super League, die Titelverteidigung im Cup. All diese Träume wirken momentan in Basel am rechten Platz. 

Anders verhält es sich bei der Frage nach den Erwartungen. Zu hohe Erwartungen sind oft eng gekoppelt an Enttäuschungen. Das heisst natürlich nicht, dass man sich keine Ziele setzen sollte. Diese sind wichtig, um messen zu können, wie gut gearbeitet wurde. Doch diese Ziele dürfen in der Euphorie, welche die vergangene Saison entfacht hat, nicht zu hoch sein.

Der FCB scheint dabei auf dem richtigen Weg. David Degen sagte jüngst im Hinblick auf die kommende Super-League-Saison: «Als FC Basel müssen wir konstant um den Titel spielen, entsprechend müssen wir uns aufstellen. Ob es dann reicht oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab.» Das klingt demütig.

David Degen, Präsident des FC Basel, filmt die Choreografie der Fans im St. Jakob-Park vor dem Super-League-Spiel gegen den FC Luzern am 24. Mai 2025.

Ebenso bemüht Degen, wenn er über die Champions League spricht, das Wort «Traum». Klar hätte man aus FCB-Sicht lieber die 18,62 Millionen Euro, die es für eine Teilnahme an der Champions-League-Gruppenphase gibt, als die 4,3 Millionen der Europa League. Auch die Punkteprämien sind in der Königsklasse um einiges attraktiver. Aber Rotblau tut gut daran, hier eine Perspektive einzunehmen, die man aus vergangenen Monaten kennt: Man muss nicht. Man darf. 

Denn auch die bereits jetzt fixe Teilnahme an der Europa League wäre für alle im und um den Club ein Highlight, das man seit der Saison 2019/20 nicht mehr hatte. Das Motto lautet als auch hier: Demütig bleiben und dankbar sein für das, was auf den FCB zukommt. 

Selbst wenn die Nächte nicht so magisch werden sollten, wie sie das zu den besten Jahren waren. Es gilt zu geniessen.

Es beginnt von null in der Super League

So ist es im Übrigen auch in der Super League. Die Dominanz der letzten Wochen kann leicht dazu verleiten, dass man alles unter einem neuerlichen Titelgewinn als enttäuschend betrachtet. 

Auch das wäre ein Fehler. Denn es beginnt wieder bei null. Ob es für die Titelverteidigung reicht, hängt dabei von vielem ab. Davon, wie gut man Abgänge ersetzen kann. Davon, wie gut man das Kader punktuell verstärken kann. Davon, wie ruhig es im Club ist. Und natürlich nicht zuletzt davon, was die Konkurrenz macht. 

Der Fussball lebt von den Emotionen, von den Misserfolgen, die es braucht, damit im Sieg die Freude in all ihrer Fülle heraufschiesst. Denn wenn die letzten Jahre des FC Basel eines gezeigt haben, dann, dass nichts selbstverständlich ist. Und dass gerade deswegen der Erfolg so süss schmecken kann.

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Dann braucht es manchmal halt solche Dreckstore wie bei diesem Abpraller.Dann kam aber der VAR.Da wusste ich sofort, dass das Tor nicht zählt. Noch bevor die Entscheidung feststand. Bei dem Glück, das ich momentan habe …Das klingt pessimistisch.Ich bin kein pessimistischer Mensch. Das Glück ist derzeit nur nicht immer auf meiner Seite. Auch wenn man sich das letzte Spiel gegen GC ansieht. Ich hätte wohl noch ewig weiterspielen können, und Justin Hammel hätte alle Schüsse von mir pariert. Wäre diese englische Woche normal verlaufen, hätte ich sicher ein oder zwei Tore und einen Assist gesammelt.Sie als Stürmer sind wohl kein grosser Fan des VAR, oder?Klar, er ist schon etwas mühsam, gerade wenn man sich wie ich oft an der Grenze des Abseits bewegt, aber er macht den Fussball auch fairer. Nur weiss ich nicht so recht, was ich davon halten soll, wenn ein halber Zeh über das Abseits entscheidet. Und die Regelung, wann er jetzt genau eingreift und wann nicht, verstehe ich noch immer nicht ganz. Aber es liegt auch nicht an mir, das zu beurteilen.«Das Gefühl, ein Tor zu schiessen, ist unbeschreiblich. Das war schon als Kind so.»Sie haben das 4:0 von Philip Otele vorbereitet. Eigentlich hätten Sie da aber auch selbst abschliessen und Ihre Torflaute beenden können.Tatsächlich hatte ich die für mich entferntere Ecke des Tors schon im Blick, als ich den Ball bekam. Dann hörte ich Philip aber laut schreien, und er stand ja zweifellos in einer besseren Position. In dieser Situation musste ich den Ball einfach abspielen, und der Assist hat sich gleich schön angefühlt, wie wenn ich selbst getroffen hätte.Was unterscheidet einen Stürmer vom Rest der Fussballer?Ein Stürmer muss auch mal ein Schlitzohr sein. Ist man auf dieser Position zu lieb, hat man es nicht einfach. Das heisst, man muss clever spielen und auch mal ein bisschen rupfen und zupfen. 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Ich konzentriere mich einfach darauf, immer Gas zu geben, den Rest überlasse ich dem Trainer.Sind Sie jetzt wieder Stürmer Nummer 1?Das kann ich so nicht sagen. Es ist Part of the Business, dass man mal auf der Bank sitzt und dann wieder von Beginn an spielt – besonders bei Stürmern gibt es solche Versprechungen nicht. Mal schauen, wie es am Montag wird.In einem Interview mit der BZ sprachen Sie vor kurzem relativ offen über Ihre Vertragsverhandlungen mit dem FCB. Warum?Wir sind schon länger in Verhandlungen, und es geht auf das Saisonende zu. Da ist es nur richtig, dass die Leute wissen, wo wir stehen.Also ging es nicht darum, die Verhandlungen voranzutreiben?Gar nicht. Alle Parteien wollen das Gleiche.Wie ist der neuste Stand?Wir sind noch in Gesprächen. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir sicher mehr wissen. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass alles klappen wird und wir eine Lösung finden.Ist die Dauer des Vertrags der grösste Knackpunkt?Es gibt noch ein, zwei Punkte, die geklärt werden müssen, aber das macht alles mein Berater.Was beinhaltete eigentlich die Klausel, die Sie in Ihrem Vertrag hatten und die sich aber nicht erfüllt hat?Ehrlich gesagt, weiss ich das gar nicht genau. Es war schon seit meiner kleineren Verletzung im Oktober klar, dass sie sich nicht erfüllen würde. Aber das war nicht wirklich relevant, da sich der Vertrag nur um ein Jahr verlängert hätte. Wenn ich hier in Basel verlängere, dann für mehr als nur ein Jahr. Ich wusste aber schon damals, dass man mit mir über mehrere Jahre verlängern wollte.Was, wenn es nun doch nicht klappen sollte?Dass ich andere Optionen hätte, ist klar. Aber mein einziges Ziel ist es, beim FCB zu verlängern. Es gibt nichts Schöneres, als bei seinem Herzensverein zu spielen. Hier bin ich zu Hause, hier sind meine Familie und meine Freunde.Hand aufs Herz: Waren Sie seit dem Sieg gegen Zürich schon einmal gedanklich auf dem Barfi-Balkon?Sicher. Aber ich hatte die Gedanken an den Barfi und an das Feiern mit den Fans schon vor Beginn der Saison.Albian Ajeti (4. von links) bei der Meisterfeier des FC Basel im Mai 2015.Foto: Andy Mueller (Freshfocus)Wie muss man dieses 4:0 einordnen? Sind das die neuen Kräfteverhältnisse zwischen dem FCB und dem FCZ?Wir stehen zu Recht dort, wo wir sind. Dieses Spiel hat gezeigt, wie intensiv wir in den letzten Monaten gearbeitet haben und dass wir fokussiert bleiben.Wie erlebten Sie die Tage seither?Es waren sehr schöne Tage. Ich konnte viel Zeit mit der Familie verbringen und auf das Spiel zurückschauen. Auch der Blick auf die Tabelle macht in dieser Situation viel Freude.Gibt es auch etwas, das Sie ausblenden wollen in dieser Schlussphase der Saison?Nein, alle Gedanken, die ich derzeit habe, geben mir noch einmal zusätzliche Motivation und Lust, um mit den Jungs zu trainieren.Hätten Sie persönlich die Meisterambitionen also schon früher klar benannt?Ich habe, wie gesagt, schon vor der Saison davon geträumt. Aber wir müssen auch sehen, wo wir herkommen, und da ist es klar, dass man mit diesen Ansprüchen zu Beginn einer Saison anders umgehen muss. Aber jetzt ist klar, dass wir den Titel holen wollen.Für Sie persönlich wäre es schon der vierte Meistertitel mit dem FCB und wohl jener, zu dem Sie am meisten beigetragen haben.Für mich haben sie alle einen ganz besonderen Platz. Aber ich finde, dass jeder Spieler, der in einer Meistermannschaft ist, seinen Teil zum Titel beiträgt. Egal, wie viel man gespielt hat. 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  • Die FCB-Spieler in der Einzelkritik: Shaqiri wie Panenka und Pirlo – Mirko Salvi besser als Marwin Hitz

    AboDie FCB-Spieler in der Einzelkritik – Shaqiri wie Panenka und Pirlo – Mirko Salvi besser als Marwin HitzBeim 2:1-Heimsieg über den FC Luzern richtet es Xherdan Shaqiri vom Elfmeterpunkt und holt sich damit die beste Note ab.Publiziert heute um 23:11 UhrHaben Grund zum Synchron-Jubel: Xherdan Shaqiri (links vorne) und Mirko Salvi (rechts daneben)Foto: Marc Schumacher (Feshfocus).Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkMarwin Hitz: 4,5Kann dem Ball nach lediglich 34 Sekunden nur noch hinterherschauen, nachdem ein Winkler-Schuss so von Barisic abgelenkt wird, dass er den Basler Torhüter auf dem falschen Fuss erwischt und zum 0:1 über die Linie hoppelt. Hat dann nur Routine-Arbeit zu verrichten, verletzt sich dabei aber (Hüfte?) und macht in der Pause Platz für Backup-Keeper Mirko Salvi. Diagnose: ausstehend.Joe Mendes: 3,5Der Rechtsverteidiger hatte schon stringentere Auftritte als an diesem Abend, wo er sich kurz vor der Pause in rascher Folge zwei Fehlpässe leistet, die leicht ins Auge gehen könnten. Holt sich kurz vor Schluss dann auch noch mit einer Grätsche gegen Ciganiks in der gegnerischen Hälfte Gelb und fehlt deshalb nun am Sonntag in Genf gesperrt.Adrian Barisic: 4,5Ist nicht ohne Wackler, spielt aber insgesamt den solideren Part in der Basler Innenverteidigung. Dass er den Winkler-Schuss unhaltbar zum 0:1 ablenkt, ist Pech.Jonas Adjetey: 4Da ist natürlich viel an gewonnenen Duellen. Da ist aber auch der eine oder andere fahrige Moment. Insgesamt ein genügender Auftritt des Innenverteidigers.Moussa Cissé: 4Weil Dominik Schmid gesperrt fehlt, darf er erstmals in einem Pflichtspiel von Beginn an ran. Zeigt dabei eine Leistung, die nicht fehlerfrei ist, aber in Ordnung geht. Wird in der 82. durch Van Breemen ersetzt.Leon Avdullahu: 5Das ist ein über weite Strecken robuster und umsichtiger Auftritt, den der Solothurner im doppelt besetzten defensiven Mittelfeld-Zentrum des FC Basel zeigt. Trägt nach Shaqiris Auswechslung erstmals die Captain-Binde.Léo Leroy: 4,5Das ist ein über weite Strecken robuster und umsichtiger Auftritt, den der Franzose im doppelt besetzten defensiven Mittelfeld-Zentrum des FC Basel zeigt. Baut in der zweiten Hälfte leicht ab.Anton Kade: 3,5Darf für sich in Anspruch nehmen, dass er gleich nach dem 0:1 Carlos so im Strafraum findet, dass es zum Elfmeterpfiff und schliesslich zum Ausgleich kommt. Ist in der Folge gewohnt lauffreudig, aber wenig stringent. Wird in der 76. ausgewechselt.Xherdan Shaqiri: 5,5Antonin Panenka und Andrea Pirlo lassen grüssen, als er den Ball beim Elfmeter per Chip zentral zum 1:1 unter die Latte segeln lässt. Was nach der dritten Minute folgt, ist der eine oder andere gute Pass, aber kein weiteres Highlight – bis Carlos nach Pass Shaqiri ein weiteres Mal im Strafraum fällt und es via VAR wieder Elfmeter gibt. Nun schickt der Captain den Luzern-Goalie Loretz in die falsche Ecke, schnürt den Doppelpack und hält bei wettbewerbsübergreifend 22 Skorerpunkten inne: Es ist bereits jetzt der beste Saisonwert seiner Karriere. Wird in der 76. ausgewechselt – schliesslich ist schon am Sonntag wieder ein Spiel.Philip Otele: 4,5Er steht erstmals in einem Pflichtspiel in der Startelf und ist in der ersten Halbzeit der Mann der Basler Chancen aus dem Spiel heraus. Kann dabei in der 10. und in der 19. auch mehr machen als am gegnerischen Goalie Loretz zu scheitern. Und sieht dann seinen (wohl nicht als Abschluss gedachten) Bogen-Ball vom Pfosten ins Feld zurückprallen. Man darf gespannt sein, ob er am Sonntag in Genf abermals den Vorzug vor Bénie Traoré erhält, der ihn in dieser Partie in der 64. ersetzt.Kevin Carlos: 5Fällt nach 140 Sekunden und einer leichten Berührung durch Knezevic im gegnerischen Strafraum, was zu einem Elfmeterpfiff führt, den Shaqiri dazu nutzt, um früh den noch früher eingehandelten Rückstand wettzumachen. Fällt dann in der 54. abermals, was via VAR zu einem letztlich diskussionslosen weiteren Penalty und zum Basler 2:1-Siegtreffer durch Shaqiri führt. Enteilt dann schliesslich in der Nachspielzeit noch Ciganiks, worauf dieser so foult, dass ihn der Ref mit einer direkten Roten Karte unter die Dusche schickt. Carlos hat damit einen wichtigen Anteil am FCB-Erfolg, auch wenn er ansonsten gar nicht so gut im Spiel wirkt.Mirko Salvi: 5Ersetzt nach der Pause Marwin Hitz und kommt so nach dem Cup-Auftakt in Subingen im August zu seinem erst zweiten Pflichtspiel-Einsatz der laufenden Saison. Macht seine Sache gut und bleibt ohne Gegentor – auch weil er in der 53. gegen den Kopfball von Klidjé eine starke Parade zeigt.Bénie Traoré: 4Trainer Celestini verzichtet in der Liga erst zum zweiten Mal freiwillig auf ihn in der Startelf. Bringt ihn dann in der 64. für Otele. Grossartige Szenen hat Traoré dann aber keine mehr.Gabriel Sigua: –Ersetzt in der 76. Shaqiri und ist zu kurz im Einsatz, um benotet zu werden.Romario Baro: –Kommt in der 76. für Kade und übernimmt dessen Platz am rechten Flügel. Ist zu kurz im Spiel, um benotet zu werden.Finn van Breemen: –Ersetzt in der 82. Cissé. Dadurch stellt Trainer Celestini auf eine Dreier-Fünfer-Abwehrkette um. Diese hält dicht.FCB-News von neben dem PlatzDen Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. 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