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AboFCB im Europacup

Der FC Basel blickt gespannt auf den 4. August

Xherdan Shaqiri vom FC Basel im Zweikampf mit Franck Ribery, David Alaba und Toni Kroos vom FC Bayern München während eines Champions-League-Spiels in Basel am 22. Februar 2012.
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Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Am 3. August 2023 gewinnt der FC Basel in der Qualifikation zur Conference League zwar das Rückspiel bei Tobol Kostanay 2:1, dennoch scheiden die Basler in einer frühen Phase aus dem Europacup aus. Es ist ohnehin unter Trainer Timo Schultz ein denkwürdiger Start in eine Saison, in der alles drunter und drüber geht. 

Seither ist der FCB international nicht mehr im Einsatz gewesen. Daran musste man sich in Basel nach Jahren mit zahlreichen magischen Europacup-Nächten erst gewöhnen. So wenige Partien wie in der abgelaufenen Spielzeit hat Rotblau lange nicht mehr bestritten.

Das wird sich ab August ändern, wenn der Schweizer Meister aus Basel zum Champions-League-Playoff antritt. Setzt sich der FCB in Hin- und Rückspiel gegen einen anderen Landesmeister durch, steht er erstmals seit der Saison 2017/18 in der Königsklasse. Wer Basels Gegner sein könnte, ist noch nicht bekannt.

Aktuell zählt Basel zu den ungesetzten Teams in dieser Poule, was sich nach den gespielten Qualifikationsrunden noch ändern könnte. Doch bleibt es so, warten namhafte Gegner auf Rotblau: Ferencvaros, Celtic Glasgow, Bodø/Glimt, FC Kopenhagen, Roter Stern Belgrad, Maccabi Tel Aviv oder Slovan Bratislava. Ausgelost wird das Playoff am 4. August, gespielt wird am 19./20. und 26./27. August. 

Sollte der FCB seine neunte Champions-League-Teilnahme verpassen, ist er direkt für die Liga-Phase der Europa League qualifiziert. Was nichts anderes heisst, als dass der FCB bereits jetzt mit garantierten Einnahmen in der Höhe von 4,3 Millionen Franken rechnen darf. Das ist die Startgage in der Europa League. Hinzu kommen Prämien von 150’000 Franken pro Punkt sowie weitere mögliche Boni. Viel mehr Geld zu erwirtschaften gäbe es für Rotblau mit einer Champions-League-Teilnahme, wo allein die Startgage bereits 18,62 Millionen Euro beträgt, ein Sieg 2,1 Millionen wert ist und auch ein Remis noch 700’000 Euro bringt.

Bevor es im August mit dem europäischen Wettbewerb losgeht, blickt die «Basler Zeitung» auf die denkwürdigsten europäischen Kampagnen des FC Basel in diesem Jahrtausend zurück.

Saison 2002/03: Suttons Fehlschuss ins Basler Glück

Glasgows Johan Mjallby im Zweikampf mit Basels Julio Hernan Rossi während eines Fussballspiels. Andy Mueller/freshfocus.

Die erste Champions-League-Teilnahme des FC Basel ist eine ganz besondere. Und im Basler Gedächtnis bleibt der Schuss von Chris Sutton, der das FCB-Tor hauchdünn verfehlt. Würde dieser Abschluss in der Endphase im St.-Jakob-Park hinter Pascal Zuberbühler im Tor landen, wäre Celtic Glasgow und nicht der FCB für die Königsklasse qualifiziert.

Doch der Fussballgott ist in dieser Saison ein Basler. Was folgt, sind unvergessene Champions-League-Nächte gegen Manchester United, Liverpool und Spartak Moskau. «A night to remember» ist zweifelsohne das Heimspiel gegen die «Reds». Zur Pause führt der FCB 3:0, am Ende heisst es 3:3. Ein Remis, das reicht, um sich gleich in der ersten Saison im besten europäischen Wettbewerb für die Zwischenrunde zu qualifizieren, wo dann Juventus Turin, Manchester United und Deportivo La Coruña sich als zu stark erweisen.

Saison 2005/06: Für den FCB endet alles ganz bitter

Frank Queudrue von Middlesbrough im Zweikampf mit David Degen von Basel während eines Fussballspiels. Aufgenommen von Daniela Frutiger.

Der Sprung in die Champions League gelingt dem FCB im Sommer 2005 nicht. Das Aus in der Qualifikation gegen Werder Bremen hat zur Folge, dass die Mannschaft von Trainer Christian Gross in den damaligen Uefa-Cup muss.

Dort übersteht sie die Gruppenphase und kommt es zu einem unvergessenen Viertelfinal gegen Middlesbrough. Der FCB hat nach dem 2:0-Erfolg im Hinspiel gute Karten, erstmals in der Vereinsgeschichte in einen Europacup-Halbfinal einzuziehen. Doch es kommt anders. 

Beim Rückspiel auf der Insel deutet alles darauf hin, dass Rotblau auch im zweiten Vergleich mit dem Vertreter aus der Premier League die Oberhand behalten würde. Eduardo bringt den Gast früh in Führung. Danach schreibt diese Partie ihre eigene Geschichte: Middlesbrough dreht auf, und dem eingewechselten Italiener Massimo Maccarone, der von den englischen Reportern als Makkaroni bezeichnet wird, gelingt in der 90. Minute das 4:1. Damit hat Middlesbrough das Unmögliche möglich gemacht.

Eine FCB-Saison, die überaus erfolgreich hätte werden können, endet schliesslich kraftlos und ganz bitter: mit dem 13. Mai, dem in letzter Sekunde verlorenen Meistertitel – und der Schande von Basel.

Saison 2011/12: Manchester United ganz klein 

Bernhard Heusler und Trainer Heiko Vogel vom FC Basel umarmen sich während eines Champions-League-Spiels gegen Manchester United in Basel.

Die Endrangliste der Champions-League-Gruppe C in der Saison 2011/12 muss man sich aus Basler Sicht auf der Zunge zergehen lassen: 1. Benfica Lissabon 6/12. 2. Basel 6/11. 3. Manchester United 6/9. 4. Otelul Galati 6/0. 

Dabei zeigt der FCB zweimal gegen das grosse Manchester United eine Parforce-Leistung. Schon das 3:3-Remis im «Theatre of Dreams» ist ein sensationelles Ergebnis. Doch im entscheidenden Heimspiel gegen die Red Devils legt der FCB noch eine Schippe drauf: Marco Streller und Alex Frei sichern Basel die Qualifikation für den Achtelfinal.

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Dort wartet Bayern München – und somit auch das brutale Erwachen. Zwar legt die Mannschaft von Heiko Vogel im Joggeli vor und gewinnt mit 1:0. Doch im Rückspiel zündet der deutsche Rekordmeister den Turbo und fegt den «kleinen» FCB mit 7:0 aus der Allianz-Arena.

Saison 2012/13: Der FCB reist und reist und reist

Murat Yakin vom FC Basel, warm gekleidet mit gestreifter Mütze und Jacke, während eines Europa League Spiels gegen KRC Genk am 6. Dezember 2012.

Tallinn, Molde, Cluj, Lissabon, Genk, Székesfehérvár, Dnipropetrovsk, St. Petersburg und zweimal London: In diese Städte reist der FCB in dieser Saison, die ihn nach der gescheiterten Champions-League-Qualifikation bis in den Halbfinal der Europa League bringt. Dort ist nach 20 europäischen Spielen gegen Chelsea Endstation. 

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Unvergessen bleibt der Viertelfinal gegen das favorisierte Tottenham. An der White Hart Lane holt der FCB dank Toren von Valentin Stocker und Fabian Frei ein 2:2. Im Rückspiel im Joggeli schliesslich gerät Rotblau in Rückstand, dreht die Partie und kassiert in der Endphase das 2:2. Ein Penaltyschiessen muss entscheiden. Beim FCB treffen alle, Tottenham verschiesst zwei Elfmeter. Der FCB steht erstmals in der Vereinsgeschichte in einem Europacup-Halbfinal, wo er an Chelsea scheitert.

Saison 2017/18: FCB mit Rekorden

Dimitri Oberlin vom FC Basel erzielt ein Tor gegen Benfica Lissabon in einem Champions-League-Spiel in Basel am 27. September 2017.

Dimitri Oberlin spielt heute bei Sepsi OSK in Rumänien. Jener Oberlin, der im Herbst 2017 beim denkwürdigen 5:0-Sieg des FCB in der Champions League gegen Benfica Lissabon ein ebenso denkwürdiges Tor erzielt. Ein Treffer, der vielen FCB-Anhängern im Zusammenhang mit dieser Kampagne in bester Erinnerung ist.

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In der Gruppe mit Benfica, ZSKA Moskau und Manchester United wird der FCB Zweiter und holt 12 Punkte – so viele wie nie zuvor in einer Gruppenphase der Königsklasse. Im Achtelfinal heisst der Gegner Manchester City, das für die Mannschaft von Trainer Raphael Wicky aber eine Schuhnummer zu gross ist. Das Hinspiel in Basel geht gleich 0:4 verloren. Immerhin verabschiedet sich Rotblau mit einem 2:1-Erfolg im Etihad Stadium von Europa.

Saison 2021/22: Letzter Höhenflug mit Vogel

FC Basel-Spieler posieren für ein Mannschaftsfoto vor einem farbenfrohen Hintergrund mit einem grossen Vogelmotiv beim Europa Conference League Spiel gegen ACF Fiorentina am 18. Mai 2023 in Basel.

Der FC Basel wiederholt die grosse Europa-Reise aus der Saison 2012/13. Diesmal aber in der Conference League, wo man abermals 20 Partien absolviert und dabei Belfast, Kopenhagen, Sofia, Vilnius, Bratislava, Jerewan, Trabzon, nochmals Bratislava, Nizza und schliesslich Florenz besucht.

Und wie damals, so spielt auch jetzt Heiko Vogel als Trainer eine Rolle – nur umgekehrt: Damals im Oktober 2012 durch Murat Yakin ersetzt, beerbt er nun im Februar 2023 Alex Frei interimistisch, nachdem er erst wenige Wochen zuvor als eigentlicher Sportdirektor zum FCB zurückgekehrt ist.

Noch einmal erlebt der FCB also einen Höhenflug, der ihm beinahe die erste Europacup-Finalteilnahme eines Schweizer Clubs bringt: Erst kurz vor Ende der Verlängerung erzielt die AC Fiorentina im ausverkauften Basler St.-Jakob-Park das 3:1, mit dem sie sich in der Affiche durchsetzt – und vermeidet so ein Elfmeterschiessen gegen eine Basler Mannschaft, die sich zuvor auf ihrem Weg schon zweimal in einer Kurzentscheidung vom Punkt aus für die nächste Runde qualifiziert hat.

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Er muss ja auch erst einmal alles kennen lernen und sehen, wie wir beim FCB arbeiten.Hat Magnin Ihnen schon gesagt, ob Sie in der kommenden Saison wieder die gleichen Freiheiten geniessen wie in der vergangenen?Wir haben schon grob darüber gesprochen. Die Freiheiten wird er mir wohl nicht wegnehmen, denn die brauche ich auf dem Platz. Am Ende geht es aber um die Mannschaft und nicht um mich. Der Trainer weiss, wie er mit den Spielern umgehen muss. Und sportlich müssen wir ja nicht viel verändern.Obwohl Sie gegen Ende der letzten Saison sehr fit waren, werden auch Sie älter und im Oktober 34. Ist alles noch wie früher mit Ihrem Körper?Bei mir ist es die Spielweise, die es so aussehen lässt, als würde ich noch spielen wie vor zehn Jahren. Zudem lernt man mit den Jahren seinen Körper besser kennen und weiss, was man braucht. Aber auch ich brauche mehr Erholungspausen und spüre den Körper an gewissen Stellen.Fokus und Fitness: Bis zum 5. Juli sind die FCB-Spieler noch im Trainingslager in Schruns.Foto: Daniela Frutiger (Freshfocus)Es gibt Spieler, die mit zunehmendem Alter neue Dinge wie beispielsweise Yoga ausprobieren. Tun Sie das auch?Nicht direkt. Ich mag es, nach den Spielen in einem schönen Hotel in den Bergen ins Spa zu gehen. Dann gewinne ich auch ein wenig Distanz vom ganzen Rummel, kann runterfahren und mich wieder sammeln.Haben Sie sich schon konkret Gedanken darüber gemacht, wann Sie allenfalls Partien auslassen, um zu regenerieren?Nein, das ist jetzt nicht der Zeitpunkt dafür. Ich will so viele Spiele wie möglich bestreiten. Aber es ist klar, dass wir auch in der Breite besser werden müssen, damit auch mal die Stammspieler eine Verschnaufpause bekommen, ohne dass die Qualität darunter leidet. Da erhoffe ich mir von den jungen Spielern, dass sie noch mehr Verantwortung übernehmen.Gerade in der Offensive haben Sie einige junge Spieler um sich. Gemäss Daniel Stucki soll sich da auch nicht viel ändern, damit diese ihre Einsatzminuten erhalten und sich weiterentwickeln. Betrachten Sie es als Ihre Aufgabe, diese darauf vorzubereiten, nun mehr Verantwortung zu übernehmen?Es ist definitiv nicht meine Aufgabe, junge Spieler vorzubereiten. Wir sind beim FCB. Und wer beim FCB ist, der muss von Anfang an verstehen, dass es um Leistungen, ums Gewinnen und um Titel geht. Das muss in erster Linie der Trainer vermitteln. Wir älteren Spieler sind dazu da, voranzugehen, die Jungen mitzuziehen und ihnen aufzuzeigen, wo es langgeht.Was heisst das, wenn es um die Geschwindigkeit der Entwicklung eines jungen Spielers geht?Du kannst als junger Spieler nicht seit Jahren beim FCB sein und immer noch dasselbe Niveau haben. Irgendwann muss der Knoten aufgehen. Man kann nicht einfach sagen: Der ist erst 20 oder 21 und braucht noch Zeit, wenn er schon zwei oder drei Jahre im Kader steht. Das ist nicht der FC Basel. Wir geben gern Zeit. Aber es muss auch Leistung kommen, eine Entwicklung sichtbar sein.Wie war das, als Sie selbst als Teenager ins FCB-Kader kamen?Ich war 17 und froh, wenn ich einmal zehn Minuten im Cup zum Einsatz kam. Aber da musste ich dann auch liefern. Wer das nicht tat, war dann wieder in der U21. Ich habe das Gefühl, die Jungen erhalten heute viel mehr Chancen als damals.«Ich habe das Gefühl, die Jungen erhalten heute viel mehr Chancen als damals.»Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)Denken Sie folglich, dass Sie als junger Spieler durch eine härtere Schule gingen, als das heutzutage der Fall ist?Definitiv. Nicht im Training. Aber wenn es um die Spielminuten ging. Und es gab steilere Hierarchien. Das hat mir an Magnin bisher gefallen, dass er diese Hierarchien wieder aufzeigt und die jungen Spieler beispielsweise zum Toretragen schickt.Sind die jungen Spieler heute auch anders, als Sie es waren?Ich glaube schon. Sie haben teilweise zwei Handys, verdienen schon relativ gut, haben mit 17 eine eigene Wohnung. Und wenn sie ein, zwei gute Spiele machen, können sie schon ins Ausland wechseln. Für den Hunger finde ich das alles nicht förderlich. Das ist aber nicht die Schuld der Jugend. Sondern es ist der Zeitgeist, der sich so entwickelt hat und jungen Fussballern nicht entgegenkommt. Sie haben schon alles, bevor sie sich durchgesetzt haben.Finden Sie denn auch, die Mannschaft bräuchte noch mehr erfahrene Spieler?Ja, da wäre ich dafür. Ich glaube, ein oder zwei erfahrene Spieler mehr würden uns helfen. Unsere Goalies sind erfahren. Ich bin erfahren. Dann sind da noch Dominik Schmid und Albian Ajeti, die aber beide noch einiges jünger als 30 sind.Werden Sie von der Sportkommission diesbezüglich auch nach Ihrer Meinung gefragt?Ja, ich werde schon nach meiner Meinung gefragt. Aber mehr nicht. Ich entscheide da nicht mit. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Sportdirektor Daniel Stucki da bisher einen sehr guten Job gemacht hat und den auch weiterhin machen wird.Wurden Sie auch bei der Trainerwahl miteinbezogen?Nein, in dieser Entscheidung war ich überhaupt nicht gross involviert. Einmal hat mich Daniel Stucki im Vorbeigehen gefragt, was ich von Magnin halte, das war im Rahmen einer Partie gegen Lausanne …Aber Sie werden kaum ablehnend reagiert haben, oder? Ansonsten wäre er wohl nicht verpflichtet worden …Ablehnend reagiert habe ich da definitiv nicht. Er kennt den Schweizer Fussball, er spricht verschiedene Sprachen, das sind sicher Vorteile. Und er ist ein harter Arbeiter. Deshalb halte ich das für eine gute Wahl für den FCB. Auch wenn er an der Seitenlinie zuweilen, wie soll ich sagen, etwas wild ist.Zum Ende der letzten Saison versuchten Sie, Nationaltrainer Murat Yakin zu kontaktieren. Damals sagten Sie, dass Sie dies auf Ihrem Handy noch gar nicht festgestellt hätten, bei all den Nachrichten und Gratulationen, die eingegangen seien. Haben Sie inzwischen gesehen, dass er Sie kontaktiert hat?Ja, ich habe es gesehen. Er hat mir geschrieben.Haben Sie darauf reagiert?Nein, noch nicht.Es wird stets gesagt, Ihr Verhältnis zu Murat Yakin habe gegen Ende Ihrer Zeit in der Nationalmannschaft gelitten. Wie würden Sie das Verhältnis beschreiben?Ich glaube, das ist ganz einfach zu erklären: Ich bin weg von der Nationalmannschaft. Mehr muss ich dazu nicht sagen. Nur die Medien spekulieren noch darüber, ob ich zurückkomme. Ich habe immer wieder meine Kommentare dazu gegeben. Ich bin froh, wie es jetzt ist, und ich werde das in nächster Zeit nicht ändern. Ich glaube, dass meine Message an der damaligen FCB-Medienkonferenz vor dem letzten Ligaspiel auch für den Nationaltrainer klar war. Ich denke nicht, dass ich da noch hätte nachdoppeln müssen. Und ich glaube nicht, dass ich jedes Mal eine E-Mail schreiben und das Wieso und Warum nochmals erklären muss. Ich habe meinen Rücktritt von der Nationalmannschaft gegeben, und das bleibt auch so.Die Hoffnung wäre aber bei vielen da, dass Sie sich nochmals umentscheiden.Ich bekomme von vielen Fans mit, dass sie diese Hoffnung hegen.Nicht nur die Fans hoffen …Wer sonst noch?Wohl auch der Schweizer Fussballverband.Ich kenne die Gefühle des Verbands nicht. Ich habe schon hundertmal gesagt: Sag niemals nie. Aber im Moment ist das Kapitel abgeschlossen.Heisst das, dass es kein Comeback geben wird, solange Murat Yakin Nationaltrainer ist – und alles andere offen ist?Ich habe auch das schon gesagt: Ich habe keine Probleme mit Murat Yakin. Wir hatten in der Nationalmannschaft Meinungsverschiedenheiten. Aber es gab eine Aussprache, und wir sind nicht im Schlechten auseinandergegangen. Ich habe mich nach der EM entschieden und das muss auch der Trainer akzeptieren.Sie sagen aber selbst: Sag niemals nie. Wenn man Sie nun kurz vor der WM um eine Rückkehr ersucht, wären Sie dann nicht scharf darauf, nochmals an einer WM zu spielen?An einer WM zu spielen, ist immer toll. Aber ich befasse mich nicht mit dem Thema. Ich habe eine Entscheidung getroffen – und dann ist das so. Natürlich hoffe ich, dass die Schweiz sich für die WM qualifiziert. Ich werde sie weiter verfolgen, ihr den grösstmöglichen Erfolg wünschen. Wahrscheinlich werde ich an der WM auch vor Ort sein. In welcher Rolle, weiss ich nicht.Transferphase beim FC BaselNewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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